Tantra-Masturbation


Tantra-Masturbation

 

Bei der Tantra-Masturbation geht es darum, zu masturbieren ohne zum Orgasmus zu kommen, also darum, vororgasmisch zu bleiben. Das hilft, wieder mehr im Kontakt mit seinem Körper zu kommen und mehr präsent zu sein.
Es ist zunächst, sehr ungewohnt, nicht zu kommen, es wirkt in unserem Kultukreis wie nicht komplett oder unvollständig. Es erfordert darum, auch erst mal viel Disziplin, sich diese Methode zu erlernen.
Man sollte dabei keine Pornographie konsumieren oder entsprechende Phantasien im Geist haben, denn es geht darum, bei sich zu bleiben und dabei sich in seinen Körper einzutunen, und wirklich, die Empfindungen und Wahrnehmungen zu erlernen, die man hat, wenn man sich selbst berührt - ganz präsent im Hier und Jetzt, ohne eine Zielorientierung auf einen Orgasmus. Sie werden lernen, dass das einen großen Unterschied machen wird, im Gegensatz zur bisher gewohnten Weise zu masturbieren.
Es wird sich auch auf Ihren Alltag auswirken, denn Sie werden diese höhere Ebene von Energie auch während anderer Tätigkeiten spüren, beim einkaufen, beim kreativ sein, beim Essengehen, nur durch ihre Entscheidung, nicht zum Orgasmus zu kommen.


Tantra-Masturbation im Vergleich zur stereotypen Masturbationspraxis

Bei der üblichen Art, in der wir angefangen haben zu masturbieren, weil wir keine sexuelle Erziehung hatten, geht es nur ums nehmen, darum spricht u. a. die Bibel hier von Sünde. Nun, Selbstliebe ist keine Sünde, aber bei dieser Art von Masturbation, in der es nur ums nehmen geht, kann man durchaus von Sünde reden, denn man nimmt nur von selbst. Der Körper ist dabei immer wieder gezwungen, ins Zulassen zu gehen, und man fühlt sich mit der Zeit wie ein Fußabtreter mit entsprechendem Selbstwertgefühl. Der Körper muss es erlauben, er hat keine Stimme, alles was er machen kann, ist gefühllos werden, Dysfunktionen entwickeln oder auch zu schnell kommen. Das geschieht alles, weil zuviel Erlauben geschieht, weil es nicht das ist, was der Körper wirklich will. Man wird dabei ausgelaugt, die Energie geht geht also runter: Sie haben weniger und weniger Selbstwertgefühl, weil wir mehr und mehr ein Türabtreter werden. Von der anderen aktiven Seite her gesehen ist es ein Stehlen, ein Vergewaltigen, um diesen Chemie-Cocktail von Oxytocin, Endorphinen usw., oft als Quickfix für zuviel Angst, Langeweile, Druck etc. zu bekommen. Das hält uns in der Spirale von Nicht-gut-genug-, schuldig und nicht liebenswert fühlen
Bei der Tantra-Masturbation ändern Sie diese Dynamik: Sie entscheiden bewusst zu geben, während der Körper empfängt. Sie empfangen mehr und mehr Präsenz, mehr Liebe, mehr Freundlichkeit, mehr Vergnügen. Das wird uns nähren, und das erlaubt uns, unsere Schwingung anzuheben. Sie werden sich ausweiten, Sie werden wachsen und werden freudiger, nähern sich mehr der Liebe.

Empfangen vs. zulassen müssen

Was geschieht beim Empfangen, z. B. wenn Sie auf der Massage-Liege liegen, Sie entspannen sich, Sie lassen los, Sie atmen tief in Ihrem Bauch und all die Anspannung kann von dir fließen, und was ist das große Problem in unsere Gesellschaft bei all den Krankheiten? Es ist Stress!
Wenn wir zum Zulassen gezwungen werden, schützen wir uns, ziehen wir uns zusammen, versteifen, spannen an, halten den Atem, atmen in der Brust, bereit zu kämpfen oder zu fliehen, und das ist auch, was mit vielen Leuten geschieht. Ihr ganzer Körper kann nicht mehr arbeiten mit der sexuellen Energie, sie versteifen immer mehr, ziehen sich zusammen, und also müssen wir tatsächlich lernen zu geben und zu empfangen, und dann können wir uns wieder öffnen; und wann das Sich-Öffnen geschieht, kommt wieder mehr Freude durch und alle anderen Dinge gelingen so viel besser.

