Die Bedeutung des Todes nach „Ein Kurs in Wundern“

bedeutung des todes

Hier wird beschrieben wie der Tod, laut Ein Kurs in Wundern, zu verstehen ist.

Der Tod – Teil 1

Nachfolgend ist die Übersetzung des ersten Videos von Dr. Kenneth Wapnick, betitelt mit Death, Part 1.

Heute sprechen wir über das Thema Tod. Dafür werden wir mehr als fünf Minuten brauchen.

Ein Kurs in Wundern sagt uns, der Tod sei ein zentrales Thema im Ego-Denken (Begriffserklärungen zum Verständnis).

Das Thema Tod ist ein hilfreiches Konzept, denn wir alle haben damit zu tun; ob es sich nun um den Tod eines geliebten Menschen handelt oder um den Tod einer Idee und ganz gewiss, wenn es um unseren eigenen Tod geht. Dieses Thema ist offensichtlich sehr wichtig, denn kein anderes hat so direkt mit der Verwechslung von Form und Inhalt zu tun, d. h., der Verwechslung von Körper und Geist (klicke auf jeden der beiden Links, für Erklärungen von Kenneth Wapnick dieser zentralen Kurs- Begriffe).

Das dritte Hindernis vor dem Frieden im 19. Kapitel von Ein Kurs in Wundern, behandelt die Anziehungskraft des Todes. (D. h. das zum Tode Hingezogen-sein des Ego.) Darin macht Jesus die folgende, wichtige Aussage: „Verwechsle nicht Symbol und Quelle“ (siehe Textbuch S. 420, oberster, ganzer Satz). Dort spricht er ganz spezifisch über den Tod.

Das Symbol in der Aussage ist gleichbedeutend mit dem Tod des Körpers, und die Quelle, d. h. die Ursache ist gleichbedeutend mit der Idee des Todes, welche die Grundlage des Ego-Denkens ist. (Notiz: In Goethes Faust sagt diesbezüglich Mephisto, der Teufel: “Denn alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht.”)

Jesus warnt uns davor, Symbol und Ursache zu verwechseln, Form (Körper) und Inhalt (Geist). Das Problem ist nämlich nicht der Tod des Körpers, denn was kann schon sterben, das gar nicht lebt? (EKIW erklärt, dass der Körper eine Projektion des Geistes ist. Der Körper ist demnach vergleichbar mit einer leblosen Marionette. Der Körper ist wie mit Fäden, via das Gehirn, mit dem Geist, dem Puppenspieler verbunden. Klicke auf den Link für eine kurze Erklärung, „Der Geist als Puppenspieler und der Körper als Marionette.“)

Der Geist ist nicht im Körper, sondern der Körper ist eine Projektion aus dem Geist heraus. Der Geist herrscht über den Körper, nicht umgekehrt. Dies bedeutet, wie es EKIW oft wiederholt, dass der Körper nicht geboren wird. Der Körper lebt nicht und er stirbt nicht. Denn alles in der Welt ist nichts als eine Projektion, die ihren Ursprung im Geist hat. Diese Projektion hat den Geist nie verlassen. (Die Projektion scheint den Geist nur verlassen zu haben, genau so wie die Bilder auf dem Filmstreifen, den Streifen nicht verlassen, obwohl die Bilder auf der Kino-Leinwand erscheinen.) Der Körper ist und bleibt eine Projektion des Ego-Geistes.

Das Ego-Denken besteht aus der Idee des Getrennt-sein-wollens, was der Kurs als die Sünde bezeichnet. (Alles was wir sehen, scheint von uns getrennt zu sein). Das Ego-Denken besteht eigentlich aus Sünde, aus Schuld und aus Angst. Die unvermeidliche Auswirkung unserer Schuld, die die Bestrafung für unsere Sünde fordert, ist der Tod. (Der Tod – lässt uns das Ego glauben – sei die Bestrafung für unser Getrennt-sein-wollen von Gott). Deshalb haben wir Angst vor dem Tod.

Die meisten von uns kennen das dritte Kapitel der Schöpfungs-Geschichte im Alten Testament, das eine sinnbildliche Beschreibung der Entstehung des Ego ist. Adam und Eva trennen sich von Gottes Willen durch ihre Missachtung seiner Vorschrift, nicht vom Baum zu essen. Darauf haben sie das Gefühl, gesündigt zu haben. Sie fühlen sich schuldig und verbergen sich im Gebüsch aus Angst vor Gottes Bestrafung. Sie bedecken Ihre Nacktheit, was im Judentum und insbesondere im Christentum zur gedanklichen Verbindung von Sünde mit Sexualität führt. Adam und Eva haben Angst vor Gott und verbergen sich, weil sie Gott im Garten Eden wandern hören. Dann erwischt Gott sie (laut Ego) und bestraft sie für ihre Sünde.

Die zweitletzte Bestrafung besteht darin, dass Gott den Tod in die Welt bringt, als Auswirkung der Sünde von Adam und Eva. Dann wirft dieser Ego-Gott beide aus dem Himmel und verbietet ihnen, je wieder zurück zu kehren, was die letztendliche Bestrafung ist.

Somit glauben wir Menschen halbbewusst oder unterbewusst, dass wir zwar sterben, doch nie wieder in unser himmlisches Daheim zurück kehren können.

Aus der Sicht des Alten Testaments, hatten wir uns immer wieder mit dem Tod zu befassen. Das besonders Schwierige daran ist, dass wir in unserem tiefsten Inneren tatsächlich glauben, der Tod sei die unausweichliche Bestrafung für unsere Sünde. Halbbewusst oder unterbewusst glauben alle Menschen, Sünder zu sein – was Schuldgefühle bewirkt – denn wir sind vollkommen überzeugt, Körper in der Welt zu sein, jeder mit seiner eigenen Persönlichkeit. Und dies bedeutet, dass wir uns vom EINSSEIN mit Gott losgelöst, d. h., getrennt haben.

