Der Kriya Yoga

Hier findet ihr nun alle möglichen Informationen des weiten Gebietes des Kriya Yogas, von verschiedenen altertümlichen und modernen traditionellen Quellen zusammengetragen mit dem Ziel, einen Überbick zu verschaffen, über diese alte und universelle Lehre des Kriya Yogas.


Kriya allgemein:

Die Wissenschaft des Kriya Yoga - von Paramhansa Yogananda
Die Methoden des Kriya Yoga - Studie der Kriya Sangha
Die Tradition des Kriya Yoga
Vorbereitende Techniken für den Kriya Yoga
Patanjali's Yoga Sutras
 

 

 

Die Wissenschaft des KRIYA-YOGA

Aufgrund bestimmter, seit alters bestehender Yogavorschriften kann ich den Kriya-Yoga in diesem für eine weite Leserschaft bestimmten Buch nicht in allen Einzelheiten erklären. Die eigentliche Technik wird von einem bevollmächtigten Kriyaban (Kriya-Yogi) gelehrt. Hier soll ein umfassender Überblick genügen.
Kriya-Yoga ist eine einfache, psychophysische Methode, mit deren Hilfe dem menschlichen Blut Kohlendioxyd entzogen und Sauerstoff zugeführt wird. Diese zusätzlichen Sauerstoffatome werden in einen "Lebensstrom" verwandelt, der das Gehirn und die Rückenmarkszentren neu belebe. Dadurch, daß der Yogi die Anhäufung venösen Blutes verhindert, kann er den Verfall der Zellen reduzieren oder sogar aufheben. Ein fortgeschrittener Yogi verwandelt seine Körperzellen in reine Energie. Elias, Jesus, Kabir und andere Propheten der Vergangenheit waren Meister im Kriya oder in einer ähnlichen Technik, die es ihnen ermöglichte, ihren Körper beliebig zu materialisieren oder zu entmaterialisieren.
Kriya ist eine uralte Wissenschaft, die Lahiri Mahasaya von seinem großen Guru Babaji empfing. Dieser hatte die im Dunklen Zeitalter verlorengegangene Technik wiederentdeckt, neu erklärt und ihr die einfache Bezeichnung Kriya-Yoga gegeben.
«Der Kriya-Yoga, den ich der Welt in diesem I9. Jahrhundert durch dich übergebe», sagte BaLaji zu Lahiri Mahasaya, ist eine Wiederbelebung derselben Wissenschaft, die Krishna vor mehreren Jahrtausenden Arjuna vermittelte und die später auch Patanjali und Christus sowie Johannes, Paulus und anderen Jüngern bekannt wurde.»
Der Kriya-Yoga wird von Krishna, dem größten Propheten Indiens, zweimal in der Bhagavad-Gita erwähnt. Ein Vers lautet wie folgt: «Indem der Yogi die Einatmung der Ausatmung und die Ausatmung der Einatmung darbringt, hebt er sie beide auf; damit befreit er das Prana vom Herzen und gewinnt Herrschaft über seine Lebenskraft.". Diese Worte sind so zu verstehen: «Der Yogi hält den Verfall seines Körpers auf, indem er sich durch Beruhigung der Lungen- und Herztätigkeit einen zusätzlichen Vorrat an Prana (Lebenskraft) verschafft. Außerdem wirkt er den wachstumsbedingten Veränderungen im Körper durch Beherrschung des Apana (ausscheidenden Stromes) entgegen. Indem der Yogi auf diese Weise Verfall und Wachstum neutralisiert, erlangt er Herrschaft über seine Lebenskraft.»
Ein anderer Gita-Vers lautet: «Wer der Meditation kundig ist (der Muni), wer das höchste Ziel verfolgt und sich von allen äußeren Erscheinungen abkehrt, indem er den Blick auf die Stelle zwischen den Augenbrauen richtet und die gleichmäßigen Ströme des Prana und Apana (die) innerhalb der Nase und der Lunge (fließen) neutralisiert, wer sein Sinnesbewußtsein und seine Geisteskräfte beherrscht und Begierde, Furcht und Zorn überwindet, erlangt ewige Freiheit."
Außerdem berichtet Krishna, daß er es war, der (in einer früheren Inkarnation) die zeitlose Yoga-Technik Vivasvat, einem erleuchteten Seher des Altertums, übermittelte, der sie an Manu, den großen Gesetzgeber, weitergab. Dieser lehrte sie seinerseits Ikshvaku, den Begründer der indischen Krieger- und Sonnendynastie. So wurde der königliche Yoga von einer Generation an die andere weitergegeben und von den Rishis bis zum Beginn des materialistischen Zeitalters bewahrt. Von da ab jedoch wurde die heilige Lehre immer unzugänglicher, was einerseits an der zunehmenden Gleichgültigkeit der Menschen lag und andererseits durch die Tatsache bedingt war, daß die Priester diese Technik geheim zu halten begannen
Der Kriya-Yoga wird zweimal von dem ehrwürdigen Weisen Patanjali, dem hervorragendsten Yogainterpreten, erwähnt, der folgendes schreibt: «Der Kriya-Yoga besteht aus der Disziplinierung des Körpers, Herrschaft über die Gedanken und Meditation über OM. » Patanjali spricht von OM als dem Gott offenbarenden Wort, das man in der Meditation hören kann. OM ist das Schöpferwort, das Summen des kosmischen Motors, der Zeuge der Göttlichen Gegenwart. Selbst der Anfänger im Yoga kann in seinem Inneren bald den wundersamen Laut OM erklingen hören und gewinnt aufgrund dieses freudigen geistigen Erlebnisses die Überzeugung, mit übernatürlichen Bereichen in Verbindung zu stehen.

Ein andermal erwähnt Patanjali die Kriya-Technik (Herrschaft über die Lebenskraft) wie folgt: «Befreiung kann durch jenes Pranayama erlangt werden, in dem man den Fluß der Einatmung vom Fluß der Ausatmung trennt.» Auch dem Apostel Paulus war der Kriya-Yoga oder eine ähnliche Technik bekannt, mit deren Hilfe er die Lebensströme in den Sinnesorganen beliebig an- oder abschalten konnte. Deshalb behauptete er: "Bei unserm Ruhm, den ich habe in Christo Jesu, unserm Herrn, ich sterbe täglich.». Aufgrund dieser Methode, welche die ganze Lebenskraft des Körpers (die gewöhnlich nach außen auf die Sinnenwelt gerichtet ist und ihr somit eine scheinbare Gültigkeit verleiht) nach innen lenkt, erlebte Paulus täglich die wahre Yogavereinigung mit dem «Ruhm» (der Glückseligkeit) des Christusbewußtseins. In diesem glückseligen Zustand fühlte er, daß er in der Welt der Sinnestäuschungen (Maya) abgestorben», das heißt ihrer ledig geworden war.
In den anfänglichen Stadien der Gottvereinigung (SavikalpaSamadhi) verschmilzt das Bewußtsein des Meditierenden mit dem Kosmischen GEIST; seine Lebenskraft wird vom Körper zurückgezogen, der «tot», das heißt starr und leblos, erscheint. Dabei ist sich der Yogi der aufgehobenen Lebenstätigkeit seines Körpers vollkommen bewußt. Wenn er jedoch höhere geistige Bewußtseinsstadien erreicht (Nirvikalpa-Samadhi), ist er auch im normalen Wachzustand, ja, selbst bei intensiver weltlicher Tätigkeit, mit Gott verbunden, ohne daß der Körper dabei erstarrt.

«Mit Hilfe des Kriya-Yoga kann die menschliche Entwicklung erheblich beschleunigt werden», erklärte Sri Yukteswar seinen Schülern. «Die Yogis des Altertums entdeckten, daß der Schlüssel zum Kosmischen Bewußtsein hauptsächlich in der Herrschaft über den Atem liegt. Hierin besteht Indiens einzigartiger und zeitloser Beitrag zum Wissensschatz der Welt. Die Lebenskraft, die gewöhnlich durch die Herztätigkeit verausgabt wird, muß mit Hilfe einer atemberuhigenden Methode für höhere Funktionen frei gemacht werden.
Der Kriya- Yogi lernt, seine Lebenskraft geistig in einem Bogen um die sechs Rückenmarkszentren auf- und abwärts kreisen zu lassen (das Mark-, Nacken-, Herz-, Lenden-, Kreuzbein- und Steißbeinzentrum), die den zwölf astralen Tierkreiszeichen, das heißt dem symbolischen Kosmischen Menschen, entsprechen. Diese eine halbe Minute lang um das empfindsame Rückenmark des Menschen fließende Energie bewirkt einen subtilen Fortschritt in seiner Evolution; denn eine halbe Minute Kriya entspricht einem Jahr natürlicher geistiger Entwicklung.
Das astrale Nervensystem des Menschen mit seinen sechs (durch Polarität zwölf) inneren Konstellationen, die um die Sonne des allwissenden geistigen Auges kreisen, steht in Wechselbeziehung zur physischen Sonne und den zwölf Tierkreiszeichen. Alle Menschen unterliegen daher dem Einfluß eines inneren und eines äußeren Universums. Die alten Rishis entdeckten, daß der Mensch sowohl durch seine irdische als auch durch seine himmlische Umgebung in einer Reihe von Zwölf-Jahres-Zyklen auf dem natürlichen Entwicklungsweg vorangetrieben wird. Den heiligen Schriften zufolge benötigt der Mensch normalerweise eine Million Jahre krankheitsfreier Entwicklung, um sein menschliches Gehirn zu vervollkommnen und in das Kosmische Bewußtsein einzugehen.
Tausend in achteinhalb Stunden geübte Kriyas ermöglichen es dem Yogi, an einem einzigen Tag den gleichen Fortschritt zu erzielen, für den er auf dem natürlichen Entwicklungsweg tausend Jahre gebraucht hätte; mit anderen Worten: 365.000 Jahre geistiger Entwicklung in einem Jahr. In drei Jahren kann der Kriya-Yogi daher durch anhaltende geistige Bemühungen dasselbe Ergebnis erzielen, wozu die Natur eine Million Jahre benötigt. Dieser abgekürzte Kriya-Weg kann selbstverständlich nur von hoch entwickelten Yogis beschritten werden, die ihren Körper und ihr Gehirn unter der Führung eines Gurus sorgfältig vorbereitet haben und somit der Energie, die durch ein derartig intensives Üben erzeugt wird, standhalten können.

Der Anfänger im Kriya übt seine Yogatechnik morgens und abends nur I4- bis 24mal. Eine Anzahl von Yogis erreicht ihre Befreiung nach 6, 12, 24 oder 48 Jahren. Wenn ein Yogi stirbt, bevor er höchste Verwirklichung erreicht hat, strebt er aufgrund seines guten Karmas (das er durch gewissenhaftes Üben des Kriya erworben hat) im nächsten Leben ganz von selbst wieder dem höchsten Ziel entgegen.
Der Körper des Durchschnittsmenschen kann mit einer 60-Watt Birne verglichen werden, die nicht auf eine Stromstärke von Milliarden Watt, wie sie bei einem übermäßigen Kriya-Üben erzeugt würde, eingestellt ist. Wenn dagegen die einfachen und absolut ungefährlichen Kriya-Übungen allmählich und regelmäßig gesteigert werden, finden täglich astrale Veränderungen im menschlichen Körper statt, bis dieser schließlich die unbegrenzte kosmische Energie - die erste physische Ausdrucksform des GEISTES - zu offenbaren vermag.
Kriya-Yoga hat nichts mit den unwissenschaftlichen Atemübungen gemein, die von einer Anzahl irregeleiteter Fanatiker gelehrt werden. Jeder Versuch, den Atem gewaltsam in der Lunge zurückzuhalten, ist unnatürlich und ausgesprochen unangenehm. Den Kriya dagegen begleitet von Anfang an ein Gefühl des Friedens und eine angenehme, belebende Empfindung in der Wirbelsäule.
Durch diese von alters her überlieferte Yoga-Technik wird der Atem in Geiststoff verwandelt. Bei höherer geistiger Entwicklung kann man den Atem als einen rein geistigen Vorgang oder eine geistige Vorstellung, das heißt als «Traum-Atem», erkennen.
Viele Beispiele für die mathematische Beziehung zwischen der Atemgeschwindigkeit und den unterschiedlichen menschlichen Bewußtseinsstadien könnten hier angeführt werden. Wer sich tief auf etwas konzentriert, wer zum Beispiel einer anstrengenden geistigen Debatte folgt oder ein schwieriges körperliches Kunststück versucht, wird ganz automatisch viel langsamer atmen. Anhaltende Aufmerksamkeit ist immer von verlangsamter Atmung abhängig. Dagegen ist schnelles oder unregelmäßiges Atmen ein untrügliches Zeichen schädlicher Gemütsbewegungen wie Furcht, Wollust oder Zorn. Der ruhelose Affe atmet 32mal in der Minute, der Durchschnittsmensch jedoch nur 18mal. Die Atemgeschwindigkeit des Elefanten, der Schildkröte, der Schlange und anderer für ihre Langlebigkeit bekannter Tiere liegt noch unter der des Menschen. Die Riesenschildkröte, die ein Alter von 3oo Jahren erreichen kann, atmet nur 4mal in der Minute.