 

Geben und Empfangen-Kreislauf

 


Übung:

Die Zählmethode – Wie man vororgasmisch bleibt

Quelle: https://www.fyue.de/

Frage: Danke für Deine großartigen Lektionen hier und auch drüben in den Haupt-Lektionen. Du hast aus mir eine Gläubige gemacht. Gut, ich übe noch. Ich bin nämlich eine jener, die auf den Orgasmus fixiert sind. Ich weiß nicht, ob Fixierung das richtige Wort ist. Ich mache halt immer weiter, weißt Du, und weiß nicht, wie ich vor dem Orgasmus anhalten kann, obwohl ich das will und weiß, dass das der Weg ist. Ich habe meinen Freund dazu gebracht, die Lektionen zu lesen, so hoffe ich, dass er mir etwas helfen kann. Sogar beim Masturbieren (das mach ich sehr viel) kann ich auch nicht aufhören. Es ist, als sei ich ein führerloser Zug und ich kann nicht anhalten, bis ich über die Klippen gestürzt bin. Ich fahre und fahre und wie halte ich an? Also, ich mag auch manchmal den Vibrator und ich weiß auch da nicht, wie ich vor dem Orgasmus anhalten soll. Soll ich das mit dem Vibrator sein lassen? Vor kurzem habe ich mit Siddhasana begonnen und habe etwas Erfolg damit, während der Meditation erregt und vororgasmisch zu bleiben. Aber ich masturbiere auch manchmal dabei und ich fühle mich schuldig. Es scheint, als läge die einzige Zeit, in der mein Körper anhalten will, nach dem großen Schauer, und dann ist es zu spät. Hilfe!

Antwort: Du besitzt den wichtigsten Bestandteil für einen Erfolg – das Verlangen. Damit meine ich nicht sexuelles Verlangen, wovon Du auch genügend hast, und das kannst Du auch zu Deinem Vorteil nutzen. Alles Verlangen (das sexuelle eingeschlossen) kann zu einem hohen spirituellen Zweck umgewandelt werden. Du bist gerade dabei, damit zu beginnen. Das ist Bhakti.

Du findest in Deiner Leidenschaft dieses überaus wichtige Verlangen, das zu tun, was nötig ist, damit Du mit Deiner sexuellen Energie im Inneren höher steigen kannst – d.h. vororgasmisch für ausgedehntere Perioden erregt zu bleiben. Dies ist die Bedingung für die Bewahrung und Kultivierung sexueller Energie. Das ist Brahmacharya.

Du weißt aus früheren Lektionen hier, dass sich sogar die ekstatischen Nonnen für Gott über Monate und Jahre zu diesem Zweck erregt gehalten haben.

Für uns Normalsterbliche, die wir den reproduktiven Sex noch nicht aufgegeben haben, ergibt sich die Frage, wie wir vor-orgasmisch bleiben, wenn uns die Götter der Fortpflanzung gnadenlos dorthin drängen? Bisher kennen wir die Prinzipien der Bewahrung und Kultivierung sexueller Energie. Aber wie verbessern wir unsere Fähigkeit, diese Prinzipien in die Praxis umzusetzen? Es gibt eine weitere Technik, die wir anwenden können und die uns garantiert vor dem Orgasmus anhalten lässt. Und ich meine damit nicht, wir sollten eine Stange Dynamit neben unserem Bett zur Detonation bringen, bevor wir die Grenze überschreiten. Das würde vielleicht gar nicht funktionieren.

Wir können alle zählen, oder? Dies wird die Zählmethode genannt. Wie unsexy kannst Du werden? Die bloße Erwähnung von Zählen törnt schon ab. Was sollen wir zählen? Schäflein?

Nein, wir zählen „Streicheleinheiten“. „Streicheleinheiten?", sagst du. Ja, all die Dinge, die uns zum Orgasmus bringen. Nimm einmal an, Du bist allein und masturbierst. Wie viele „Streicheleinheiten“ brauchst Du dafür? 20? 50? 100? 500? Das zählst Du wahrscheinlich nie. Wer macht das überhaupt? Doch jetzt führen wir etwas Zählen ein, zumindest so lange, bis wir ein wenig Disziplin vor dem Orgasmus erreicht haben. Und das Zählen kann da sehr viel helfen, weil es uns daran gewöhnt, mit der Stimulation vor dem Orgasmus aufzuhören. Das ist alles, was nötig ist, wie Du weißt. Sich nur etwas damit anfreunden, wie es ist, wenn man vor dem Orgasmus anhält. Das ist nicht das Ende der Welt, sondern der Beginn einer neuen Welt.