Für das Ego sind Trennung und Sünde dasselbe. Daher glaubt das Ego, Bestrafung für unsere Sünde sei unausweichlich. Da wir die Idee der Sünde (Trennung) in den Körper hinein projiziert haben, sind wir überzeugt, Körper zu sein. Körper verdienen Bestrafung (laut Ego-Überzeugung). Deshalb haben die Autoren der Schöpfungs-Geschichte, die Adam-und-Eva-Szene ganz an den Anfang des Alten Testaments gestellt. Dadurch wird diese Sünde-und-Trennungs-Geschichte zur Grundlage von allem, was in der Bibel folgt und zwar im Alten Testament genau so wie im Neuen Testament.

Wie sollen wir mit unserer Sünde umgehen? Wie sollen wir mit der scheinbaren Tatsache unserer Existenz umgehen, dass wir sterben werden? Hier kommen wir zum Problem der Verwechslung von Symbol und Quelle. (Tod des Körpers, d. h. der Körper stirbt und Tod des Geistes. Das ist unsere Angst, beim Tod geistig ausgelöscht zu werden.) Dies wird besonders dann zum Thema, wenn wir unser eigenes Ableben bedenken, unseren Tod und unsere Sterblichkeit.

Wir glauben, dass wir beim Tod wirklich die Welt verlieren. Doch gibt es die Textstelle in der Einführung zum 13. Kapitel von EKIW, wo beschrieben wird, was diese angeblich wunderbare Welt im Grunde genommen ist, d. h., die Welt, von der wir denken, sie sei so wunderbar. Jesus sagt dort, die Welt sei ein Wahnsystem, das von denen gemacht wurde, die durch Schuldgefühle wahnsinnig geworden sind. Siehe Textbuch S. 236, 2.2-6 (gemeint ist: Die Welt ist gemacht worden von uns allen, aus der gemeinsamen, der kollektiven Ego-Überzeugung heraus: “Alles ist von allem getrennt.”),

Jesus spricht über einen der wahnsinnigsten Gedanken in unserer Erfahrung als Körper, nämlich von unserer Überzeugung, dass wir beim Sterben verlieren, dass wir Liebe verlieren, dass Liebe uns entzogen werde. Wir machen zwar derartige Erfahrungen, denn wir fühlen uns verbunden mit Menschen, die wir lieben und die irgendwann sterben, beginnend mit unseren Eltern. Und wenn wir älter werden, sterben immer mehr Menschen, die Teil unseres Lebens sind; Familienmitglieder, Freunde und öffentliche Personen. Wir betrauern sie, weil wir den Verlust spüren.

Durch den Hinweis auf den falschen Gedanken, dass wir die Liebe verlieren werden, die wir zu haben glaubten und, dass wir sogar die Liebe verlieren werden, die wir im Grunde genommen sind, sagt uns Jesus, wie wahnsinnig diese Überzeugungen sind. (Weil er erkennt, dass die bedingungslose Liebe, also Gott, uns gar nicht verlassen kann, obwohl wir fälschlich glauben, dass dies möglich und sogar wahrscheinlich sei.)

Dies beschließt den ersten Teil unserer Besprechung des Todes, worin wir die Idee behandelten, dass es nicht grundsätzlich um den befürchteten Tod des Körpers geht, sondern vielmehr um den befürchteten Tod des Geistes, den befürchteten Tod unseres eigenen Denkens, d. h., den befürchteten Tod unserer Persönlichkeit.

 


Der Tod – Teil 2

Hier ist die Übersetzung des zweites Videos zum Thema Tod, betitelt mit Death, Part 2. Klicke auf den Link um Kenneth Wapnick, Ph.D., auf Englisch im Original zu hören und zu sehen.

Im ersten Teil über die Bedeutung des Todes, sprachen wir von der Wichtigkeit, Symbol (Körper) und Quelle (Geist) nicht zu verwechseln. Wir sprachen auch von der Idee, das Ego betrachte die Verwechslung von Körper und Geist als Bestrafung für unsere Sünde, von Gott getrennt sein zu wollenEin Kurs in Wundern besagt aber, dass es diesbezüglich eine ganz andere Betrachtungsweise gibt, die uns offen steht.

Die wahrscheinlich beste Beschreibung dieser anderen Betrachtungsweise, befindet sich in einer der Ergänzungen zu EKIW, die Helen Schucman etwa ein Jahr nach Erscheinen des Kurses – nach ihrem bekannten, inneren Diktat – niederschrieb. Die Beschreibung der anderen Betrachtungsweise des Todes, befindet sich in der Kurs-Ergänzung mit dem Titel Song Of Prayer, unter Kapitel 3, Heilung; II. Falsche und wahre Heilung, Seite 94. Darin spricht Jesus davon, dass es eine andere Art von Tod gibt, die nicht eine Bestrafung für unsere Sünde ist, sondern vielmehr eine Belohnung für unsere vielen Vergebungs-Übungen unter SEINER Führung, während der Zeit, als wir ein Körper zu sein glaubten.

Beim Sterben legen wir den Körper ab, in Dankbarkeit dafür, dass er uns beim Lernen unserer Vergebungs-Lektionen, gut gedient hat. Und dann gehen wir einfach weiter. Dadurch wird der Tod nicht als Bestrafung betrachtet, nicht als etwas wovor man sich fürchten muss und nicht als etwas, wonach man sich aus Ego-Sicht sehnen sollte, wie es im dritten Hindernis vor dem Frieden (Textbuch S. 417, C., Titel) beschrieben ist, sondern es handelt sich beim Körper-Tod um etwas, dem wir freudig entgegen gehen. Denn wir übten die Vergebung fleißig, vergleichbar mit einem intensiven und am Ende erfolgreich abgeschlossenen Studium. Der Tod wird somit wie zu einer bestandenen Abschluss-Prüfung, worüber wir uns natürlich gut fühlen. In diesem Sinne kann das Sterben als Abschluss- Prozess verstanden werden.