Die verjüngende Wirkung des Schlafs beruht darauf, daß der Mensch seinen Körper und seinen Atem vorübergehend vergißt. Der Schlafende wird also zu einem Yogi und vollzieht jede Nacht unbewußt einen Yoga-Ritus, wobei er sich von jeder Identifizierung mit dem Körper frei macht und seine Lebenskraft in die heilenden Ströme der Haupthirnregion und ihrer sechs Nebendynamos, der Rückenmarkszentren, führt. Auf diese Weise wird der Schlafende, ohne daß er es weiß, von der lebensspendenden kosmischen Energie aufgeladen.
Der «freiwillige» Yogi hingegen wendet voll bewußt (und nicht unbewußt wie der Schläfer) ein einfaches und natürliches Verfahren an. Wenn der Kriya-Yogi seine Technik übt, erfüllt er all seine Körperzellen mit unvergänglichem Licht und erhält sie dadurch in einem geistig magnetisierten Zustand. Er macht also mit einer wissenschaftlichen Methode das Atmen überflüssig, ohne daß er während des Übens in einen passiven Zustand (Schlaf, Unterbewußtsein oder Tod) eingeht.
In Menschen, die unter dem Einfluß der Maya (der Naturgesetze) stehen, fließt die Lebenskraft nach außen und wird durch die Sinne vergeudet und mißbraucht. Beim Üben des Kriya aber fließen die Lebensströme in umgekehrter Richtung, das heißt, die Lebenskraft wird auf geistigem Wege zum inneren Kosmos gelenkt, wo sie sich mit den feinen Energien der Wirbelsäule verbindet. Derart verstärkt, wirkt sie wie ein geistiges Elixier, das die Körper- und Gehirnzellen des Yogis neu belebt.
Menschen, die sich nur von der im All wirkenden natürlichen Kraft führen lassen, werden nach einer Million Jahren Selbstverwirklichung erlangen, wenn sie sich richtig ernähren, genug Sonnenlicht aufnehmen und harmonische Gedanken hegen. Man braucht zwölf Jahre, um nur die geringste Verfeinerung in der Gehirnstruktur zu bewirken, und eine Million Sonnenjahre, um das Gehirn so weit zu veredeln, daß es Kosmisches Bewußtsein auszudrücken vermag. Ein Kriya-Yogi jedoch, der eine wissenschaftliche geistige Technik übt, braucht sich nicht mehr für derart lange Zeit den Naturgesetzen zu unterwerfen.

Der Atem ist das Band, das die Seele an den Körper fesselt; Kriya aber durchtrennt dieses Band und bewirkt somit eine Verlängerung des Lebens und eine unendliche Erweiterung des Bewußtseins. Das ständige «Tauziehen», das zwischen dem Geist und den körperverhafteten Sinnen stattfindet, kann durch Anwendung der Yoga Technik beendet werden. Dann ist der Gottsucher endlich frei und kann das Erbe seines ewigen Reiches antreten. Dann weiß er, daß sein wahres Selbst weder an die körperliche Hülle noch an den Atem - Sinnbild seiner Versklavung durch den Sauerstoff und die natürlichen Triebe - gebunden ist. Hat der Kriya-Yogi einmal Herrschaft über Körper und Geist erlangt, siegt er schließlich auch über seinen «letzten Feind», den Tod. Du lebst vom Tod so, wie vom Menschen er, Und wenn der Tod stirbt, gibt's kein Sterben mehr.

Innenschau oder «schweigendes Stillsitzen" sind unwissenschaftliche Methoden, mit denen man versucht, den Geist von den Sinnen (mit denen er durch die Lebenskraft verknüpft ist) zu lösen. Denn der kontemplative Geist, der sich bemüht, zu Gott zurückzukehren, wird durch die Lebenskraft ständig wieder zu den Sinnen hingezogen. Das einfachste, wirkungsvollste und wissenschaftlichste Mittel, sich dem Unendlichen zu nähern, ist der Kriya, der durch seine direkte Einwirkung auf die Lebenskraft auch Herrschaft über den Geist ausübt. Im Vergleich zu dem langsamen, unsicheren «Ochsenkarren" der Theologie kann der Kriya-Yoga mit Recht als der «Flugweg» zu Gott bezeichnet werden.

Die Yogawissenschaft beruht auf einer Anzahl erprobter Konzentrations- und Meditationsmethoden, mit deren Hilfe man den Strom der Lebenskraft willkürlich in die fünf «Sinnestelephone» (Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack und Tastsinn) leiten und ihn wieder von ihnen zurückziehen kann. Wenn der Yogi seine Sinne derart «an- und abschalten» kann, ist er auch in der Lage, sich nach Belieben auf die göttlichen Sphären oder auf die irdische Welt einzustellen; das heißt, er kann nicht mehr gegen seinen Willen in den Bereich sinnlicher Empfindungen und ruheloser Gedanken zurückgezogen werden.
Das Leben eines fortgeschrittenen Kriya- Yogis wird nicht von den Auswirkungen seiner früheren Taten, sondern nur noch von der Seele regiert. Ihm genügt es nicht, lediglich aus den Folgen seiner guten und bösen Taten zu lernen und sich dadurch allmählich höherzuentwickeln; denn ein solches Schneckentempo ist dem Adlerflug seines Geistes nicht angemessen.
Dank seinem geistigen Lebenswandel vermag der Yogi aus dem Kerker seines eigenen Ichs hinauszutreten und die reine Luft der Allgegenwart zu atmen. Damit verglichen ist das «natürliche Leben. ein Sklavendasein, in dem die Entwicklung beschämend langsam voranschleicht. Wer sich nur auf den normalen Evolutionsvorgang verläßt, kann von der Natur keine Eile verlangen. Selbst wenn er nie gegen irgendein physisches oder geistiges Gesetz verstößt, muß er sich dennoch eine Million Jahre immer wieder in neue Körper kleiden, bis er seine endgültige Befreiung erlangt.

Die weitsichtigen Yogamethoden, die einem dazu verhelfen, sich weder mit seinem Körper noch mit seinem Geist, sondern nur noch mit seiner Seele zu identifizieren, sind daher all denen zu empfehlen, die sich gegen die tausend und abertausend Jahre auflehnen. Und diese Zeitspanne verlängert sich noch für den Durchschnittsmenschen, der nicht einmal mit der Natur, geschweige denn mit seiner Seele in Einklang ist, sondern ein naturwidriges Leben führt und den physischen und geistigen Gesetzen zuwiderhandelt. Ihm genügen kaum zwei Millionen Jahre für die Befreiung.
Primitive Menschen erkennen selten oder nie, daß ihr Körper ein Königreich ist, das von der Seele regiert wird; sie wissen nicht, daß die Seele auf dem Thron des Großhirns sitzt und über sechs Hilfsregenten in den Rückenmarkszentren (Bewußtseinssphären) befiehlt. Diese Theokratie herrscht über eine Menge gehorsamer Untertanen: 27 Billionen Zellen (die mit einer untrüglichen, wenn auch scheinbar «bloß» automatischen Intelligenz begabt sind und das Wachstum, den Stoffwechsel und den Zerfall im Körper bewirken) und 50 Millionen primäre Gedanken, Gemütsbewegungen und wechselnde Bewußtseinsphasen bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 60 Jahren.
Jede sichtbare Auflehnung des Körpers oder Geistes gegen die Regentin Seele in Form von Krankheit oder Unvernunft kann nicht etwa den treuen Untertanen zur Last gelegt werden, sondern nur dem Menschen selbst, der jetzt oder früher keinen richtigen Gebrauch von seiner Individualität, das heißt seinem freien Willen, gemacht hat. Dieser wurde ihm gleichzeitig mit seiner Seele verliehen und kann ihm nie wieder genommen werden.

Solange sich der Mensch mit seinem oberflächlichen Ich identifiziert, glaubt er auch, daß er es ist, der denkt, will, fühlt, Nahrung verdaut und sich am Leben erhält. Nie wird er zugeben (obschon ihm nur ein wenig Nachdenken diese Einsicht vermitteln könnte), daß er im täglichen Leben nichts als eine Marionette ist, deren Verhalten vom Karma (ehemaligen Handlungen), von der Natur und von der Umgebung bestimmt wird. Alle verstandesmäßigen Reaktionen, Gefühle, Stimmungen und Gewohnheiten sind nichts anderes als die Wirkungen der jetzt oder in früheren Leben von ihm selbst erzeugten Ursachen. Die königliche Seele jedoch ist über all diese Einflüsse erhaben. Darum kämpft sich der Kriya-Yogi, der an keiner ephemeren Wahrheit oder Freiheit interessiert ist, durch alle Täuschungen hindurch, bis er zum Selbst - zur wahren Freiheit - vorgedrungen ist. Die heiligen Schriften aller Religionen erklären, daß der Mensch kein vergänglicher Körper, sondern eine lebendige Seele ist. Im Kriya Yoga findet er eine Methode, die den Beweis dafür liefert.

«Man kann die Unwissenheit nicht durch religiöse Riten aufheben, weil diese nicht im Gegensatz zu ihr stehen», schrieb Shankara in seinen berühmten Hundert Versen. «Unwissenheit kann nur durch wahres Wissen beseitigt werden. Und Wissen gewinnt man nur durch Nachforschen. "Wer bin ich? Wie ist dieses Universum entstanden? Wer hat es erschaffen? Wie entstand die Materie?" Von dieser Art Nachforschung spreche ich.» Da der Intellekt keine Antwort auf diese Fragen geben kann, entwickelten die Rishis die geistigen Forschungsmethoden des Yoga.
Der wahre Yogi, dessen Denken, Wollen und Fühlen nicht mehr von körperlichen Trieben bestimmt wird, verbindet seinen Geist mit den überbewußten Kräften in der Wirbelsäule und lebt in dieser Welt so, wie Gott es für ihn geplant hat: Er läßt sich weder von seinen alten Gewohnheiten noch von neuen unvernünftigen Beweggründen zwingen. Er hat seine höchste Erfüllung gefunden und ruht geborgen im letzten Hafen - in der unerschöpflichen Glückseligkeit des GEISTES.

Aus: "Das Vermächtnis des Meisters" Vorträge und Texte von Paramhansa Yogananda (S. 273 - 283, ohne Fußnoten)


Die Methoden des Kriya Yoga

(Studie der Kriya Sangha, 2002/2003)
 

Es gibt verschiedene zuverlässige Varianten des Kriya Yogas, je nach der Übertragungslinie der Tradition. Manche Varianten enthalten mehr und andere weniger Techniken, was auch darauf zurückzuführen ist, daß Lahiri Mahasaya eine sehr individuelle Formen, stets auf den Schüler abgestimmt, bei seinen Initiationen anwandte. Die Grundlegende Methode, der Kern der Kriya Praxis – Kriya Pranayam oder auch Kriya Proper genannt, ist jedoch in allen originalen und traditionellen Kriya Linien dieselbe. Im Kapitel ‚Die Wissenschaft des Kriya Yoga' in der Autobiografie von Paramhansa Yogananda findet man die Technik so beschrieben:

„Der Kriya-Yogi lernt, seine Lebenskraft geistig in einem Bogen um die sechs Rückenmarkszentren auf- und abwärts kreisen zu lassen (das Mark-, Nacken-, Herz-, Lenden-, Kreuzbein- und Steißbeinzentrum), die den zwölf astralen Tierkreiszeichen, das heißt dem symbolischen Kosmischen Menschen, entsprechen. Diese eine halbe Minute lang um das empfindsame Rückenmark des Menschen fließende Energie bewirkt einen subtilen Fortschritt in seiner Evolution; denn eine halbe Minute Kriya entspricht einem Jahr natürlicher geistiger Entwicklung.

Das astrale Nervensystem des Menschen mit seinen sechs (durch Polarität zwölf) inneren Konstellationen, die um die Sonne des allwissenden geistigen Auges kreisen, steht in Wechselbeziehung zur physischen Sonne und den zwölf Tierkreiszeichen. Alle Menschen unterliegen daher dem Einfluß eines inneren und eines äußeren Universums. Die alten Rishis entdeckten, daß der Mensch sowohl durch seine irdische als auch durch seine himmlische Umgebung in einer Reihe von Zwölf-Jahres-Zyklen auf dem natürlichen Entwicklungsweg vorangetrieben wird. Den heiligen Schriften zufolge benötigt der Mensch normalerweise eine Million Jahre krankheitsfreier Entwicklung, um sein menschliches Gehirn zu vervollkommnen und in das Kosmische Bewußtsein einzugehen.“

Die Lehre von Yogiraj Lahiri Mahasaya war aber immer individuell und variierte in den Instruktionen, je nach Entwicklungsgrad und Aufnahmefähigkeit des jeweiligen Schülers. Manche Schüler brauchten einfach mehr Übungen und andere weniger, man kann also nicht verallgemeinernd sagen, mehr sei besser, oder weniger sei schlechter. Lahiri Baba hat die Methoden des Kriya Yoga sorgfältig in vier Stufen aufgeteilt, welchen er folgende Bezeichnungen gab: 1. Bhutashuddhi; 2. Omkar; 3. Thokar o. Dharana; und 4. Dhyana Kriya.