Wenn Du also masturbierst, streichle Dich ein bisschen, bis es beginnt Dich zu erregen. Du weißt, wann dieser Zug beginnt an Fahrt zu gewinnen und dabei ist davonzulaufen. Dann zähle zehn „Streicheleinheiten“ und warte für ungefähr fünfzehn Sekunden. Oder halte eine halbe Minute oder länger inne, wenn Du willst. Sind zehn Streicheleinheiten zu viel, begnüge Dich mit fünf und höre dann auf. Sind zehn zu wenig, versuch es mit fünfzehn oder zwanzig Mal Streicheln und halte an. Du solltest jedoch nicht in die Nähe des Orgasmus kommen. Auch nicht darüber hinaus. Nutze die Zählmethode, damit Du Dir etwas Spielraum verschaffst. Erlaube Dir, mit dem Bereich vor dem Orgasmus vertraut zu werden. Dazu ist die Zählmethode da. Machst Du das so, kultivierst Du die sexuelle Essenz höher in Deinem Nervensystem nach oben. Hast Du das eine Zeitlang gemacht, wirst Du fühlen, wie Du ein Reich friedvoller Ekstase betrittst. Gehe dahin; bleibe dort für geraume Zeit. Je länger Du dort bleibst, desto mehr wird Dein Nervensystem in ein reines Vehikel für spirituelle Erfahrungen umgewandelt.

Tantra Siddhasana
Zählmethode: Genital 10 mal stimulieren, dann eine Pause, bei der man bis 15 zählt, wieder 10 mal stimulieren usw.
Das Anhalten mit Hilfe des Zählens ist eine regulierte Version der Rückhaltemethode, die in diesem Fall bei der Masturbation eingesetzt wird. Mach nur weiter damit. Bringt Dich das Zählen bis zehn mit den anschließenden fünfzehn Sekunden Pause von Deiner Erregung weg, dann erhöhe es auf 15-mal Streicheln. Näherst Du Dich mit jedem Zählen dem Orgasmus mehr, dann verringere die Anzahl ein wenig. Die Idee dabei ist, einen Gleichgewichtspunkt der Erregung vor dem Orgasmus zu finden, der erotisch angenehm ist, und dann mit dem Streicheln weiterzumachen und mit Nutzung der Zählmethode die Rückhaltung immer wieder anzuwenden. Versuch das einmal für 30 Minuten aufrecht zu halten. Das ist eine gute Übung für die Rückhaltung, und Du wirst bemerken, dass viel Energie nach oben steigt und dass Du in den friedvollen ekstatischen Zustand übergehst, der oben erwähnt wurde. Am wichtigsten dabei ist, dass Du die Gewohnheit entwickelst zu wissen, wie die Stimulation vor dem Orgasmus gestoppt werden muss, damit Du Dich dabei wohl fühlst, weil Du den Frieden und die Ekstase findest, die darin aufsteigen. Dadurch bekommst Du diesen führerlosen Zug unter Kontrolle. Das ist eine neue und wundervolle Art der Stimulierung und Befriedigung, die wir entwickeln. Sowohl Männer als auch Frauen können die Zählmethode beim Masturbieren mit guten Ergebnissen anwenden.

Auch beim Üben mit einem Partner kann der Mann, falls er Schwierigkeiten mit der Rückhaltemethode hat, die Stöße zählen, um so die Gewohnheit zu entwickeln, vor dem Orgasmus zu bleiben. Natürlich steht ihm auch noch das Blockieren zur Verfügung. Die Zählmethode ist beim Sexualakt mit einem Partner die gleiche wie bei der Autoerotik – mit Ausnahme, dass eben statt einer zwei Personen daran beteiligt sind. Es werden also statt nur einer zwei sexuelle Energien im Vorfeld des Orgasmus kultiviert. Dadurch ist es stimulierender und mithin auch etwas komplizierter. Es erfordert eine Zusammenarbeit, wie in früheren Lektionen erörtert. Hier ist es dann für Euch beide von Vorteil, dass Dein Freund die Lektionen auch liest. Zwischenzeitlich kannst Du für Dich selbst üben, und das wird Dir sehr dabei helfen, Dich dem Sexualverkehr auf tantrische Art anzunähern. All unser Fortschritt durch das Üben für uns alleine ist direkt für unseren Verkehr mit dem Partner nutzbar. Macht Dein Freund Fortschritte in der Kontrolle über seine Ejakulation, kannst Du auch üben, wenn Du Dich oben befindest. Ist es einmal so weit, wirst Du aber wahrscheinlich beim tantrischen Sex das Zählen nicht mehr brauchen und ihr werdet beide in den höheren Regionen Eures Nervensystems Sex haben. Bis dahin wirst Du auch wissen, wie Du es erreichst, durch eine gut entwickelte Gewohnheit vor dem Orgasmus stehen zu bleiben und die Himmelsleiter gemächlich hochzusteigen.