In gedanklicher Verbindung mit Jesus haben wir fleißig geübt und unsere Vergebungs-Lektionen gelernt, so gut es eben ging. Jetzt streifen wir den Körper ab. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir unbedingt alle unsere Vergebungs-Lektionen gelernt haben. Es ist möglich, dass unser Körper stirbt, wir jedoch immer noch gewisse Dinge lernen müssen. Es kann immer noch einiges vorliegen, das vergeben werden muss. Ob wir dies tun, indem wir zu einem Körper zurückkehren oder ob wir es als Geist tun (als mind), der sich auf der Reise befindet, ist unwichtig. Diese Reise, die Jesus im Kurs eine Reise ohne Entfernung nennt (Textbuch  S. 150, 9.7), geschieht nämlich ausschließlich im Geist, denn in der wahren Wirklichkeit gibt es keinen Körper. (A. d. Ü.: Das ist so, weil der Körper, wie der Kurs es mehrmals erwähnt, vom Geist projiziert wird wie die Bilder, die aus einem Projektor auf eine Leinwand (die Welt) geworfen werden, und dort als Wirklichkeit erscheinen.)

Somit ist der Unterrichtsraum, der im Körper zu sein scheint im Geist, denn es gibt nur den Geist. Die Reise, die wir unternehmen, ist eigentlich die Reise weg von unserer Entscheidung für die falsch-gesinnte Ego-Denkweise und uns nicht mehr mit ihr identifizieren zu wollen. Wir berichtigen die falsche Denkweise jetzt, indem wir – als geistiger Entscheider – zurücktreten und einen anderen Lehrer wählen. (Der andere Lehrer ist Jesus oder der Heilige Geist, der in jedem von uns wohnt.) Daraufhin existieren wir als recht-gesinnter Geist weiter.

Obwohl dies alles im Geist geschieht und nicht in der Welt, ist uns klar, dass wir als Körper zu lernen haben. Ob wir nun glauben, in den Körper zurückkehren zu müssen, um die Reise ohne Entfernung weiter zu führen, oder ob wir die Reise im Geist weiterführen, ohne derweil zu glauben, wir seien ein Körper, ist nicht von Belang, wenn wir vom richtigen Lehrer (Jesus) lernen.

Wir wollen uns immer wieder daran erinnern, dass der Tod des Körpers ein weiterer Teil der Reise ohne Entfernung ist. Die Reise führt weg von der Falsch-Gesinntheit und hin zur Recht-Gesinntheit. Dies bezieht sich auf unseren eigenen, stets näher rückenden Tod, sowie auf Situationen, wo wir mit Menschen zusammen sind, die kurz vor dem Tod stehen.

Die Reise findet im Geist statt, nicht im Körper. Wir sollten für die Vergebungs-Lektionen dankbar sein, die wir gelernt haben. Wir sollten dankbar dafür sein, was wir an Unwahrem (dass alles von allem getrennt sei) ent-lernt haben, denn wir fürchten uns noch immer zu sehr davor, unsere gesamte Schuld los zu lassen. Wir fürchten uns noch immer zu sehr davor, die vollkommene Vergebung anzunehmen. Deshalb machen wir mit dem schrittweisen Vergebungs-Prozess weiter, so wie oben beschrieben.

Jesus sagt im 4. Schritt des Abschnitts Die Entwicklung des Vertrauens, im Handbuch für Lehrer, wo das Erreichen des Friedens beschrieben wird, dass wir noch nicht so weit gekommen sind, wie wir meinen. Denn wir müssen noch den fünften und sechsten Schritt tun. Der sechste Schritt beschreibt das Erreichen der WIRKLICHEN Welt. Jesus sagt uns, wir sollen nicht verzweifeln, denn mächtige Begleiter machen die Reise ohne Entfernung zusammen mit uns. Diese mächtigen Begleiter sind die Vergebungs-Lektionen, die wir während unseres Körper-Lebens gelernt haben. Wenn wir sterben, nehmen wir dieses Gelernte mit. Gemeint ist die Vergebung, die wir angewendet und die Vergebung, die wir von anderen empfangen haben.

Damit gemeint ist die Widerspiegelung der bedingungslosen Liebe Gottes, die wir manchmal gefühlt haben. Diese nehmen wir mit wenn wir sterben. Auch dafür sind wir dankbar. Außerdem sind wir dankbar für die Vergebungs-Lektionen, die wir gelernt haben sowie für die mächtigen Begleiter unseres erfolgreichen Lernens, denn sie helfen und stärken uns, während wir weiter gehen. Deshalb muss der Tod nicht gefürchtet werden. Er muss auch nicht ersehnt werden. Der Tod ist eigentlich die unvermeidliche Stufe, wo wir uns sagen: “Ich bin in meinem Lernen so weit gegangen, wie ich konnte, aber ich weiß, dass ich weitermachen werde”. Deshalb wird der Tod nicht zu einer so wichtigen Angelegenheit.

Der Tod des Körpers wird ganz gewiss nicht zum Ende des geistigen Lebens. Der Tod bedeutet auch nicht unbedingt, dass er das Ende meines Lernens ist. Der Tod ist einfach eine weitere Entwicklungs-Stufe. Denn wenn wir eine weltliche Ausbildungs-Stufe erfolgreich abgeschlossen haben, bedeutet dies auch nicht, dass wir nicht möglicherweise eine noch höhere Stufe anstreben werden. Ebenso bedeutet der Tod nicht das Ende unseres Lernens. Er bedeutet jedoch, dass wir auf dem Weg der Vergebung weiter gehen werden.

Wir werden weiter und weiter gehen, bis wir schlussendlich die göttliche Berichtigung, die Sühne, anzunehmen bereit sind. (Der Kurs nennt die Sühne, die Erkenntnis, dass wir in der wahren Wirklichkeit nie von Gott getrennt waren. Wir glaubten dies nur fälschlich und mit großer Überzeugung.) Erst dann erkennen wir, dass es nichts mehr zu lernen gibt. Es gab nämlich von Anfang an nichts zu lernen, denn in Wahrheit verließen wir das Einssein in Gott nie. (Obwohl wir die ganze Zeit über fälschlich glaubten, dass Gott etwas anderes sei als wir, etwas das von uns getrennt sei.)