In diesen Tagen tendiert der Kriya Yoga jedoch dazu, zu einem 'Hybrid Kriya' zu mutieren welcher in Wirklichkeit ein 'irreführender Kriya' ist. Dies bedeutet, daß eine Methode von einer Linie, sagen wir z.B. Navi Kriya, genommen wird und den Techniken einer anderen Linie beigefügt wird, in der Navi eigentlich nicht benutzt wird und möglicherweise auch gar nicht benötigt wird, aufgrund der anderen vorhandenen Methoden. Aber auch Atemtechniken werden so ‚getauscht'.) Das Ergebnis davon ist, das der 'reine Kriya' zu einem entstellten und verzerrten Kriya wird. Kriya muß jedoch rein gehalten werden. Und reiner Kriya ist der Kriya den der Guru weitergibt.
In dieser Zeit gibt es viel zu viel Raum für Spekulationen. Der regelrechte Überfluß an betrügerischen Lehrern und 'falschen Propheten', welche die leichtgläubigen Massen in die Irre führen, macht es notwendig, die Lehren des Kriya Yoga in der Allgemeinheit öffentlich zu besprechen. Wie gesagt, es gibt kleine Unterschiede zwischen den verschiedenen Linien, die meisten davon sind jedoch mehr oder weniger unbedeutend. Die eigentlichen, grundlegenden Methoden, die nur von einem Guru weitergegeben werden können, bleiben aber dieselben. So gibt es zum Beispiel nicht in alle Linien vier Einweihungsstufen - bei manchen sind es nur drei, bei anderen sechs oder sieben - doch ist hier nur die Unterteilung eine andere, und nicht die Methoden selbst.

Es gab einmal einen Mann, de fest davon überzeugt war, daß Paramhansa Yogananda die Atemtechnik abgeändert hatte. Und er erzählte seinen Verdacht verschiedenen modernen 'Authoritäten' erstaunt mußte er dann jedoch, als er in einem traditionellen Kriya Ashram in Indien war, feststellen, daß diese dieselbe Methode lehrten, wie es auch Yogananda tat.

Wir wollen hier auf die unterschiedlichen aber auch auf die gemeinsamen Methoden ein wenig näher eingehen. In den meisten Fällen differenzieren die Haupttechniken nicht voneinander, alles was sich unterscheidet, sind die Methoden, die rund um die Praxis des eigentlichen Kriya Yoga herum miteinbezogen werden.

So wird z.B. einigen gelehrt, Navi Kriya als Bestandteil des ersten Kriyas zu praktizieren und anderen nicht. Paramhansa Yoganada hat allem Anschein nach Nabhi gar nicht gekannt oder zumindest nicht gelehrt. Manche lehrten eine Methode im ersten Kriya mit der Bezeichnung 'Nad Kriya', andere wieder nicht. Darüberhinaus gibt es aber noch einige Variationen mehr. Einigen wurden beispielsweise von Lahiri Baba geheime Wege erklärt, um den Körper auf Pranayama einzustimmen.
Manche üben auch ein Maha Mudra für alle zehn oder zwölf Pranayamas, während andere dazu angewiesen wurden, Maha Mudra nur einmal (oder teilweise auch dreimal) auszuführen. In manchen Linien ist Navi Bestandteil der Diksha der ersten Stufe. In anderen Linien ist es eine zusätzliche Methode, die nur von kranken Menschen ausgeführt wird, denen es nicht möglich ist, die regulären Techniken anzuwenden (es gibt auch Linien die in diesem Falle oder auch z.B. bei schwangeren Frauen das 'mentale Pranayama' anwenden.) und wieder andere Linien haben nie etwas gehört von Navi Kriya. Aber auch Navi Kriya ist nicht gleich Navi Kriya. Auch bei dieser Methode gibt es Unterschiede von Linie zu Linie. Einige lehrten Navi ohne Atemkontrolle, andere mit, dann gibt es solche, die lehren, man solle Japa im Rhythmus des Pulses ins Navi Chakra chanten. Eine weitere, recht starke Abweichung besteht in der Anweisung, Navi Kriya sowohl vorne als auch hinten zu praktizieren. Demgegenüber stehen zahlreich Außagen, denen zufolge Navi im authentischen Kriya ausschließlich auf einer Seite gemacht wird.

Ein weiterer Punkt wäre noch Kechari Mudra und auch das damit verbundene Talavya. Hier gehen die Meinungen auch weit auseinander und es verhält sich mit dieser Methode ähnlich wie mit Navi Kriya - während die einen Kriya stets mit Kechari praktizieren gibt es andere, die noch nie etwas von dieser Technik gehört haben. Einigen Aussagen zufolge soll Paramhansa Yogananda nur einige wenige ernsthafte und bereits weit fortgeschrittene Schüler in Kechari Mudra eingeweiht haben, während er dem Großteil den Kriya ohne Kechari lehrte. Viele Informationen betätigen jedoch, daß Kechari Teil des Kriya Yogas von Lahiri Mahasaya und Sri Yukeswars war. Die wohl wahrscheinlichste Erklärung hierzu ist, daß, da die Ausführung von Kechari nicht etwas für jedermann ist, Yogananda diese Technik wirklich nur einem ausgewählten Kreis von Schülern weitergab.
Dazu gibt es die Geschichte, die Norman Paulsen in seinem Buch ‚Christ Consciousness' beschreibt.
Er behauptet dort, in der Zeit in der er im Mutterzentrum der SRF am Mount Washington lebte, mit einem anderen Mönch namens Daniel Boone gesprochen zu haben, welcher ihm von Kechari erzählte. Zur Überraschung dieses Mönchs war es Norman bereits beim ersten Versuch möglich dieses schwierige Mudra auszuführen. Von da an begann Norman Kechari immer in seine Praxis miteinzubeziehen. Eines Tages erhielt er Besuch von Yogananda der ihm sagte: „Ich höre, daß du Kriya auf eine andere Weise ausführst.“ – „Ja, Sir, das tue ich“ antwortete Norman. „Kannst du deine Zunge verschlucken?“ – frage ihn Yogananda – „Ja das kann ich“ erwiderte Norman, und nachdem er es Yogananda gezeigt hatte, meinte dieser: “Mein Gott! Du weißt gar nicht, wie gesegnet du bist. Praktizierst du Kriya mit nach oben gedrückter Zunge?“ – „Ja, das tue ich, Sir“ – war die Antwort und Yogananda erklärte ihm: “Dies ist die Weise welche Babaji die Technik zuerst an Lahiri Mahasaya weitergegeben hat...“ Yogananda bemerkte auch, daß es zu dieser Zeit nicht hilfreich wäre, wenn die Leute denken würden, daß es notwendig sei, seine Zunge verschlucken zu können, um zu Gott zu finden, und er deshalb eine einfachere Variante lehrte. Interessant hier zu erwähnen ist noch, daß Yogananda und Hariharananda zwei der wenigen Kriya Meister waren, welche in ihrem System auf Kechari verzichteten. Yogananda lehrte jedoch eine andere Methode welche als Nabho Mudra bekannt ist und von der Sivananda Sarasvati* in seinem Buch ‚Kundalini Yoga' sagt, dies sei eine Methode sich auf Kechari vorzubereiten, wenn man über keine speziellen Vorbereitungstechniken verfügt. Diese Technik der Erweiterung der Kehle wird jedoch nicht in allen Linien als vorbereitende Kechari Methode angesehen.

Gewissen Quellen zufolge lehrte Paramhansa Yogananda aber noch eine weitere Variation des ersten Kriyas, indem man einen Teil seiner Aufmerksamkeit auf Trikuti fixiert läßt, während man die restliche Konzentration in die Sushumna leitet. Diese Quellen besagen außerdem, daß zum ersten Kriya Japa gehört, welches in jedes Chakra miteinbezogen wird.

Dazu findet man in den Briefen von Lahiri Mahasaya folgendes: "Es gibt viele, die nicht Mantra Japa in den Chakras ausführen. Geschieht dies jedoch nicht, ist das Ergebnis tamasartiges Kriya (Kriya mit negativen Qualitäten), und seine Früchte sind ebenfalls tamasartig. Man muß seine Aufmerksamkeit während des Pranayama auf die sechs Chakren im Sushumna lenken und dort dann in jedem Japa wiederholen", in einem weiteren Brief schrieb er: " Man muß vor allem seine Aufmerksamkeit darauf richten, daß keine Fehler mit Japa geschehen - Chakra für Chakra, während Pranayama ausgeführt wird. Wenn der Geist an keine anderen Dinge denkt und keine Fehler mit Japa geschehen, dann wird Frieden von selbst in den Geist einkehren." - Swami Satyeswarananda Giri bestätigt dies in seinem Buch Babaji & Lahiri Mahasay, Teil II.

Wolle wir einmal zusammenfügen, was wir bisher festgestellt haben:
Selbst wenn im Grunde keine zwei Kriya Yoga Linien genau dasselbe lehren, bleibt der Kern, die eigentliche Methode doch immer dieselbe, und solange dies der Fall ist, kann man auch von authentischem Kriya Yoga ausgehen. Die Grundlage des Kriyas ist, neben dem Pranayama, das lenken der Lebenskraft. Dabei wird während Puraka die Lebensenergie durch Sushumna hochgezogen um anschließend wieder abwärts geleitet zu werden. Dies kann nun variieren: So wird Japa beispielsweise auf unterschiedliche Weise miteinbezogen – in einigen Linien ist Japa bereits ab der ersten Stufe Bestandteil von Kriya und in anderen Linien wird Japa erst in den höheren Einweihungsstufen miteinbezogen. Auch das Mantra kann unterschiedlich sein in den verschiedenen Linien. Meist wird das Vasudeva Mantra verwendet, welches in der genauen Aussprache jedoch auch wieder variiert, aber auch Omkara bzw. das Pranava Mantra wird in einigen Linien benutzt.
Andere Unterschiede beziehen sich darauf, daß manchmal ein Teil der Aufmerksamkeit während der Übung auf Kutashta fixiert bleibt, was auch nur von einigen Linien praktiziert wird.
Weitere Variationen betreffen die Atmung (durch Mund, Nase o. durch beides), auch mit den Pausen verhält es sich unterschiedlich. Einigen Anweisungen zufolge wird eine kurze Pause eingelegt, nachdem man mit der Lebensenergie oben angelangt ist, anderen zufolge wird oben eine kurze Pause gemacht und wieder andere machen oben und unten kurze Pausen. Man sollte sich jedoch nicht verwirren lassen durch diese für Außenstehende wohl schwierig zu durchschauende Lehre, denn im Grunde bleibt der Ablauf meist derselbe, wenn auch teilweise mit verschiedenen zusätzlichen Übungen und Methoden.

Im Buch 'Kriya Yoga and Swami Sri Yukteshvar' beschreibt Acharya Sailendra Bejoy DasGupta zum Beispiel folgenden Ablauf im Kriya:

1. Maha Mudra; 2. Asana; 3. Kriya Proper; 4. Dhyana; 5. Yoni Mudra.

Eine weitere Variante ist:
1. Talabya Kriya; 2. Pranayama (1. Kriya); 3. Nabhi Kriya; 4. Yoni Mudra; 5. Maha Mudra.

Lahiri Baba lehrte verschiedene Variationen, so auch z.B. diese:
1. Pranayama (1.Kriya); 2. 2nd Kriya (o. Thokar Kriya); 3. Yoni; 4. Maha Mudra; 5. 3rd Kriya (o. Omkar Kriya); 6. 4th Kriya.

Die Anweisungen von Yogananda bezüglich des ersten Kriyas sind folgende:
1.Yogoda Aufladeübungen; 2. Hong Sau; 3. OM Technik; 4. 1st Kriya.

Die Standardvorgabe für den Anfänger des Kriya Yoga beträgt 12 - 14 Kriyas pro Sitzung, diese Zahl wird jedoch den Anweisungen des Gurus folgend, fortlaufend erhöht. In 'Light of Kriya Yoga' von Sri Sailendra Bejoy Dasgupta Mahasay findet man dazu folgende Tabelle:

First Category (excellent quality practice): 80 Kriya in einer Stunde (also pro Kriya etwa 45 Sekunden)
Second Category (medium quality): 100 Kriyas in einer Stunde (ca. 36 Sekunden pro Kriya)
Third Category: 120 -150 Kriyas in einer Stunde (ca. 24-30 Sek.)
Fourth Category: 175 - 200 Kriyas in einer Stunde (ca. 18-20 Sek.)

Weiters findet man folgende Angaben in 'Light of Kriya Yoga':
12 Kriyas sind nötig um den Zustand von Pratyahara zu erreichen;
144 (12 x 12) Kriyas für den Zustand von Dharana;
1728 (144 x 12) Kriyas für den Zustand von Dhyana;
und 20,736 (1728 x 12) Kriyas sind als Minimum erforderlich, um Samadhi zu erreichen.

Wollen wir nun noch kurz zu einem weiteren Punkt kommen, dessen Anwendung jedoch zu starken Veränderungen der eigentlichen Methoden führen. So gibt es Aussagen von diversen Quellen, welche besagen, daß Paramhansa Hariharananda die Methoden im Laufe der Zeit mehrfach abänderte. So soll er unter anderem auch gelehrt haben, daß man das Sahasrara Chakra im ersten Kriya miteinbeziehen soll. Diese Methode erinnert an eine ähnliche, ebenfalls uralte und geheim gehaltene Praxis der mystischen Schulen der ostchristlichen Tradition, bei welcher jedoch im Gegensatz zur Kriyapraxis, von oben angefangen und ebenso kurz (für die Dauer einer Wiederholung des Gebetes: 'Herr Jesu Christo, Gottes Sohn, erbarme dich meiner') in jedem Zentrum meditiert wird, wobei man, beim Zurückgehen an der Vorderseite des Körpers in den jeweiligen Stellen verbleibt.