Tantra Siddhasana
Siddhasana: Lege den linken Fuß so, dass die Ferse auf das Perineum drückt (zwischen Genitalien und Anus). Dann hebe den rechten Fuß so über den linken Fußknöchel, dass die rechte Ferse gegen das linke Schambein drückt. Die Fußsohle des rechten Fußes liegt zwischen Oberschenkel und Wade des linken Beines. (Variation: Du legst den rechten Fuß auf den linken Oberschenkel). Ausführliche Anleitung hier.
Das Zählen ist ein gutes Hilfsmittel für die Entwicklung der Gewohnheit vororgasmisch zu bleiben. Es ist ebenso eine Hilfe, sehr befriedigt zu werden, wenn man in der ganzen sitzenden Praxis erregt und vororgasmisch in Siddhasana sitzt. Wie Du feststellen wirst, ist natürlich Siddhasana selbst ein gutes unabhängiges Training dafür. Es ist in Ordnung, wenn Du in Siddhasana manchmal bis zur Masturbation kommst. Mach Dir deswegen keine Sorgen. Das ist eine normale Übergangserscheinung, der jeder auf die eine oder andere Weise bei der Aneignung von Siddhasana unterworfen ist. Die Masturbation in Siddhasana wird mit dem Fortschritt der Erfahrungen stufenweise weniger. Mit der Zeit wirst Du entdecken, dass das Gleiten in Siddhasana und darin die ganze Zeit vor-orgasmisch die sitzenden Übungen zu machen, auf ganzer Breite und in jedem Aspekt genauso befriedigend ist wie ein guter Sex. In Wirklichkeit ist das sogar sehr viel befriedigender, weil es dabei kein Enttäuschen gibt – keine Klippe, es geht immer höher und höher. Es ist eine während des ganzen Pranayama, der Meditation und darüber hinaus auftretende unendliche ganzkörper-ekstatische Glückseligkeit, ein wiedergeborener Orgasmus. Erreichen die Erfahrungen diese Höhe, besteht keine Notwendigkeit, den Sex aufzugeben. Die Prinzipien der Bewahrung und Kultivierung können mit guten Ergebnissen in beiden Arten der Betätigung angewandt werden.

Auch mit Deinem Vibrator kannst du die Zählmethode anwenden, selbst wenn du dabei keine Streicheleinheiten zählen kannst, weil Du ihn in einer mehr oder weniger unbeweglichen Position hältst. Zähle in diesem Fall einfach mit Deiner inneren Uhr die Sekunden und beende die Stimulation mit dem Vibrator nach der festgesetzten Zahl. Möglicherweise merkst Du, dass es nötig ist, die Zählzahl tiefer anzusetzen, um mit dem Vibrator vor dem Orgasmus zu bleiben, weil er zu mehr Stimulation führt. Hast Du den Zug also einmal in Bewegung gesetzt, zählst du vielleicht nur noch bis fünf und hörst dann auf, anstatt der zehn oder mehr, wenn Du nur mit den Fingern streichelst. Das kann einfach so geschehen, und es entsteht auf diese Weise kein Problem durch die Nutzung eines Vibrators oder eines anderen Hilfsmittels, falls Du dazu neigst. Das Wichtigste dabei ist zu wissen, wie man zur Bewahrung und Kultivierung sexueller Energie anhält, und die Zählmethode leistet das für Dich, wenn Du weise genug bist, Deine richtige Zahl für das Zählen zu wählen.

Du bist eine Tantra-Göttin im Werden. Im Nu wirst Du Deinen Liebhaber und Dich selbst zu neuen Höhen ekstatischer Glückseligkeit im Inneren führen. All das hilft Dir, Deine sitzende Übung sehr angenehm werden zu lassen und Deine täglichen Aktivitäten mit zunehmender Ekstase zu durchdringen.

Der Guru ist in Dir.