Abschließend zum Thema „Tod“, noch dieser wichtige Hinweis aus dem Handbuch für Lehrer in EKIW, Seite 61, 5.7 – „Das einzige, was begriffen werden muss, ist, dass die Geburt nicht der Anfang und der Tod nicht das Ende (des Lebens) ist.“

 


Die Besonderheit des Todes
oder der
Tod der Besonderheit?

48 Notizen zum über 5-stündigen Seminar von K. Wapnick, Ph.D., The Specialness of Death or the Death of Specialness? To Be or Not to Be?

Notizen 1 bis 16 beziehen sich direkt auf das Thema Tod und das Sterben unseres Körpers.

Die Notizen 17 bis 48 sind verschiedene Erläuterungen zum Entscheider, der wir alle sind sowie allgemeine Kurs-Hinweise zum obigen Thema.

 

1. Der Tod kann eine sehr wichtige Lehre sein, denn wenn ich lerne, dass es keinen Tod gibt, ist dies das Ende der Besonderheit. Besonderheit: Weil wir fälschlich meinen, von Gott getrennt zu sein, versuchen wir, den vorgestellten Mangel (an bedingungsloser Liebe, d. h. an Gott) durch Beziehungen zu Menschen, Tieren, Gegenständen oder Interessensngebieten zu beheben. Das Resultat ist immer dasselbe. Wir verlieren diese Beziehungen früher oder später. Besondere Beziehungen sind von Gott getrennte Beziehungen.

2. Was ist eine besondere Beziehung? Jeder denkt, er brauche die besondere Beziehung, um existieren zu können. Wir alle haben eine besondere Beziehung mit Sauerstoff, mit Wasser und mit Lebensmitteln. Wir können ohne sie nicht existieren. Die wahre Ursache dieses Umstandes ist unsere besondere Beziehung mit dem Getrennt-sein-wollen. Wenn ich denke, ich könne nicht existieren ohne die Person, die ich liebe, dann sterbe ich psychologisch.

3. Der Tod unseres Körpers scheint zu beweisen, dass wir Körper sind. Durch den Tod des Körpers ist “nachgewiesen”, dass er gelebt hat. Dann ist Geistlosigkeit unsere Wirklichkeit. Der Geist und die Gedanken sterben aber nicht. Nur Körper sterben. Es ist nicht wichtig, ob ich den Tod liebe oder Angst vor dem Tod habe, denn darunter verborgen, liegt immer die Attraktivität des Todes. Warum? Der Tod “beweist”, dass ich ein geistloser Körper bin, und andere Schuld haben, an dem was mir geschieht, z. B. ein Virus, ein Erdbeben oder ein Krieg. Somit scheint die Ego-Strategie zu funktioniert.

4. In einem Körper zu leben, der sterben wird, hat zum Zweck, zu “beweisen”, dass mein (Ego-)Denken wahr ist. Deshalb haben wir eine besondere Beziehung zum Tod. Wir haben jedoch die besondere Beziehung nicht zum Tod, sondern wir haben die besondere Beziehung zu unserem eigenen Denken über den Tod.  Textbuch S. 420, 11.2: “Erinnere dich daran, dass weder Zeichen noch Symbol (d. h., der Tod des Körpers) mit der Quelle (der Ursache) verwechselt werden sollten…” (Meine Entscheidung getrennt sein zu wollen, ist die Ursache des Körpertodes.) Das heißt, meine besondere Beziehung ist nicht mit dem Tod und meine besondere Beziehung ist nicht mit dem Körper, sondern meine besondere Beziehung ist mit dem Egomit dem Getrennt-sein-wollen. Was in der Welt vorgeht, ist nie das Problem. Das Problem ist, dass ich mich mit der Denkweise des Getrennt-sein-wollens verbunden habe. Dieses muss ungeschehen gemacht werden. Das ist aber nur möglich, wenn ich anerkenne, dass ich das Problem gemacht habe, nicht jemand anderer.

5. Wenn ich mich mit dem Tod gedanklich sehr beschäftige, wird meine Aufmerksamkeit in der Welt der Geistlosigkeit gefangen gehalten. Aber, verwechsle nicht das Symbol (den Tod des Körpersmit der Ursache des Todes (deiner Entscheidung, dich mit der Ego-Denkweise zu verbinden). (Textbuch S. 420, 11.2)

6. Um einen friedvollen Tod zu haben, muss ich erkennen, dass ich ein geistiges Wesen bin und nicht ein Körper.

7. Wenn ich um Hilfe bitte, den Tod den ich fürchte oder den Tod, dem ich freudig entgegen sehe, anders verstehen zu können, sagt mir meine innere, göttliche Führung: “Der Tod ist das äußere Bild eines inneren Zustandes.” Dieser innere Zustand ist mein Getrennt-sein-wollen. Wenn ich weiterhin getrennt sein will, glaube ich an Sünde und an Schuld. Das Ego lässt mich glauben, Schuld werde mit dem Tod bestraft. Das ist die vermeintliche Ursache. EKIW sagt: “Verwechsle nicht Symbol (den Körper) mit der Ursache (dem Geist, der sich für die Ego-Denkweise entschieden hat).” Anstatt meine Gefühle, die ich dem Tod gegenüber habe, zu analysieren, verwende ich diese Gefühle, indem ich um eine andere Betrachtungsweise davon bitte. Du solltest dir die Denkweise des Todes (das Getrennt-sein-wollengenau betrachten und nicht die Projektionen, die aus dem Getrennt-sein-wollen hervorgehen d. h. den sterbenden oder den gestorbenen Körper. Verleugne aber deine Gefühle im Zusammenhang mit dem Tod nicht, sondern betrachte diese Gefühle urteilslos und zusammen mit deiner göttlichen Führung.