Hierzu gibt es jedoch auch noch solche Aussagen, denen zufolge Lahiri Baba und Sri Yukteswar nicht dieselben Methoden praktizierten. Es gibt Quellen die besagen, daß es sich bei der Technik des Kriya Yogas im Grunde um dieselbe Methode handelt, die auch im Qui Gong vorhanden ist. Weiters gibt es Angaben, denen zufolge Sri Yukteswar die chinesische Variante praktizierte, während Lahiri Baba angeblich die indische Version anwendete. Yogananda soll diesen Angaben nach in beide Varianten eingeweiht worden sein, doch hauptsächlich die Variante von Sri Yukteswar praktiziert haben (obwohl er die indische Variante lehrte). Der Unterschied in beiden Versionen soll ebenfalls der sein, daß man in der chinesischen Methode bis über den Kopf hinaus geht, also Sahasrara auch miteinbezieht. Diese Angaben sind jedoch ungeprüft und können bei den derzeit vorliegenden Informationen auch weder bestätigt noch revidiert werden.
Es gibt jedoch auch Quellen, welche unter der Bezeichnung ‚Sahasrara Kriya' nur die normal ausgeführte Praxis des Kriyas in seiner Vollendung verstehen. Swami Pranabananda schrieb in der Einleitung seiner Pranab Gita folgendes:

“Man muß mit Sorgfalt von Chakra zu Chakra hochsteigen bis zu Bhrumadhya (dem Zentrum zwischen den Augenbrauen). Dies wird erreicht durch das kontrollieren und balancieren der Lebensenergie innerhalb von Sushumna, mit Hilfe des Brahma Mantra (Pranav). Anschließend kann man durch den göttlichen Rausch (eine der Nachwirkungen von Kriya), ohne jegliche Anstrengung, in Brahmarandhra eintreten, am höchsten Punkt des Gehirns.“


Auch gibt es Aussagen, denen zufolge Yogananda selbst bzw. die SRF Änderungen an den Techniken vorgenommen hätte. Ein bekannter Fall einer solchen Ungereimtheit ist der, das in Yoganadas Autobiografie, im Kapitel über den Kriya Yoga, die Aussage zu finden ist, das die Lebensenergie im Kreis um die Wirbelsäule bewegt wird. In den Lehrbriefen findet man jedoch, daß die Lebensenergie in einer Linie auf und ab bewegt wird. Bei unseren Nachforschungen sind wir auch auf Aussagen gestoßen, welche behaupten, daß Yoganada noch kurz vor seinem Mahasamadhi in Kontakt mit Babaji stand von welchem er Modifikationen in der Ausführung erhalten haben soll. Dies zu überprüfen ist unsers erachtens jedoch nahezu unmöglich, es sei denn Bababji gibt irgendwann eine Stellungnahme dazu ab. Im allgemeinen können wir jedoch, so bin ich jedenfalls zu meiner persönlichen Überzeugung gekommen, den Lehrbriefen des SRF sehrwohl doch vertrauen, selbst wenn vieles modifiziert und geändert wurde in den Inhalten der Schriften von Yoganada, so sind die Grundlegenden Dinge wie eben die Techniken niemals vom SRF geändert worden, jedoch ist nicht ganz klar, ob nicht Yoganada persönlich Veränderungen vorgenommen hat - falls dies jedoch der Fall sein sollte, wird er bestimmt seine Gründe dafür gehabt haben. Im großen und ganzen scheint jedoch, nach gründlicher Untersuchung, das viele Indizien dafür sprechen, daß Yoganada persönlich diverse Änderungen und Modifikationen an den Techniken durchgeführt zu haben, welche aber alle nicht von großer Bedeutung sind bzw. keinerlei nennbaren Unterschied in den Resultaten ergeben.

Ein wohl wesentlicher Grund dafür, daß Yogananda überhaupt Modifikationen in der Ausführung der Technik des Kriya Yoga vorgenommen hatte, wird wahrscheinlich darin liegen, daß zu dieser Zeit, den zwanziger Jahren, so gut wie nichts über Yoga bekannt war in der westlichen Welt und man allgemein der Überzeugung war, daß Yoga (worin man hauptsächlich verschiedene Körperübungen implizierte) nur von Menschen aus der östlichen Hemisphäre praktiziert werden könne und für Menschen aus dem Westen völlig ungeeignet sei. Swami Vivekananda war zwar bereits im Jahre 1893 in den Westen gereist, doch bis zum Jahre 1920, indem Yogananda in den Westen kam, war die Verbreitung des Yoga und der indischen Mythologie noch nicht besonders weit fortgeschritten, und erst in gegen 1960 herum, als eine ganze Welle von ‚Gurus' aus Indien den Westen überschwemmte, stieg die Aufmerksamkeit der Menschen langsam und Yoga wurde langsam etabliert.

Wollen wir nun etwas genauer auf die Methode des ersten Kriya eingehen, und auf deren Variationen.
Dazu vergleichen wir nun ein paar von den wenigen schriftlichen Aufzeichnungen, die zur Ausführung des ersten Kriyas existieren. Swami Nityananda Giri beschreibt die Stufen des ersten Kriya in seinem Buch ‚Kriya Yoga Vijnan' folgendermaßen (in der rechten Spalte ist der Vergleich von Swami Nityananda's Anweisungen mit denen von Paramahansa Yogananda):

1. Maha Mudra
2. Nabhi Kriya
3. Pranayama
4. Yoni bzw. Jyoti Mudra
* * * * *
1. Yogoda Aufladeübungen
2. Hong Sau
3. Om-Technik (Jyoti Mudra)
4. Pranayama (1. Kriya)

So, was ist nun der Unterschied zwischen beiden Variationen? Auf den ersten Blick scheinen diese zwei Varianten mehr oder weniger völlig unterschiedlich zu sein. Bei genauerer Betrachtung jedoch sind die Unterschiede eher gering. Swami Nityananda beginnt zur Vorbereitung zuerst mit der Körperübung Maha Mudra um den Körper bzw. den feinstofflichen Körper auf Kriya vorzubereiten. Es werden teils aber auch noch andere Mudras und Asanas zur Vorbereitung angewandt. Yogananda entschied sich dazu, nur wenig der traditionellen Hatha Yoga Übungen miteinzubeziehen – er entwickelte ein eigenes System von einfachen aber dennoch effizienten Körperübungen.
Nabhi Kriya und Hong Sau sind beides Techniken zur Steigerung der Konzentrationskraft und obwohl beide Methoden in ihrer Ausführung völlig unterschiedlich sind, bleib das Resultat hingegen bei beiden dasselbe. Mit Yoni Mudra bzw. Jyoti Mudra und der Methode der Om-Technik verhält es sich ähnlich. Das Resultat von beiden läuft auf die Wahrnehmung von Nada bzw. Pranava bei geschlossenen Ohren hinaus. Der einzige Unterschied dieser zwei Techniken, den wir feststellen konnten, liegt darin, daß die Stellung der Finger variiert, der Grund dafür scheint zu sein, daß es ausreichend ist, nur den Tragus und die Augen zu verschießen um Nada wahrnehmen zu können. Der einzige wirkliche Unterschied dieser zwei Variationen ist der, daß Swami Nityananda Jyoti Mudra nach der Praxis von Pranayama ausführt, während Yogananda dies auch als vorbereitende Methode miteinbezieht.

Hier nun ein kurzer Überblick von originalen und traditionellen Vorbereitungsübungen zum Kriya Yoga, wir beginnen mit den Methoden, welche Yogananda in seinen Lehrbriefen beschrieben hat und zusätzlich noch einige weitere Methoden miteinbeziehen:

· Yogoda Aufladeübungen
· Hong Sau (in anderen Linien ‚So Ham' bzw. ‚Hamsa')
· Om-Technik
· Maha Mudra
· Yoni Mudra bzw. Jyoti Mudra
· Nabhi bzw. Navi Kriya
· Nada Sadhana

Diese sind alles vorbereitende und zusätzliche Techniken und Übungen für den Kriya Yoga, von denen es jedoch noch viele mehr gibt, einigen Quellen zufolge hat Lahiri Baba 108 verschiedene ‚Kriyas' gelehrt. Natürlich werden nicht alle in allen Linien praktiziert. Der Guru sucht sorgfältig die richtigen Methoden aus und passt sie auch den jeweiligen Bedürfnissen des Schülers an. Jedoch sind Konzentrationstechniken und Techniken zur Wahrnehmung von Pranava oder Nada immer Bestandteil der Vorbereitung auf den Kriya.

Wie dem aber auch immer sei, unsere Empfehlung kann nur die sein, daß ein jeder diese Techniken, die er vom Guru erhalten hat, genau praktizieren soll, dies ist der sicherste Weg. Im übrigen sei noch gesagt, daß niemals vergessen werden sollte, daß eine jede Technik oder Methode niemals mehr als ein Hilfsmittel und niemals das Ziel sein kann. Die Technik ist nebensächlich, wenn der Wille, das Vertrauen und die Hingabe da ist. Als Beispiel sei Ramana Maharshi erwähnt, der niemals einen irdischen Meister hatte und auch keine Einweihungen in geheime Techniken von solchen erhielt. Und dennoch gilt er, zu Recht, als einer der größten indischen Heiligen der Neuzeit.

* Swami Sivananda Sarasvati nennt diese Technik jedoch ‚Nabko' oder ‚Nauduki Mudra' – dies entspricht jedoch mit aller größter Sicherheit der Technik von ‚Nabho Mudra' da die Aussprache differenzieren kann und ‚Nauduki' nicht in den traditionellen Yoga Überlieferungen als ‚Mudra' verzeichnet ist.


Die Tradition des Kriya Yoga

 

Die Geschichte und Tradition von Kriya Yoga

Die Kriya-Yoga-Technik ist eine ungewöhnliche Technik und die Essenz des von Lord Shri Krishna in der Bhagavad Gita verkündeten Raja Yoga. Laut Lord Shri Krishna gab er diesen unsterblichen Yoga persönlich an Vivasvan, den Sonnengott, weiter, der ihn dann seinem Sohn Manu vermittelte. Manu gab ihn weiter an seinen Sohn Iksvaku. Indem es auf diese Weise von Vater zu Sohn weitergegeben wurde, gelangte das Wissen um diesen Yoga zu den Rajarsis, den königlichen Weisen. Im Laufe der Zeit ging dieses Wissen jedoch mehr oder weniger verloren. Später lehrte Gott in seiner Verkörperung als Krishna diesen heiligen Yoga Arjuna und den anderen Pandavas. Yoga war im Grunde für die Selbstverwirklichung von Menschen während ihres Familienlebens gedacht. Über Jahrhunderte war er das Mittel zur Verwirklichung Gottes. Die berühmten Weisen wie Vyasa, Vasistha, Janaka, Valmiki, Parasara übten Kriya Yoga inmitten ihrer familiären Beschäftigungen und erreichten das göttliche Ziel. Die Bhagavad Gita und auch Patanjalis philosophische Abhandlungen über den Yoga beschreiben dies ausführlich.

Im Lauf der Zeit wurde der von Lord Krishna gelehrte Yoga vernachlässigt und verschwand fast gänzlich. Im gesellschaftlichen Leben Indiens entwickelten sich chaotische Zustände, da sich die Inder von der alten Tradition des Yoga abwandten. Als der unsterbliche Babaji Maharaj diesem Yoga eine wissenschaftliche Ausrichtung gab und ihn als Kriya Yoga für die spirituelle Erhebung der menschlichen Rasse zur Verfügung stellte, wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Ära eingeleitet. Babaji lehrte diesen Yoga Shyama Charana Lahiri Mahasaya, der in einem vergangenen Leben bereits sein geliebter Schüler gewesen war. Er beauftragte ihn, diese Technik auch an andere an der Suche nach Gott Interessierte weiterzugeben. Shyama Charan war ein Familienvater und arbeitete als leitender Angestellter im öffentlichen Dienst. Babaji Maharaj erwählte ihn als den besten spirituellen Repräsentanten, um die Technik des Kriya Yoga unter den Familien Indiens und anderer Länder zu verbreiten.

Viele hinduistische Rituale und Praktiken wie acamanas, die äußere Reinigung des Körpers, bhuta-shuddhi, die innere Reinigung der fünf Elemente im Körper, pranayama, Kontrolle des Atems oder der Lebenskraft, und matrkanyas, Erkenntnis der Gegenwart Gottes in den verschiedenen Teilen des Körpers, stehen mit der Ausübung von Yoga in Zusammenhang. Solche Übungen sind notwendig, um innerhalb kürzester Zeit zur Gottesverwirklichung zu gelangen. Solange Gott, der dem Körper innewohnt, nicht zum Wagenlenker Ariunas wird, dem Symbol für den Weisheitskörper und Zerstörer der Unwissenheit des Menschen, symbolisiert durch die Kauravas, kann der Mensch Gott nicht erkennen.

Der wissenschaftliche Kriya Yoga ist eine wundervolle Technik, die sehr einfach und leicht durchführbar ist und schnelle Resultate zeigt. Mit Hilfe dieser Technik kann man in kurzer Zeit die tief im Verstand verwurzelten, hinderlichen Eindrücke (samskaras) seiner zahlreichen vergangenen Leben überwinden und sich im göttlichen Bewußtsein verankern. Die spirituelle Evolution eines gewöhnlichen Menschen innerhalb eines Jahres entspricht der spirituellen Weiterentwicklung, die ein Kriya-Yogi während einer Ein- und Ausatmung in wenigen Augenblicken erlangt.

Vedische Rituale und Opferzeremonien erzeugen nur spirituelle Entwicklung, Kriya Yoga hingegen bewirkt gleichzeitige Weiterentwicklung von Körper, Verstand, Intellekt und Seele. Kriya Yoga ist die Essenz und Synthese aller auf der Welt gelehrten Yoga-Techniken. Die allgemeine Form von Karma Yoga legt besonderes Gewicht auf den Dienst an der Menschheit, öffentliche, wohltätige Aktivitäten, Erziehung, Gesundheitsdienste und andere wertvolle Bemühungen zur Milderung menschlichen Leidens. Wahres Karma Yoga ist jedoch die Erkenntnis, daß Gott überall im Körper anwesend ist. Seine Gegenwart wird in jedem Objekt des Universums wahrgenommen. Welche Arbeit auch immer getan wird, wird von Gott getan. Prana Karma oder die Zirkulation der Lebenskraft durch den göttlichen Kanal in der Wirbelsäule, den Yogis als sushumna bekannt, ist die wahre Aktivität, auf der alle anderen äußeren Aktivitäten beruhen.

Dies verankert schließlich die Aufmerksamkeit des Sadhaka in Sahasrara und Kutastha und führt zur Gottesverwirklichung, die eine innere Sekretion eines bestimmten Lebenssaftes aus den Drüsen mit sich bringt. Diese Sekretion hat eine berauschende Wirkung, die dem Verstand hilft, völlige Auflösung in Gedanken und Erkenntnis Gottes zu erlangen.

Anders als Raja Yoga, der auch auf Atemkontrolle beruht, verlangt Kriya Yoga kein langes Anhalten des Atems und kein unangenehmes Verschließen der Nasenlöcher. In Hatha Yoga werden viele asanas und bandhas, körperliche Yoga-Übungen und bestimmte Stellungen geübt. Von all diesen hat Kriya Yoga einige essentielle Yoga-Stellungen übernommen, besonders die Yoga-Übung mahamudra, die von großen Yogis als Allheilmittel gepriesen wird. So zeigt Kriya Yoga eine enge Verbindung zu allen wesentlichen und wichtigen Charakteristika der verschiedenen indischen Yoga-Methoden.

Shri Yukteshwarji kam in einem entscheidenden Moment zur Welt. Der Zeitpunkt seiner Geburt war gut gewählt, da die Zeit zu weiterer Verbreitung von Kriya Yoga reif war. Er wählte Puri, eine am Meer gelegene Stadt im indischen Staat Orissa und Stadt des Tempels von Lord Jagannath, zum Mittelpunkt seines Kriya Yoga sadhana. Puri, die Stadt Jagannaths, des Herrn des Universums, ist einer der geeignetsten Orte für spirituelle Übung und schnelle Gottesverwirklichung. Shri Yukteshwarjis dortiger ashrama, Karar Ashram genannt, wurde ein aktives Zentrum von Kriya Yoga und dessen weiterer Verbreitung. Er bewährte sich als spirituelles Laboratorium für die Entdeckung der höchsten Wahrheit. So wie ein Wissenschaftler seine ganze Kraft einsetzt, um die Geheimnisse der Natur und ihre physikalischen Gesetze zu entschlüsseln, widmen sich die Aspiranten hier dem Erkennen der untrennbaren Verbindung zwischen dem Selbst und dem Göttlichen. Während der letzten. siebzig Jahre wurde die Tradition bewahrt. Unzählige Schüler aus allen Teilen der Welt machten unter der praxisbezogenen Führung von Gurus, deren Unterweisungen auf den Lehren Shri Yukteshwarjis und Paramahamsa Yoganandajis beruhen, beträchtliche Fortschritte in ihrer spirituellen Entwicklung. Shri Yukteshwarji liebte diesen Ashram sehr und wählte ihn als Ort für seinen mahasamadhi. Sein geliebter Schüler Paramahamsa Yoganandaji wurde von ihm sehr inspiriert und eröffnete mit seinem Segen und seiner Führung mehrere Kriya-Yoga-Zentren in Indien und anderen Ländern. Obwohl Paramahamsa Yoganandaji die meiste Zeit außerhalb Indiens verbrachte, riß seine spirituelle Verbindung zu seinem Guru und seinem geliebten Ashram jedoch ruie ab. Daher war dieser Ort das eigentliche Mutterzentrum aller Kriya-Yoga-Aktivitäten von Shri Yukteshwarji und seinen Schülern.

(aus 'Kriya Yoga' von Paramahamsa Hariharananda)


Den alten Überlieferungen zufolge lehrte also Ishvara selbst die Technik des Kriya Yoga bereits von Urzeiten an, um allen Wesen die Möglichkeit zu geben, sich aus den Fängen der kosmischen Illusion zu befreien. In der Bhagavadgita wird der Kriya bechrieben als "rajavidya rajaguhyam" - das Königswissen, das Königs-Geheimnis (oder die Weisheit aller Weisheiten , das Geheimnis aller Geheimnisse) [Bhagavadgita 9;2].
Weiters erklärt die Gita in Kapitel 4;1, das die Technik des Kriyas urprünglich von Viviashvan, dem Sonnengott, an seinen Sohn Manu weitergegeben wurde. Manu ist in der indischen Mythologie etwa gleichbedeutend mit dem christlichen Adam der Bibel. Er gab die Technik weiter an seinen Sohn Iksvaku, den Gründer der ersten Königsdynastie des alten Indien, Krishna übergab die Technik Arjuna, und so wurde der Kriya Yoga von Generation an Generation weitergegeben, vom Vater an den Sohn, vom Guru an den Schüler. Im Laufe der Zeit jedoch, und durch die verschiedenen Wandlungen der Menschen, geriet diese Technik zu verschiedenen Perioden wieder in Vergessenheit. Den Überlieferungen zufolge gab der Herr jedoch das Versprechen, immer dann, wenn die Dunkelheit im Geiste der Menschen wieder an Überhand zu gewinnen beginnt, in Gestalt eines Avatares zurückzukehren um seine Lehren wieder und wieder zu lehren, auf das die Menschen irgedwann wieder zurück zu ihrem wahren Selbst finden.

Wie dem auch sei, es zeugen nicht nur die alten Schriften Indiens davon, daß die Technik des Kriya Yogas und dessen Tradition weit in der Geschichte zurückreicht, es gibt auf der ganzen Welt Hinweise und Belege verschiedener Traditionen und Kulturen, das diese Methode, unter unterschiedlichen Namen, weite Verbreitung findet. So wird im chinesischen Qi Gong eine beinahe idente Methode angewandt und selbst in orthodoxen ostchristlichen Krichen findet man ähnliche Praktiken wie die des Kriya Yoga.

Yeshua ben Joseph, besser bekannt als Jesus Christus oder Jesus von Nazareth, war ein solcher Avatar, ebenso wie Babaji, Buddha, Rama oder Krishna. Sie erschienen stets in kritischen Phasen der Entwicklung der Menschheit und sie werden wieder erscheinen. So kam Siddharta Gautama und lehrte das, was man später als Buddhismus bezeichnete, und seine Lehre verbreitete sich zum einen Zeitpunkt um an einem anderen wieder in Vergessenheit zu geraten. Dann erschien Adi Shankara, um das ursprüngliche Dharma wieder zu verbreiten, aber nicht lange dauerte es, bis auch die Lehren dieses Avatares wieder vergessen waren. Jedoch geschah solches nicht nur in Asien, sodern überall in der Welt und bei einer Unzahl verschiedener Wesen, denn dies ist lila, Gottes Spiel.
Interessant hier zu erwähenen wäre noch, daß das Erscheinen von Avataren in den letzten hundert, hunderfünfzig Jahren zwar merklich zugenommen hat, seit einigen Jahren aber wieder allmählich stark abzunehmen scheint, und nun, nach dem Mahasamadhi von Paramhansa Hariharananda, ist die Zahl der in der Öffentlichkeit arbeitenden Avatare beinahe bei Null angelangt...


 

* * * * *

Es folgt nun die Übertragungslinie der Tradition des Kriya Yogas in neuerer Zeit, jedoch ist die Liste bei weitem noch nicht vollständig.

 


Linie der Kriya Yoga Gurus

Die Übertragungslinie beginnt mit Mahavatar Babaji,
welcher die uralte Technik wiederentdeckt hat und sie 1861 seinem Schüler Lahiri Mahasaya weitergab,
mit dem Auftrag, sie an alle ernsthaft Suchenden weiterzugeben.

1. Lahiri Mahasaya: der 'Vater des Kriya Yogas' (1928 - 1895)
2. Swami Mahabir, Schüler von Babaji
3. Swami Satyeswarananda Giri Babaji (wurde anfangs eingeweiht von Swami Satyananda, Sriyukteswar's Schüler.)

Die Übertragungslinie der Schüler von Lahiri Mahasaya:

4. Panchanan Bhattacharya (Schüler von Lahiri Mahasay)
5. Swami Kebalananda
6. Swami Pranabananda
7. Brahmachari Kesavananda
8. Tinkori Lahiri (ältester Sohn von Lahiri Mahasaya, geb. 1863)
9. Dukori Lahiri (jüngster SohnLahiri Mahasaya, geb. 1865)
10. Swami Sri Yukteswar (1855 - 1936)
11. Brajalal Adhikari
12. Prasad Das Goswami
13. Kali Kumar Banerjee
14. Kesav Chandra Banerjee
15. Ram Dayal Mazumder
16. Hari Narayan Palodhi
17. Bhupendranath Sanyal (1877-1962)
1.1 Brajalal Adhikari [Nadia, West Bengal]
1.2 Joyram Bhattacharya
1.3 Ramarupa Bhattacharya
1.4 Kailash Chandra Benerjee
1.5 Kanti Acharya

Linie der Schüler von (4) Panchanan Bhattacharya:
18. Sris Mukherjee (Schüler von 4)
19. Nagendranath Choudhuri (Schüler von 4)
20. Hari Mohan Bandopadhyaya (Schüler von 4)
21. Bodhisatta Bhattacharya (Sohn von 4)
22. Baman Das Bandopadhyaya (Schüler von 4)
23. Adyanath Roy (Schüler von 18)
24. Sibamoya Bhattacharya (Sohn von 21)
25. Nitai Charan Bandopadhyaya (Schüler von 22)

Schüler von (5) Swami Kebalananda:
26. Panchkori De (Brahmachari Santananda) [Sevayatan, Midnapore, West Bengal, India]
27. Tinkori De [Sevayatan, Midnapore, West Bengal, India]

Schüler von (6) Swami Pranabananda Giri:
28. Jnanendra nath Mukherjee
29. Brahmachari Sananda

Schüler von (7) Brahmachari Kesavananda:
30. Swami Satyananda
31. Swami Nityananda
32. Swami Vidyanada [Radhabag, Katyayani pith, Vrindaban, Uttar Pradesh, India]

Schüler von (8) Tinkori Lahiri (Shri TeenKodi Lahiri):
33. Tara Charan Lahiri
34. Satya Charan Lahiri (Shri Satyacharan Lahiri) [Satyalok, D/22/3 Chausatti ghat, Varanasi-1, Uttar Pradesh, India] (Enkel von Lahiri)
35. Abhaya Charan Lahiri
36. Banamali Lahiri (Enkel von Lahiri) [D/31/58 Madanpura, Varanasa-1, Uttar Pradesh, India]

Schüler von (9) Dukori Lahiri:
37. Ananda Mohan Lahiri

Schüler von (10) Swami Sri Yukteswar:
38. Motilal Mukherjee (1885-1992)
39. Swami Satyananda (initiated by Kebalananda) (1896-1971)
40. Paramhansa Yogananda (1893 - 1952)
41. Swami Bhabanada (-1984)(Swami Bhabhananda Giriji?) [ashram: Swami Sri Yukteswar Math in Chandrakona road , Midnapore, West Bengal]
42. Swami Paramananda (-1984)[Nimpura, Midnapore, West Bengal, India]
43. Swami Narayana (Swami Narayana Giri) ("Prabhujee")
44. Amulya Charan Santra [Kipperpore Center]
45. Bijoy Kumar Chatterjee
46. Bipin Chandra Bhumia (Dr. Bipin Bihari Bhumia)
49. Swami Satyeswarananda Giri
65. Swami Dhirananda (Basu Kumar Bagchi), initiated by Kebalananda
10.1 Sri Sailendra Bejoy Das Gupta
10.2 Golakananda Giri
10.3 Dasarathi Chatterjee

Enkelin von (16) Hari Narayana Palodhi:
69. Binapani Devi

Schüler von (17) Bhupendranath Sanyal:
70. Nikhil Dey
71. Sailendranath Mukherjee (8-A Haisova St., Calcutta - 700023)
72. Jwala Prasad Tiwari [Gurudham, Mandar Hill, Bhagalpore, Bihar, India]
73. Sunil Kumar Ghosh
17.1 Sri Girijapati (Gurudham ashram , Puri) (Sohn von 17)
17.2 Kashipati Sanyal (Gurudham ashram , Puri) (Sohn von 17)

Schüler von (34) Satya Charan Lahiri:
34.1 Shailendra Sharma
34.2 Dr. Ashoke Kumar Chatterjee (geb. 1933)

Schüler von (38) Motilal Mukherjee:
47. Tripurari Har [Lachhipur, Radhanagar via Ghatal, Midnapore, West Bengal, India]
48. Brahmachari Anilananda [Chatra, Serampore, Hooghly, West Bengal, India] )

Schüler von (39) Swami Satyananda: 50. Swami Sudhhananda (eingeweiht durch Kebalananda) [Sevayatan, Midnapore, West Bengal, India]
51. Swami Hariharananda/Ushananda [Karar Ashram, Swargadwar, Puri, Orissa, India] (s/a #58)
52. Swami Dhirananda
53. Swami Niranjanananda
54. Swami Jagadananda (Gadrasini, Belpahari, Midnapore, West Bengal, India)