8. Im Geist geschieht nichts, wenn dein Körper stirbt. Anstatt zu träumen, dass du lebst, träumst du dann, dass du stirbst oder gestorben bist. Bitte Jesus, dich zum Geist zurück zu führen, damit du dich mit dem Heiligen Geist verbindest, statt mit dem Ego. Aber weil wir vor der Rückkehr in unseren Geist so sehr Angst haben, sorgen wir dafür, dass unsere Aufmerksamkeit weiterhin auf die Aussenwelt gerichtet bleibt, statt auf unsere Innenwelt (Geist).

9. Der Tod ist keine große Sache. Ich soll aber beobachten wie ich oder andere, den Tod zu einer großen Sache machen. Mit einem sanften Lächeln denke ich deshalb richtigerweise: “Der Tod ist nicht, was er zu sein scheint. Denn ich rege mich nie aus dem Grund auf, den ich meine.” (Lektion 5) Ich rege mich immer über meinen Widerstand gegen das Verbunden-sein mit der liebevollen Gegenwart des Heiligen Geistes auf.

10. Der Tod wird zum Selben wie mein leidvolles Leben. Meine früheste Erfahrung in meinem Körper ist meistens eine negative, die von meinem eigenen, falsch-gesinnten Denken verursacht wurde. Diese negative Erfahrung wiederhole ich immer und immer wieder, solang ich mich auf mein eigenes Denken verlasse, d. h., solang ich projiziere. Aber wenn ich in Gedanken mit dem Heiligen Geist verbunden bin, wird der Tod einfach zum Ende meiner Zeit im Schulungsraum meines Lebens, vergleichbar mit dem Ende eines Semesters. Weil das Drehbuch meines Lebens schon geschrieben ist, kann ich es nicht verändern. Aber ich kann die Art verändern, wie ich mein Leben betrachte. Zum Beispiel kann eine Misshandlung eine Wirkung auf meinen Körper gehabt haben. Diese Misshandlung kann aber keine Wirkung auf meine Entscheidungsmacht haben, mich für das Getrennt-sein-wollen oder für die Vergebung zu entscheiden. Ich kann den Frieden Gottes gerade jetzt haben, denn die Zeit ist nicht linear; sie ist nicht geradlinig; siehe oben.

11. Die richtige Betrachtungsweise des Lebens und des Todes ist, alles vom Standpunkt “über dem Schlachtfeld” zu betrachten, was bedeutet, alles zu betrachten, indem ich mich in Gedanken über das Geschehen erhebe, so wie jemand der von weit oben zuschaut, was da unten geschieht.

12. Das Bühnenstück “Hamlet” von Shakespeare beschreibt das Ego-Leben von uns allen. Shakespeare war ein Meister der Ego-Beschreibung. Deshalb liebte Sigmund Freud Shakespeare’s Schauspiele. Der berühmte Shakespeare-Ausspruch, “Sein oder nicht sein; das ist die Frage”, ist die falsche Frage. Sie bedeutet: “Soll ich weiterleben oder mich umbringen?” Im Kurs steht diesbezüglich: “Es ist ein Risiko (eine Gefahr) zu glauben, der Tod sei Frieden, weil die Welt (die Menschheit) den Körper (fälschlich) mit dem SELBST gleichsetzt, DAS GOTT erschaffen hat.” (Textbuch S. 585, 10.2) Das heißt, es ist eine falsche Annahme, der Tod sei Frieden, weil die meisten glauben, der Körper sei das SELBST, das Gott erschaffen hat. Aber Gott hat keine Körper erschaffen.

13. Auferstehung bedeutet laut EKIW, aus dem Traum des Todes, d. h. des Getrennt-seins, zu erwachen. Die einzige spirituell gesunde Weise, sich mit dem Tod zu befassen, ist, stets freundlich und liebevoll zu sein. Ich muss alle kritischen Gedanken loslassen. Dadurch nehme ich die Recht-Gesinntheit an. Um den Tod und meine Zwangsvorstellung vom Tod ungeschehen zu machen, bin ich gerade jetzt gütig, weil es, wie der Kurs erklärt, keine Vergangenheit und auch keine Zukunft gibt. Ich bin liebenswürdig, anstatt wie bisher, kritisch und verurteilend. Dadurch bin ich mit meiner gütigen, geistigen Führung verbunden.

14. Abwehrmechanismen machen Tatsachen unkenntlich. Die einzig wahre Tatsache ist Gott. Die einzige wahre Tatsache in der Illusion ist, dass wir ein Geist sind, der Entscheidungen trifft zwischen dem Getrennt-sein-wollen und der Vergebung. Alles andere ist erträumt. Meine innere Abwehrhaltung macht Tatsachen i immer unkenntlich. Meine Beschäftigung mit dem Tod, mit Krankheit oder mit Erregung, macht meine Fähigkeit, mich entscheiden zu können, un­kennt­lich.

15. Wenn ich sterbe oder wenn ich irgend etwas tue, ist die einzig richtige Frage stets: „Bin ich in Verbindung mit dem Heiligen Geist oder mit dem Ego?“ Es geht nie darum, was ich tue; aber es geht immer darum, mit wem ich es tue.

16. Lektion 136, S. 257: “Sterben (hier wurde das Originalwort „Krankheit“ in L.136 durch sterben ersetzt) ist eine Abwehr gegen die Wahrheit.” Denn das Sterben hält uns geistlos, weil das Sterben den Körper als wirklich erscheinen lässt.


Ab hier beziehen sich meine Vortrags-Notizen nicht mehr direkt auf das Thema Tod. Aber Ken Wapnick machte einige andere sehr interessante Kommentare während dieses Vortrags, die unter den nachfolgenden Nummern 17. bis 48. aufgeführt sind.