Schüler von (40) Paramhansa Yogananda (PY):
57. Swami Atmananda
58. Swami Hariharananda (Robindranath Bhattacharya) (1907 - 2002) (s/a #51)
59. Swami Sevananda [Bholagiri Sanyas Ashram, Hardwar, Uttar Pradesh, India]
60. Swami Sadananda [Kriya yoga Kutir, Risikesh, Uttar Pradesh, India]
61. Swami Binayananda
62. Swami Bidyananda [Lakhanpur, Purulia, West Bengal, India]
63. Swami Satchidananda [Dhanyasol, Salboni, Midnapore, West Bengal, India]
64. Swami Premananda [Brahmachari Jotin)(4748 Western Ave., N.W., Washington, D.C.]
40.1 Srimati Kamala
40.2 Yogoda Satsanga Society of India (YSS) & Self-Realization Fellowship (SRF) [Sri Daya Mata, President]

Schüler von (51) Swami Hariharananda/Ushananda:
55. Swami Jnanananda [Bajitpur, Birbhum, West Bengal, India]
56. Brahmachari Bhubaneswarananda
68. Swami Premananda
58.1 Swami Atmananda Paramhansa
58.2 Swami Shankarananda Giri (disciple of 43?)
58.3 Paramhamsa Prajnanananda (Trioki Dash) (Brahmachari Triloki Dash )(Swami Prajñanananda Giri - Gründer der Prajnana Mission)

Schüler von (57) Swami Atmananda:
66. Swami Sradhhananda
67. Swami Brahmananda [Narkeldanga, Calcutta]

Schüler von (72) Jwala Prasad Tiwari:
72.1 Shrimati.Chandrakanta Agarwala (disciple Sanyal mahasay 17.2) [207-A , Rash Behari Avenue, Calcutta 700019, India]
72.2 Padmakant Thakur [Shyamacharan sangh, Guru ashraya, 231/B Patliputra Colony, Patna 800013]
72.3 Dr.Indranath Chakraborty
72.4 Sunil Kumar Ghosh

Schüler von (41) Swami Bhabananda:
74. Swami Sadhanananda


 

Vorbereitende Techniken


Hier wollen wir nun eine kleine Auswahl aus der Vielzahl von vorbereitenden Techniken und zusätzlichen Übungen rund um Kriya Yoga zusammenstellen. Neben den bekannten Konzentrationstechniken wollen wir auch Asanas und andere Körperübungen miteinbeziehen. Wir hoffen, daß jeder eine für ihn angemessene Methode hier zu finden vermag. Falls irgendwelche Fragen oder sonstige Anliegen bezüglich der Techniken und Übungen auftauchen sollten, könnt ihr uns natürlich jederzeit schreiben.
 


Hong-So

Die Hong-So( auch Hong Sau)-Technik öffnet den Schüler dem Licht. Es erinnert uns, dass wir allezeit in Gott ruhen.

Es wird folgendermassen praktiziert. Man wendet seine Augen sanft zum Ajna - Christuszentrum und beobachtet seinen ein - und ausströmenden Atem, ganz passiv. Die Aufmerksamkeit bleibt die ganze Zeit während der Technik an dieser Stelle.Wenn der Moment völlig spürbar natürlich ist, fällt man geistig mit dem Singen beim Einatmen ein - und zwar mit Hong (auf die Länge der natürlichen Einatmung bezogen Hooong). Der Einatmung folgt eine natürliche Pause , dann kommt die Ausatmung mit So (auf die Länge der Austamung bezogen Sooo, scharfes S am Anfang)

Durch die Übung wird der Atem ruhig und fein, der Geist vollkommen still, das Herz beruhigt sich und der altersbedingte Zerfall der inneren Organe wird stark verlangsamt.

Es ist dies eine wirksame Verbindung von Mantra & Pranayama, für sich schon zur Selbstverwirklichung geleitend. Führt schnell zu Savikalpa Samadhi, wenn es gewissenhaft und länger geübt wird. Es wird die Einatmung von der Ausatmung wegbewegt. Man kommt schneller in die Meditation.

Durch bekannte Mantren (vor und/oder nach Hong So) wie :

"Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein!
Möge es allen Wesen in allen Welten wohl ergehen!"

...wird die Technik u.U. noch mehr verstärkt und vertieft, es strömt der Friedenssegen in alle Richtung - dehnt sich auf andere Welten mit ihren Lebewesen gleichermaßen aus.
 

Maha Mudra

 

Maha Mudra ist ebenfalls eine Technik, die nicht in allen Linien praktiziert wird, und wenn sie gemacht wird, unterscheidet sich ihre Ausführung auch meist ein wenig. Die Hatha Yoga Pradipika erklärt in Kapitel III die Ausführung von Maha Mudra folgendermaßen:

10. Man drückt die Ferse des linken Fußes zu Yoni (Perineum) und streckt den rechten Fuß nach vorne. Dann werden die Zehen des rechten Fußes zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten.
11.-12. Durch das Verschließen der Kehle (durch Jalandhara Bandha) wird die Luft von außen nach innen und dann nach unten gezogen... Auf diese Weise wird Shakti (Sushumna) gerade und Kundalini verläßt Ida und Pingala und tritt in Sushumna ein... 14. Die großen Übel und Leiden wie der Tod werden dadurch zerstört, und aus diesem Grund nannten weise Männer diese Methode Maha Mudra....


Jalandhara Bandha

Jalandhara Bandha wird in der Hatha Yoga Pradipika folgendermaßen beschrieben:
69. Man ziehe die Kehle zusammen und drücke das Kinn gegen die Brust. Dies wird Jalandhara Bandha genannt, welches Alter und Tod auflöst.
70. Es verschließt die Öffnungen (Höhlen) der Nadigruppen, durch welche der himmlische Nektar (von Soma oder Chandra, im Gehirn) heruntertröpfelt...
71. In Jalandhara Bandha sind die konkretesten Hinweise für eine perfekte Ausführung des Zusammenziehens der Kehle jene, das der Nektar nicht in das Feuer (Surya, im Bauchnabel) fällt, und die Luft nicht unterbrochen wird.
72. Die zwei Nadis sollten durch das Zusammenziehen der Kehle fest verschlossen werden. Die wird dann der mittlere Kreis oder das Zentrum (Madhya Chakra) genannt...
73. Durch das zusammenziehen der Anusmuskeln wird Uddhiyana Bandha ausgeführt, dabei wird der Atemstrom in Sushumna gelenkt indem Ida und Pingala verschlossen werden.

Eine weitere Variante ist folgende:
Maha Mudra beginnt mit Pratishta, dann sitzt du auf einer Ferse, so wie im Bild unten gezeigt. Mit welchem Bein du beginnst ist egal.


 

Jetzt - mit OM in der Kutashta und deine ganze Aufmerksamkeit auf Gott gerichtet - beugst du dich vorwärts über das ausgestreckte Bein - soweit es bequem und locker geht.

 


 

Mit den Händen greifst du soweit wie möglich nach vorne - wie oben im Bild gezeigt. In dieser Position wiederholst du nun 12 x das Mantram OM in das Muladhara Chakra. Das Muladhara Chakra befindet sich anatomisch genau dort wo die Ferse, auf der du sitzt sein sollte - am unteren Ende des Steissbeins.
Nachdem du einen Zyklus von 12 OM beendet hast, wechselst du das Bein wie im Bild unten, beugst dich über das andere Bein und wiederholst erneut 12 Mal das Mantram OM in das Muladhara Chakra.
Beachte, dass du die ganze Zeit deine Aufmerksamkeit auf Gott richtest und Gott alle deine Erfahrungen, Erinnerungen, Emotionen und Handlungen schenkst bzw. widmest. Diese Einstellung sollte dir zur Gewohnheit für das ganze sein auf Erden und jenseits werden.

Jetzt nach der zweiten Serie von 12 OM streckst du beide Beine nach vorne, beugst dich erneut wie im Bild unten gezeigt nach vorne über beide Beine und wiederholst ein drittes Mal 12 Mal das Mantram OM in das Muladhara Chakra.

 


Als Zusammenfassung: du wiederholst für jedes Maha Mudra jeweils 3 Mal das Mantram OM in den drei verschiedenen Positionen wie oben gezeigt in dein Muladhara Chakra. Insgesamt also 36 Mal OM.  Jedes einzelne Maha Mudra beginnt mit Pratishta und endet mit Visarjan. Nach einem ganzen Zyklus von jeweils 3 Mal 12 OM in das Muladhara Chakra beendest du EIN Maha Mudra mit Visarjan bevor du weiterfährst oder das Maha Mudra wiederholst. Jedes Maha Mudra fängt immer mit Pratishta an und hört mit Visarjan auf!


 

Yoni Mudra

 

Sowohl in verschiedenen spirituellen Traditionen wie auch aus dem Hatha Yoga sind viele Mudras bekannt. Im Kriya Yoga werden nur wenige Mudras benutzt. So betrachten wir hier das Yoni oder auch Jyoti Mudra - benutzt um Ablenkung von Außen zu verringern. Die Verringerung der Ablenkung besteht nun keineswegs nur aus dem physischen Verschluss von Augen und Ohren, sondern auch aus einem energetischen Verschluss von Nadis wie wir gleich sehen werden. Dadurch wird eine innere Ruhe und Harmonie in den Anfangs-Jahren unserer Meditationspraxis leichter und schneller hergestellt.
Unten sehen wir das Bild einer Hand mit den typischen und wichtigsten Chakras auf der Hand-Innenfläche und den Fingerspitzen. Auf jeder Fingerspitze sehen wir ein Chakra und im Bereich der Handfläche 2 Chakras - eine zum Ausstrahlen und eine zum Empfangen. Natürlich sind auch die Chakren-Systeme der Fingerspitzen im Detail viel komplexer als hier gezeigt. So hat jede Fingerspitze auch ein empfangendes und ein sendendes Chakra.
Empfangen und Senden - zum feinstofflichen Fühlen und für die heilenden Berührungen zu denen JEDER Mensch von Natur auf in der Lage ist wenn er für alle Menschen reine Liebe empfinden kann. Den feinstofflichen Tastsinn benutzt du unter anderem, um Krankheiten an einem Lichtkörper zu ertasten oder die Eigenschaften von Energien zu erfühlen.
 

 

Die nächste Grafik unten zeigt die dazugehörenden 5 Punkte im Gesicht, die mit den 5 Fingern versiegelt werden um das Yoni Mudra auszuführen. Die Punkte sind genau da wo abgebildet. Wenn sich deine Wahrnehmungsfähigkeit auf feinstoffliche Energien ausweitet - als direktes Resultat deines spirituellen Fortschrittes - dann wirst Tausende von kleinen Chakren und Nadis bewusst fühlen, sehen oder anderweitig wahrnehmen können. Das eine Chakra aus dem Zentrum deiner Pupille ist sehr stark - und strahlt gleich einem Laserstrahl. Es sendet und empfängt fortlaufend - Liebe und Informationen. Wenn du mit offenen Augen einen gestreckten Finger ca 10 cm vor den Augen auf und ab bewegst, dann solltest du mit Leichtigkeit diesen "Augenstrahl" fühlen können. Die Augen sind das Tor der Seele zur Außenwelt während der Gefangenschaft im physischen Körper. Menschen mit reinem Gewissen können ALLEN anderen Menschen beliebig lange und zu jedem Zeitpunkt vor, während oder nach einer Konversation IMMER direkt in die Augen schauen. Das heisst sie sind voll bereit ganz zu allem zu stehen wie und was sie tun. Sie können sich lieben lassen und stehen zu all ihren Handlungen, Gedanken und Gefühlen. Menschen die innere oder bewusste Gewissenskonflikte haben - werden dabei öfters auf Schwierigkeiten stossen. Diese direkten Augenkontakte sind jedoch sehr hilfreich beim Auflösen in Liebe von allem was die betroffenen Menschen belastet oder trennt - d.h. auf Grund des momentanen Egos zwischen ihnen "steht". Beim Yoni Mudra wird auch diese Kommunikation mit der Außenwelt gedämpft, damit während der Meditation innere Ruhe und Harmonie entstehen kann. Die einzig wirklich wichtige Kommunikation ist die stetig wachsende Verbindung zu Gott. Als Resultat dieser immer reineren und offeneren Kommunikation wird immer mehr direkt von Gott in Liebe aufgelöst. Du fühlst dich erleichtert und freier - von Mal zu Mal immer mehr. Alle im obigen Bild gezeigten Chakren sind für den Austausch von Informationen bestimmt. Das Versiegeln dieser Chakren begünstigt das Erlangen der inneren Ruhe bei der Einleitung der Meditation. Wie im Bild unten gezeigt, legst du beidseitig alle 5 Finger jeder Hand an die genau gezeigten Punkte. Ganz sanft. Der Gehörgang wird dabei mit dem Daumen sanft zugedrückt. Achte auch darauf dass du besonders auf deinen Augen nur ganz sanft berührst. Wahre und dauerhafte innere Ruhe jedoch entsteht erst durch vollkommenes Verwirklichen von Yama und Niyama, vollkommenes Auflösen in Liebe ALLER Konflikte und des gesamten Karma, sowie durch vollkommenes Lieben und lieben lassen in allen Situationen. Durch zunehmende und gewissenhafte Praxis des gesamten und korrekten Kriya Yoga wird somit eine vollkommen natürliche innere Ruhe hergestellt. Das Yoni Mudra dient ausschließlich dem Anfänger während seinen ersten mehreren Jahren der intensiven Meditationspraxis zur Erleichterung der Meditations-Einleitung.
 

 

Alle im obigen Bild gezeigten Chakren sind für den Austausch von Informationen bestimmt. Das Versiegeln dieser Chakren begünstigt das Erlangen der inneren Ruhe bei der Einleitung der Meditation. Wie im Bild unten gezeigt, legst du beidseitig alle 5 Finger jeder Hand an die genau gezeigten Punkte. Ganz sanft. Der Gehörgang wird dabei mit dem Daumen sanft zugedrückt. Achte auch darauf dass du besonders auf deinen Augen nur ganz sanft berührst. Wahre und dauerhafte innere Ruhe jedoch entsteht erst durch vollkommenes Verwirklichen von Yama und Niyama, vollkommenes Auflösen in Liebe ALLER Konflikte und des gesamten Karma, sowie durch vollkommenes Lieben und lieben lassen in allen Situationen. Durch zunehmende und gewissenhafte Praxis des gesamten und korrekten Kriya Yoga wird somit eine vollkommen natürliche innere Ruhe hergestellt. Das Yoni Mudra dient ausschließlich dem Anfänger während seinen ersten mehreren Jahren der intensiven Meditationspraxis zur Erleichterung der Meditations-Einleitung.

 

Das Yoni Mudra wird mit beiden Händen gleichzeitig ausgeführt. So wie im Bild unten gezeigt. Deine gesamte Aufmerksamkeit ruht dabei in der Kutashta. Du bist dauernd für Gott geöffnet und lässt göttliches Licht und Liebe in dich und durch dich fliessen. Durch deinen ganzen Lichtkörper ebenso wie durch alle Zellen deines physischen Körpers. In dieser Position verweilst du solange wie vollkommen bequem möglich. Üblicherweise 15 bis 30 Minuten oder länger. Gott wird eine Arme hochhalten während du vollkommen auf ihn konzentriert bleibst !! Das Bild unten zeigt die vollkommene Position des Yoni Mudra.

Maha Mudra und Kechari Mudra sind jeweils in einem eigenen Kapitel erklärt. Wir betrachten im Bild unten noch kurz ein sehr verbreitetes Mudra zum Gebet, während der Meditation und oft auch während Unterhaltungen zwischen Menschen. Es führt zu innerer Ausgeglichenheit und Ruhe durch Reduktion des Energieaustausch mit der Außenwelt durch die Chakren der Hände. Diese Gebetshaltung erleichtert dir die Zuwendung nach Innen, um eins mit dir selbst zu sein und die Wahrnehmung der inneren intuitiven Führung zu erleichtern. Wie im Bild unten gezeigt schliesst sich der Kreislauf aller Fingerchakren und Handflächenchakren nach innen. dies erleichtert das "in sich ruhen - sich sammeln".

Im fortgeschrittenen Stadium der Meditationspraxis wirst du vermutlich nur noch dieses Mudra für deine Hände verwenden. Ebenso kannst du dieses Mudra nach Beendigung des Yoni Mudra anwenden, um die Meditation fortzuführen. Falte die Hände dabei ganz aber locker - so im im Bild oben gezeigt.


 

Navi Kriya

 

Wollen wir nun etwas genauer auf Navi oder Nabhi Kriya eingehen.
In manchen Linien ist diese Technik Bestandteil der ersten Initiation, in anderen Linien ist dies eine optionale Methode, welche nur von Kranken denen es nicht möglich ist den normalen Kriya zu praktizieren, angewandt wird (so z.B. von TBC Erkrankten oder Schwangeren). Dort wird es meist in Zusammenhang mit dem ‚mentalen Pranayama' verwendet, und wieder andere Linien haben auch von dieser Technik noch nichts gehört.

Kommen wir nun zu den Unterschieden der Anwendung von Nabhi Kriya in jenen Linien, in denen sie praktiziert wird. Manche lehren Navi ohne Atemkontrolle, andere lehren geheime Methoden der Atemregulierung für diese Technik. In einer weiteren Variante wird Japa im Rhythmus des Herzschlages miteinbezogen.
Ein weitere drastischer Unterschied scheint folgender zu sein: In manchen Linien wird gelehrt, das Nabhi Kriya vorne und hinten gemacht wird, während jedoch die meisten lehren, man soll Nabhi nur an der Vorderseite machen. Man sieht also, auch hier gibt es eine Vielzahl an Variationen und die oben genannten sind nur einige Beispiele dafür.
Hier folgt nun eine der verbreitetsten Variationen von Nabhi Kriya:

Navi Kriya wird vorne in das Navi Chakra gemacht - das Navi Chakra sitzt da wo sich anatomisch auch der Bauchnabel befindet. und hinten in das Manipura Chakra.
Um Navi Kriya zu praktizieren beginne zuerst mit Pratishta um die Übung einzuleiten, dann - mit all deiner Aufmerksamkeit in deiner Kutashta und deiner ganzen Hingabe und Öffnung zu Gott - wirst du den Kopf nach vorne beugen bis das Kinn das Brustbein berührt. Es entsteht so ein Mudra beim Berühren des Brustbeines.
Jetzt wiederholst du das Mantram OM 100 Mal in das Navi Chakra.. Zum Zählen kannst du das bereits früher beschriebene Mala mit 2 x 25 Perlen verwenden.
Dann neigst du deinen Kopf weit in den Nacken - so weit wie angenehm und wiederholst 25 Mal das Mantram OM in das Manipura.
Nachdem du die 100 OM in das Navi Chakra vorne und 25 OM in das Manipura Chakra hinten durchgeführt hast - wird Navi Kriya beendet durch Visarjan

 

Pratishta und Visarjan


Pratishta - das Gegenstück zu Visarjan

Pratishta wird nur zur Einleitung bestimmter Pranayama - Übungen gemacht. Es wird EIN MAL gemacht pro Übung und beginnt jeweils im Muladhara Chakra - führt über alle Chakren bis zum Ajna Chakra und dann direkt in die Kutashta.
Es wird genau so ausgeführt wie in der untenstehenden animierten Grafik. EINMAL. Es wird bei all den Übungen ausgeführt, bei denen es ausdrücklich als Einleitung der Übung erwähnt ist! Du wiederholst das Mantram OM entlang der Wirbelsäule in die jeweiligen Chakren - in das Muladhara Chakra, Svadhisthana Charka, Manipura Chakra, Anahata Chakra, Vishudda Chakra, Ajna Chakra und dann in die Kutashta. Genau so wie unten gezeigt. Alle Aufmerksamkeit sollte auf Gott gerichtet sein, damit durch deine Zuwendung an Gott dein Sahasrara Chakra immer geöffnet ist.

Lerne immer offen für Gott zu sein und Gottt in dich fliessen zu lassen mit all seiner heiligen Energie der Liebe, Gnade und Erlösung. Deine Hingabe und Liebe zu Gott wird dein Sahasrara Chakra immer geöfnet halten. Nur Deine Liebe zu Gott kann dies tun. Liebe ist der Schlüssel zu Gott. Lerne Gott in alle Teile und Aspekte deiner jetzigen Persönlichkeit - deines Ego - fliessen zu lassen. Heisse Gott willkommen in deinem Leben - in allen Teilen deines Lebens. IN ALLEN.

Mache aus deinem Körper einen Tempel Gottes - einen Tempel der Liebe und des Lichtes - dann wird diese allmächtige Liebe Gottes alles auflösen, was dich je von Gott getrennt hat, noch trennt oder künfitg noch trennen könnte. Lass dauernd göttliche, heilige Liebe durch dich fliessen - durch alle Zellen deines Körpers, durch alle Gedanken und Emotionen aber auch durch deine gesamte Vergangenheit und allem damit verbundenen Karma. Schenke alles Gott und du wirst frei sein - in Liebe - aus Liebe.


Visarjan - das Gegenstück zu Pratishta

Einige Pranayama Übungen erfordern Visarjan als Abschluss der Übung. In der Regel all diejenigen Übungen, die mit Pratishta beginnen. Visarjan ist genau das spiegelbildliche Gegenstück von Pratishta - genau wie im animierten Bild unten gezeigt.
Du beginnst mit OM in der Kutasthta - dann zum Ajna Chakra und entlang der Wirbelsäule hinunter bis in das Muladhara Chakra Immer entlang des Rückens in das Chakra.

 

Die Yogoda Aufladeübungen von Yogananda

Die Übungen sollten draussen in frischer Luft oder zumindest vor einem offenen Fenster gemacht werden, und zwar langsam und mit tiefer Konzentration. Es ist besser, jede Übung wenige Male korrekt als viele Male hintereinander schnell und geistesabwesend zu machen.

Jede dieser Übungen kann auch öfter als angegeben gemacht werden. Wenn Sie jedoch die Zahl erhöhen, achten Sie darauf, dass Sie die Übungen nicht zu flüchtig machen. Man kann einige oder alle Übungen auch öfter als zweimal täglich machen, um Müdigkeit oder körperliches Unwohlsein zu bekämpfen.

Wenn man die Reihenfolge einmal auswendig kann und jede der 38 Übungen so oft wie angegeben macht, braucht man dazu nicht länger als 15 Minuten. Auf diese Weise können Sie feststellen, ob Sie sie zu langsam oder zu schnell machen.

Wenn Sie einen Körperteil anspannen, achten Sie darauf, immer mit schwacher Spannung zu beginnen und allmählich zu mittlerer und starker Spannung überzugehen. Entspannen Sie danach in umgekehrter Reihenfolge: stark, mittel, schwach.

Spannen Sie niemals mit einer schnellen und ruckartigen Bewegung an!

Spannen Sie nie so stark, dass Sie ein unbehagliches Gefühl haben!

Man braucht die »starke« Spannung nicht länger als 3 Sekunden anzuhalten. Ein kranker oder schwacher Körperteil sollte nur »schwach« angespannt werden.

Doppeltes Einatmen« bedeutet, dass man einmal kurz und einmal lang durch die Nase einatmen soll. »Doppeltes Ausatmen« bedeutet, dass man einmal kurz und einmal lang durch den Mund ausatmen soll: »Hah - Hahhhhh« Das »Hah« wird nicht ausgesprochen, sondern nur geatmet - so, wie ein kräftiger Seufzer. »Doppeltes Atmen« bedeutet, dass man in dieser Weise fortlaufend ein- und ausatmen soll.

Wo keine besonderen Anweisungen zum Atmen gegeben werden, soll man ruhig und natürlich atmen, ohne zu versuchen, den Atem mit der Spannung oder Entspannung in Einklang zu bringen.

Wir empfehlen, zuerst eine Übung zu lernen und dann so viele hinzuzunehmen, wie man während der 15 oder 20 Minuten schaffen kann. Jeden Tag sollte man eine oder einige neue Übungen dazulernen - (wobei man die Zeit auf 15 bis 20 Minuten beschränken sollte) bis einem alle Übungen geläufig sind und man sie in sein morgendliches oder abendliches Programm aufgenommen hat.

Leider liegen mir gegenwärtig nicht alle Übungen vor. Nachfolgend die leider unvollständige Liste der insgesamt 38 Übungen:

2. Aufladen der Beine
(3 bis 5mal mit jedem Bein wiederholen)
Verlagert das Gewicht auf den rechten Fuß. Beugt das linke Knie, so daß der linke Fuß leicht angehoben wird, und schwingt das Bein (nur vom Knie abwärts) langsam vor und zurück, wobei ihr vor allem die Muskeln des Oberschenkels anspannt. Entspannt die Muskeln nach dem Vor- und Zurückschwingen, d.h., spannt sie nur so leicht an, daß ihr das erhobene Bein in dieser Stellung halten könnt. Wenn ihr diese Übung 3 – 5 mal gemacht habt, geht sofort zu Übung 3 über (Kreisen der Fußgelenke) und übt erst danach das Aufladen des rechten Beines mit anschließendem Kreisen des rechten Fußgelenkes .

3. Kreisen der Fußgenlenke
(5 mal in beiden Richtungen kreisen)
Verlagert das Gewicht auf das rechte Bein, spannt das linke Fußgelenk an und kreist den Fuß langsam 5 mal in der einen und 5 mal in der anderen Richtung. Tut dasselbe mit dem rechten Fußgelenk, sobald ihr Übung 2 mit dem rechten Bein beendet, habt.

4. Aufladen der Unterschenkel und Unterarme, Oberschenkel und Oberarme
(3mal mit dem linken und 3mal mit dem rechten Arm und Bein; 3mal mit beiden Armen und Beinen)
Verlagert das Körpergewicht auf den rechten Fuß, so daß der linke Fuß - etwas nach links vorgesetzt - leicht auf den Boden ruht. Spannt gleichzeitig den linken Unterschenkel und den linken Unterarm und entspannt sie wieder. Danach spannt den linken Oberschenkel und den linken Oberarm an und entspannt. Dies zählt als einmal. Nach 3maligem Üben verlagert das Gewicht auf den linken Fuß und spannt, den rechten Unterschenkel und den rechten Unterarm an; entspannt. Spannt danach den rechten Oberschenkel und den rechten Oberarm an und entspannt. Wiederholt dies 3mal. Dann spannt gleichzeitig beide Unterschenkel und Unterarme an und entspannt. Spannt gleichzeitig beide Oberschenkel und Oberarme an; entspannt, wiederholt dies 3mal.

9. Aufladen des Halses
(3 - 5mal wiederholen)
Senkt den Kopf, so daß das Kinn auf der Brust ruht. Dann spannt die Muskeln des Halses und der Kehle an und zieht das Kinn gegen die Spannung hoch, bis der Kopf nach hinten geneigt, ist. Entspannt vollkommen, so daß der Kopf durch sein eigenes Gewicht wieder nach vorn fällt und das Kinn auf die Brust zurücksinkt. Das Vorwärtsfallen des Kopfes endet in einem leichten Ruck.