17. Die in EKIW oft erwähnte Verwechslung der Ebenen, ist die Verwechslung von Geist und Körper.

18. Schuldgefühle lassen mich nicht nur glauben, ich habe etwas Schreckliches getan, sondern Schuld lässt mich glauben: “Ich bin etwas Schreckliches.” Wenn ich etwas Schreckliches bin, so bin ich die Trennung von Gott.

19. Der Körper hat den Zweck, uns zwei falsche Überzeugungen glauben zu lassen:

a) Ich bin Körper und nicht Geist (mind).

b) Jemand oder etwas ist immer an dem schuld, was mir passiert.

20. Unterschied zwischen Geist und Welt: Der Geist umfasst die gesamte, geistige Schöpfung. Die Welt jedoch besteht aus vielen Schöpfungen (Körpern). Die Ursache des gespaltenen Geistes und die Ursache der Welt ist unser Getrennt-sein-wollen. Projektion hat den Zweck, uns glauben zu lassen, wir seien Körper. Und Projektion hat zudem den Zweck, uns nicht merken zu lassen, dass wir Geist sind.

21. Alle haben das ungeheure Bedürfnis, ungerecht behandelt zu werden, denn das macht den Täter, der uns ungerecht behandelt hat, zum Sünder der angeblich bestraft wird. Mein Ungerecht-behandelt-worden-zu-sein, macht mich angeblich zum sündenlosen Wesen, das in den Himmel aufsteigen wird. Zwar ist die ungerechte Handlung an mir für meinen Körper schmerzhaft, aber mein Unterbewusstsein freut sich darüber sehr (denn damit scheint bewiesen zu sein, dass ich unschuldig bin, obwohl alles was mir geschieht, aus meinem Geist kommt; nicht aus deinem. Siehe T.S. 590, 10.1 – 4).

22. Ich bin immer Entscheider (im Kurs “Träumer” genannt. Der Entscheider entscheidet stets, ober er mit der Denkweise des Ego und jener des Heiligem Geistes verbunden sein will). Als Entscheider glaube ich fälschlich, nicht ich sei die entscheidende Macht, sondern irgend etwas anderes treffe die Entscheidungen für das, was mir geschieht, z. B. das sogenannte Schicksal oder das Karma.

23. Was ist Raum? Raum ist der Trennungsgedanke, der von unserem gespaltenen Geist in die Aussenwelt projiziert wird.

Was ist Zeit? Zeit ist der vom Geist in die Aussenwelt projizierte Gedanke der Sünde (d. h., Sünde ist der Traum, worin wir uns von Gott abgetrennt haben), der Schuld (darüber) und der Angst (vor der Bestrafung für die Sünde). Somit wird Sünde zur Vergangenheit (“ich habe in der Vergangenheit gesündigt”), Schuld zur Gegenwart (“ich fühle mich schuldig oder leer, weiß aber nicht warum”) und Angst wird zur Zukunft (“ich mache mir Sorgen um meine Zukunft”).

24. Bei der Vergebung in drei Schritten ist der erste Schritt das Wunder. Es besteht darin, zur Kenntnis zu nehmen, dass das was ich außerhalb von mir wahrnehme und angreife, eine Projektion davon ist, was sich in meiner Innenwelt befindet. Wenn ich auf dich sauer bin, glaube ich fälschlich, meine Schuld sei in dir, d. h. ich glaube, du seist schuld, nicht ich. Deshalb ist der erste Schritt, zu denken: Meine Schuld ist nicht in dir, sondern meine Schuld und mein Selbsthass – als Auswirkung meiner Schuld –  sind in mir. Das Wunder bringt das Problem von der Aussenwelt in die Innenwelt.

Der zweite Schritt: Als Entscheider betrachte ich die Schuld in mir. Ich nehme zur Kenntnis, dass meine Wut auf dich, eine Illusion ist. Meine Wut auf mich, die von meinem Selbsthass kommt, ist auch eine Illusion.

Der dritte Schritt: Wenn ich die Schritte 1 und 2 tatsächlich gemacht habe, ist der dritte Schritt für mich bereits von meiner göttlichen Führung gemacht worden und die Schuld ist verschwunden.

25. Erlösungs-Pfad: Wenn mir etwas unangenehm ist, denke ich zu Jesus: “Bitte lass mich diese Situation durch deine Betrachtungsweise sehen, anstatt durch meine.” Ich bin verantwortlich dafür, ob ich den Angriff eines Menschen – auf mich oder auf andere – als verzweifelten Ruf nach Einssein, nach bedingungsloser Liebe sehen will oder als Katastrophe. Wenn ich so den Schmerz des Täters erkenne, wird sich ihm mein Erbarmen zuneigen.

26. “Ich muss mich falsch entschieden haben, denn ich bin nicht im Frieden”. (Textbuch S. 90, 6.7-11) Hier haben wir eine stufenweise Darstellung der Vergebung, die nie zwischen Körpern geschieht, sondern immer in meinem Geist. Ich habe all das in die Aussenwelt hinaus projiziert, was mich in der Aussenwelt aufregt oder bedrückt.

27. JA bedeutet im Kurs, NICHT NEIN. Du schaust die Ego-Verleugnung der Wahrheit an. Das ist das NEIN. Zu dieser Verleugnung sagst du: “Das will ich nicht mehr.” Das ist das NICHT. Dasselbe finden wir,wo der Kurs sagt: “Leugne die Verleugnung der Wahrheit”, dann ist damit gemeint, “Gib dein grausames Suchen nach Schuld auf!”

28. Schuld ist Selbsthass. Ich habe das Bedürfnis, meinen Selbsthass los zu werden. Deshalb sehe ich als Ego-Identifizierter, die Schuld in anderen und verurteile die Anderen für meine zu ihnen hin projizierte Schuld. Das ist absurd!

29. “Ein unvergebender Gedanke hält die Projektion aufrecht…” (Siehe Übungsbuch S. 402, 2.3 aber nur der Beginn des Satzes); denn wenn ich etwas oder jemanden verurteile, merke ich nicht, dass ich projiziere.

30. Der Entscheider schrieb EKIW. Der Entscheider diktierte ihn, schrieb ihn, tippte ihn. Der Entscheider kaufte das Buch, las es, stellte Fragen über den Kurs-Text. Alles geschieht im Entscheider. Auch die nicht-spezifische Liebe wird vom Entscheider in etwas Spezifisches übersetzt, das er verstehen kann, solange er noch glaubt, ein Körper zu sein. Der Entscheider übersetzt das nicht-spezifische Wesen der Liebe wie auch das nicht-spezifische Wesen der Schuld in eine Form, die er verstehen kann, solange er das “Kostüm” eines Individuums trägt, von dem wir meinen, wir seien es (Individuen). Unser Entscheider verwendet die Sühne (sie besagt, wir haben uns von Gott nie wirklich getrennt) und drückt die Sühne in einer Anzahl von Symbolen aus, die wir EKIW nennen, welcher uns durch ein Symbol gelehrt wird, das wir Jesus oder den Heiligen Geist nennen, weil wir glauben, getrennte Körper zu sein, die Hilfe brauchen.

31. Eine Erklärung, wie EKIW zustande kam: Helen Schucman, als ein getrennter Teil der Schöpfung (der Kurs nennt die EINE göttliche Schöpfung “Sohnschaft”), war fähig, sich vollkommen mit der Recht-Gesinntheit zu verbinden, ohne eine Spur von Falsch-Gesinntheit, d. h. ohne eine Spur von Ego-Denken. In diesem Zustand erfuhr sie die bedingungslose Liebe der Recht-Gesinntheit, die abstrakt ist und nicht-spezifisch. Helens spezifischer Geist “übersetzte” die bedingungslose Liebe in eine Reihe von Symbolen, die sie ohne Angst annehmen konnte. Die bedingungslose Liebe kann von einem Teil der Schöpfung (der Sohnschaft) ohne Angst akzeptiert werden. Da die Schreiberin sich als Helen erlebte und, da Jesus ein Symbol der perfekten Liebe für sie war, erfuhr sie Jesus als den, der ihr EKIW diktierte. Das ist zwar im Traum des Getrennt-seins wahr, was es aber nicht wirklich wahr macht. Es ist nur im Traum wahr. Anschließend an die Niederschrift des Kurses erschienen einige andere, getrennte Bruchstücke der Schöpfung (Menschen, die den Kurs verkaufsfertig machten). Diese Menschen trafen dieselbe recht-gesinnte Entscheidung, möglicherweise zwar nicht so ego-frei wie Helen war. Sie entschieden sich für dieselbe Berichtigung (das Einssein) anstatt für das Problem (das Getrennt-sein). Wir, die wir uns als geistig voneinander getrennt fühlen, benutzen die nicht-spezifische Berichtigung und “übersetzten” sie in eine spezifische Form eines Buches, womit unsere spezifische Persönlichkeit übereinstimmen kann. Das daraus entstandene Buch nennen wir Ein Kurs in Wundern.

32. Alles in der Welt ist eine Metapher, eine bildhafte Übertragung. Das ist auch der Kurs, der eine bildhafte Darstellung der Berichtigung unseres Ego-Denkens ist, und der uns zur Verbindung mit der Denkweise des Heiligen Geistes führt. Alles Spezifische ist dualistisch. EKIW beschreibt in metaphorischer Weise, d. h. in Konzepten die wir verstehen können, was in dem Geist tatsächlich geschah, dass wir alle getrennt sein wollen. Der Geist übersteigt das Denken des Menschen bei Weitem. (Klicke auf den Link für eine Wapnick-Erklärung des schwierigen Wortes „Geist“.)

33. Helen hatte die Fähigkeit, die nicht-spezifische Liebe anzunehmen. Daraus ging EKIW hervor, nicht etwa, dass sie den Kurs schrieb. Was es so schwierig macht, dies zu verstehen, ist der Umstand, dass wir als Körper versuchen, es zu verstehen. Aber du kannst das Wesen von EKIW als Körper nicht verstehen, denn in uns gibt es die sogenannten Schleier der Angst, die zuerst erkannt und vergeben werden müssen.

34. Wenn wir den Kurs studieren und seine Prinzipien anwenden, entdecken wir Dinge, von denen wir vorher nicht die geringste Ahnung hatten, bis wir erkannten, dass alles Licht ist, und Licht hat keine Form. Ähnlich ist es, wenn wir ein Stück aus der klassischen oder romantischen Musik mehrmals hören. Wir entdecken immer wieder Neues darin.

35. Der Kosmos ist ein riesiger Traum. In diesem Traum glaubt jeder, der Geist – der sich außerhalb von Zeit und Raum befindet – sei sein Träumer. Die Zeit verläuft nicht linear, sondern sie geschah in einem einzigen Moment. Doch in Wirklichkeit geschah Zeit überhaupt nie. (H.S. 5, 2.7-8) “Die Zeit ist eine Riesenillusion…” (Ü.S. 298, Lektion 158, 4.1 und 4.5)  Tatsache ist, dass wir als geistige Wesen andauernd in einer mentalen Welt existieren, die weder Zeit noch Raum kennt.

36. Was lernt, ist der Entscheider, der sich außerhalb von Raum und Zeit befindet. Der Entscheider ist völlig unberührt davon, was in der Welt geschieht, eigentlich, was in der Welt zu geschehen scheint. Der Entscheider lernt, dass wir einen Fehler gemacht haben, durch unseren Getrennt-sein-wollen. Der Entscheider glaubt zu Recht, dass es eine Berichtigung dieses Fehlers gibt.

37. Nicht das Gehirn lernt, sondern der Entscheider lernt, dass sich die Berichtigung des Fehlers im Geist befindet. Aber der Entscheider befindet sich außerhalb von Zeit und Raum. Er wird nicht beeinflusst durch das, was hier zu geschehen scheint. Der Körper und die Welt sind Auswirkungen des Geistes. Körper und Welt beeinflussen den Geist nicht, aber der Geist beeinflusst den Körper und die Welt.

38. Der Kurses will in uns das Gewahrsein wieder herzustellen, dass wir Entscheider sind und nicht Körper.

39. Worin besteht mein Fortschritt mit dem EKIW ? Wenn ich mich immer weniger aufrege und immer freundlicher werde, mit anderen sowie mit mir selbst. Lektion 5: “Ich rege mich nie aus dem Grund auf, den ich meine”, sondern ich rege mich stets auf, weil ich das Ego als meine Führung gewählt habe, anstelle des Heiligen Geistes. Mein Fortschritt mit EKIW besteht also darin, mich immer öfter mit dem Heiligen Geist zu verbinden.

40. Alle unsere Gefühle werden vom Ego verursacht. Sie sind nie, was sie zu sein scheinen. Gefühle von Schmerz, Erregung, Hunger etc., sind zwar sehr mächtig, aber sie sind immer Lügen. Schon Platon (428 v. Chr. – 348 v. Chr.) sagte: “Die Dinge sind nie, was sie zu sein scheinen.” Nichts macht so blind, wie das Wahrnehmen von Gefühlen. Gefühle kommen immer vom emotionalen oder vom physischen Körper. Das heißt nicht, ich solle den Schmerz verleugnen. Ich werde im Kurs aber aufgefordert, zu lernen, dass alle Gefühle auftreten, um mich im geistlosen Körper – weil der Mensch nicht merkt, dass er Geist ist, sondern meint, ein Körper zu sein – sowie der ebenso geistlosen Welt gefangen zu halten.

41. Wir lieben es, Körper zu sein, obwohl unsere Körper sehr anfällig sind. Warum lieben wir es, Körper zu sein? Weil wir große Angst davor haben, Geist zu sein, denn es gibt im Geist keine Persönlichkeit. Im Heiligen Augenblick gibt es keine Körper, weil der Heilige Augenblick eine geistige Verbindung des Entscheiders mit dem Heiligen Geist ist.

42. Der Entscheider enthält die Erinnerung, wer ich wahrheitsgemäß bin, nämlich reiner Geist. Um mich daran zu erinnern, dass ich reiner Geist bin, muss ich zuerst erkennen, einen gespaltenen Geist zu haben. Nur so durchbreche ich die Verleugnung der Tatsache, dass ich reiner Geist bin. Es ist mein geistiger Widerstand, der bewirkt, dass ich nicht erkenne, reiner Geist zu sein.

43. Warum haben wir Angst davor, zu erkennen, Geist, d. h., Sinn zu sein? Weil, wenn ich mich anders besinne, merken würde, dass ich Geist bin und nicht mehr die Person, die ich zu sein meinte. Wenn ich mich anders besinne, erwache ich aus dem Traum des Getrennt-seins. Dann verschwinde ich zusammen mit der Welt, im Nichts aus dem beide kamen.

44. In der Aussenwelt geschieht nichts aufgrund des Körpers oder der Naturgesetze. Wenn du meinst, hier geschehe etwas aufgrund des Körpers oder aufgrund der Welt, so ist es, weil dein Geist die Entscheidung getroffen hat, den Ego-Traum des Getrennt-seins zu träumen, worin die weltlichen Gesetze tatsächlich herrschen.

45. Lektion 136, 5.2 : “Du kannst dich wieder daran erinnern, Geist zu sein, vorausgesetzt, du bist willens, die Entscheidung für das Ego-Denken zu betrachten, die durch Vergessen doppelt abgeschirmt ist.”  Erklärung: Die eingebildete Schuld in mir, die eine Entscheidung ist, verhindert, dass ich mich für die Wahrheit entscheide. Meine Wahrnehmung der Aussenwelt verhindert, dass ich meine eigene – aber nur eingebildete – Schuld spüre.

Die erste Abschirmung (eigentlich, das erste Unkenntlich-machen) meiner Entscheidung für das Ego-Denken ist Schuld, also die Falsch-Gesinntheit. Sie lässt mich glauben, ich solle nie mehr nach innen schauen, wo Gott sich an meinem Getrennt-sein-wollen von ihm, rächen werde, indem er mich auslöscht.

Die zweite Abschirmung (eigentlich, das zweite Unkenntlich-machen) meiner Entscheidung für das Ego-Denken ist der Körper. Im Körper verbergen wir uns – als geistige Wesen – in der Welt. Der Körper lässt unseren Geist als unzugänglich erscheinen.

46. Wenn ich mich schuldig fühle, bin ich kein Entscheider mehr, denn es gibt keine Wahlmöglichkeit mehr zwischen Ego und Heiligem Geist. Dann spüre ich nur noch Schuld, Wut oder Verzweiflung, welche Auswirkungen des Ego-Denkens sind.

47. Was die Welt oder den Körper tatsächlich beeinflusst, ist die zeitlose, raumlose Welt des Geistes. Da es in Wirklichkeit die Zeit nicht gibt, entscheiden wir uns immer und immer wieder für’s Ego, für das Getrennt-sein-wollen, denn nur dadurch erleben wir die Zeit.

48. Unser Leiden lässt uns glauben, wir existieren als Körper, seien aber nicht schuldig, d. h. nicht verantwortlich für unsere missliche Lage. Das Ego lässt uns irrigerweise glauben, unsere missliche Lage sei besser als das Risiko, von Gott für unsere Trennung von ihm ausgelöscht zu werden.

 

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Die Entstehungsgeschichte

Die wahnsinnige Welt

Das 20-Minuten-Buch

Im Gespräch mit Kenneth Wapnick

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Was ist ein Wunder?

Was ist Bedeutung?

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Die Welt die du siehst ist ein äußeres Bild einer inneren Verfassung

Die Schöpfung und die vier Prinzipien Gottes

Reise durch den Hass zur Liebe

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Ich brauche nichts zu tun

Das Drehbuch ist geschrieben

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Begriffserklärungen zum Verständnis

Das Ende des Todes

Die Sühne für sich annehmen

Meditation