10. des Halses
(3 - 5mal in beiden Richtungen kreisen}
Spannt die Muskeln in Hals und Kehle leicht an. Kreist den leicht gespannten Hals und Kopf langsam 3 - 5mal in der einen und 3 bis 5mal in der anderen Richtung. Dann entspannt und kreist den Kopf ein paar Mal ohne Spannung in beide Richtungen.

11. Justieren der Wirbelsäule
(6 – 8mal)
Beugt die Ellbogen leicht, bis sich die Unterarme ungefähr parallel zum Erdboden befinden, und haltet die Oberarme dicht an den Körper. Dann dreht den Oberkörper mit einer schnellen Bewegung nach links und die Hüften nach rechts; anschließend den Oberkörper nach rechts und die Hüften nach links. (Eine Drehung nach einer Richtung zählt als einmal.)

12. Kreisen der Wirbelsäule
Setzt die Füße 30 - 40 cm auseinander, spannt die Beine leicht an und legt die Hände auf die Hüften. Konzentriert euch darauf, die Rückenmuskeln beiderseits der Wirbelsäule anzuspannen. Dann beugt den Rumpf leicht nach vorn und haltet die Spannung beiderseits der Wirbelsäule an. Kreist den Rumpf oberhalb der Hüfte 5mal in der einen und 5nal in der anderen Richtung. Bewegt nicht die Hüfte-, sondern kreist nur den Oberkörper. Haltet die Wirbelsäule oberhalb der Taille gerade.

16. Übung zur Anregung des Gedächtnisses
(mehrere Male)
Klopft mit den Knöcheln über die ganze Schädeldecke. Konzentriert euch bei jedem Klopfen und fühlt, wie die Gehirnzellen erweckt und angeregt werden. Dies ist eine hervorragende Übung, um Gehirn und Nerven zu beleben.

17. Massage der Kopfhaut
Setzt die Fingerspitzen fest, auf die Kopfhaut, damit die Finger nicht auf dem Haar ausgleiten, und bewegt die Kopfhaut in kleinen Kreisen. Massiert auf diese Weise den ganzen Schädel. Durch diese Übung werden die Muskeln der Kopfhaut gelockert und der Blutkreislauf angeregt.

18. Massage des verlängerten Marks
(2 - 3mal wiederholen)
Legt die drei mittleren Finger einer jeden Hand auf das verlängerte Mark an der Schädelbasis. Drückt die Finger fest gegen das verlängerte Mark und bewegt sie in kleinen Kreisen 3mal in der einen und 3 mal in der anderen Richtung. Dann spannt Kehle und Kopf wie beim. »Aufladen des Halses«, an und beugt den Kopf zurück. Entspannt und drückt den Kopf rasch mit den Fingern nach vorn, so daß das Kinn schnell (aber sanft) auf die Brust fällt.

19. Aufladen der Bizepsmuskeln
(mit jedem Arm abwechselnd 3mal)
Faltet die Hände über dem Kopf (oder laßt sie auf dem Kopf ruhen und spannt und entspannt abwechselnd den einen und dann den anderen Bizeps

20. Vierteiliges Aufladen des Körpers
(alle vier Teile 1 -2mal)
Siehe ausführliche Beschreibung dieser Übung in Lehrbrief 8 (Technik der Aufladung der zwanzig Körperteile) und ihre Variationen.
1) Atmet mit einem kurzen und einem langen Atemzug tief ein, und spannt den ganzen Körper langsam von schwach bis stark an. Haltet die vibrierende Spannung drei Sekunden lang an. Stoßt den Atem mit (…)

21. Aufladen der Arme auf und ab
(3 - 5mal)
Haltet die Ellbogen seitlich an den Körper und hebt die gespannten Unterarme hoch, als ob ihr ein Gewicht anhebt, bis sich die Fäuste in Schulterhöhe befinden, entspannt kurz; dann spannt wieder an und senkt das imaginäre Gewicht herab. Entsannt und wiederholt. Die Übung sollte so ausgeführt werden, als ob man ein Gewicht in rhythmischer Bewegung hebt und senkt. Die Innenseiten der Fäuste sollten sich gegenüberliegen.

22. Doppeltes Atmen mit Berühren der Ellbogen
(3 - 5mal)
Streckt die Arme seitlich in Schulterhöhe aus und beugt die Ellbogen im rechten Winkel, so daß sich die Unterarme senkrecht zum Erdboden befinden. Dann bringt die Arme mit schwingender Bewegung bis sich Ellbogen, Unterarme und Fäuste seitlich berühren. Gleichzeitig atmet mit einem doppelten Atemzug aus, entspannt den Körper und beugt leicht die Knie. Haltet inne und zählt bis drei. Atmet mit einem doppelten Atemzug ein und spannt die zwanzig Körperteile in einer fortlaufenden Spannungswelle von unten nach oben (wie in Übung 1) an, während ihr die gebeugten Arme wieder in die Ausgangsstellung zurückführt. Haltet inne und zählt bis drei. Atmet mit einem doppelten Atemzug aus und entspannt die zwanzig Körperteile in umgekehrter Reihenfolge, während ihr die Unterarme wieder nach vorn führt und leicht die Knie beugt. Haltet inne und zählt bis drei. Achtet darauf, daß die ganze Zeit die Wirbelsäule gerade, die Ellbogen in Schulterhöhe und die Unterarme senkrecht zum Erdboden gehalten werden müssen. Die Innenseiten der Fäuste sollen während der Spannungsphase dieser Übung zum Kopf hin gerichtet sein. Während der entspannten Stellung zeigen die Innenseiten der Fäuste zur Stirn.

23. Aufladen der Arme
(3 - 5mal)
Streckt die Arme seitlich in Schulterhöhe aus und beugt die Ellbogen, so daß die Fäuste beiderseits seitlich des Kopfes liegen. Dann spannt die Unterarme an, während ihr sie zu beiden Seiten hin ausstreckt; haltet die Oberarme dabei in Schulterhöhe. Entspannt kurz. Spannt wieder an und führt die Arme in die Ausgangsstellung zurück. Entspannt kurz. Diese Übung soll so ausgeführt werden, als ob man schwere Gewichte zu den Seiten des Kopfes anhebt und wieder senkt. Die Innenseiten der Fäuste sind in der ausgestreckten Haltung nach oben gerichtet und, wenn sie seitlich des Kopfes ruhen, nach unten.

24. Armkreisen (kleine Kreise)
(mehrere Male in beiden -Richtungen! Streckt die Arme seitlich in Schulterhöhe aus. Ballt fest die Fäuste und spannt den ganzen Arm an, wobei die wobei die Handflächen nach oben gedreht sind. Bewegt die Arme von den Schultern aus in kleinen Kreisen und steigert die Spannung. Entspannt kurz. Darm kreist mit steigender Spannung mehrere Male in die entgegengesetzte Richtung.

25. Aufladen der Arme von der Stirn aus
(3 - 5mal)
Streckt die Arme in Schulterhöhe nach vorn und beugt die Ellbogen, bis die Fäuste leicht die Stirn berühren. Spannt beide Arme an und streckt sie nach vorn. Entspannt kurz; dann spannt sie wieder an und führt sie zum Kopf in die Ausgangsstellung zurück. Entspannt kurz und wiederholt. Die Übung soll so ausgeführt werden, als wenn ein schweres Gewicht zur Stirn gehoben und wieder gesenkt wird. Die Innenseiten der geschlossenen Fäuste sollten sich während dieser Übung gegenüberliegen.

26. Vierteiliges Aufladen der- Finger
{mehrere Male in jeder Stellung)
Laßt die Arme seitlich herabhängen, spannt die Finger an und öffnet und schließt die Fäuste rasch nacheinander, wobei ihr die Finger gespannt haltet. Wiederholt dasselbe mit seitlich in Schulterhöhe ausgestreckten Armen, wobei die Handflächen nach unten zeigen. Wiiederholt mit gerade nach vorn ausgestreckten Armen, wobei die Handflächen wieder nach unten zeigen. Wiederholt mit über den Kopf erhobenen Armen, wobei die Handflachen nach vorne zeigen.

30. Geh-Übung
(25 - 50mal)
Hebt, die Füße abwechselnd an wie beim Marschieren (nur übertrieben) und spannt dabei das ganze Bein einschließlich der hinteren Muskeln des Oberschenkels. Spannt gleichzeitig den Arm der gegenüberliegenden Seite an und führt die Faust zur Brust. Dann entspannt und senkt den Arm, während ihr den Fuß aufsetzt und das Bein entspannt. Diese Übung soll rhythmisch auf der Stelle gemacht werden.

31. Lauf –Übung
(25 - 50mal wiederholen)
Lauft mit leichtem, federndem Schritt an Ort und Stelle, wobei ihr die Fersen nach hinten werft, als ob ihr das Gesäß berühren wolltet. Lauft auf den Zehenspitzen, um eine Erschütterung des Körpers zu vermeiden, versucht, einen natürlichen Rhythmus einzuhalten. Die Arme sollten während der ganzen Zeit angewinkelt gehalten werden.

32. Fecht-Übung
(3 bis 5mal jede Seite abwechselnd)
Beugt die Arme im Ellbogengelenk, so daß die Fäuste auf der Brust ruhen. Spannt das linke Bein an und setzt es 25 - 35 cm vorwärts. Das linke Knie soll leicht gebeugt sein. Das rechte Bein soll gerade und gespannt gehalten werden, mit der Ferse flach auf den Boden. Gleichzeitig ballt die rechte Faust und spannt den rechten Arm an. Streckt den rechten Arm in Brusthöhe gerade nach vorn und atmet mit doppeltem Atemzug aus. Die Brust soll ebenfalls angespannt sein. Entspannt langsam und führt Fuß und Arm in die Ausgangsstellung zurück; dann atmet, mit doppeltem Atemzug ein. Wiederholt abwechselnd mit dem entgegengesetzten Fuß und Arm. Während der ganzen Übung sollen Wirbelsäule und Kopf aufrecht und senkrecht zum Erdboden gehalten werden. Wenn der Arm nach vorn gestreckt wird, sollen Handgelenk und Arm in gerader Linie, d. h. nicht gebeugt sein; die Handflache der rechten Faust soll zur linken und die Handfläche der linken Faust zur rechten Seite weisen; mit anderen Worten; die Faust soll weder nach oben noch nach unten gedreht werden.

 

Übungen zur Kräftigung und Heilung

WICHTIGE ÜBUNGEN ZUR KRÄFTIGUNG UND ZUR HEILUNG
(von Paramhansa Yogananda)

Wir wissen, daß ein Toter keinen Sauerstoff einatmen, keinen Sonnenschein aufnehmen und keine Nahrung verdauen kann, weil er keine Lebenskraft mehr hat. Lebenskraft ist also die erste und unmittelbare Voraussetzung für unser körperliches und geistiges Wohlergehen. Gedanken, Wille, Gefühl, Muskelkraft, die Tätigkeit des Herzens und Gehirns, der Lunge, Bauchspeicheldrüse, Leber, Galle und anderer Verdauungsorgane sowie der Drüsen sind alle von diesem lebenswichtigen Prinzip abhängig. Die Lebenskraft ist die innere Elektrizität, die das Gehirn in Gang hält, welches wiederum schöpferische Ideen erzeugt, neue Eindrücke aufnimmt und den ganzen Körper aufrechterhält.

Das Herz hat die Funktion, zur Reinerhaltung des Körpers beizutragen und die Nahrung an die Milliarden hungriger Körperzellen zu verteilen. Magen und Darm entnehmen der Speise die erforderlichen Nährstoffe, die zur Wiederherstellung oder zum Aufbau verschiedener Gewebe (Knochen, Nerven, Schleimhaut, Fettgewebe und Muskeln) gebraucht werden. Sie sind die »Großküche«, in der die richtige Nahrung für die verschiedenen Gewebe zubereitet wird. Die Milliarden Körperzellen, die inneren Organe und die sensorischen Nerven werden allein durch die Lebenskraft erhalten. Scheinbar wird der physische Körper nur durch Nahrung aufrechterhalten, doch jede physische Nahrung wäre zwecklos, wenn sie nicht durch die geheimnisvolle Kosmische Lebenskraft in Energie umgewandelt würde.

Nachdem man die Schule abgeschlossen hat, ist es mit regelmäßiger Körperertüchtigung meist vorbei; dann beginnt die Zeit des »guten Essens« und der daraus entstehenden Krankheiten. Viele Menschen wissen nicht, daß gute und dauerhafte Gesundheit von der Befolgung einiger grundsätzlicher Regeln abhängt:

1. richtige Ernährung, mäßiges Essen und gelegentliches Fasten 2. gute Verdauung 3. genügend körperliche Bewegung, frische Luft und Sonnenbäder 4. Herrschaft über die Sexualkraft 5. gute Gedanken und Frohsinn 6. Meditation
Mißbraucht eure Sinne nicht, legt eure schlechten Gewohnheiten ab, hütet euch vor Ausschweifungen und sorgt für ausreichende körperliche Bewegung.
Nehmt so oft wie möglich ein Sonnenbad, etwa zehn Minuten bis eine halbe Stunde lang, je nach der Intensität der Sonnenstrahlen.

Macht mindestens sechsmal am Tag drei tiefe Atemzüge an der frischen Luft:

a) Atmet zuerst schnell durch Mund und Nase aus.
b) Atmet dann langsam nur durch die Nase ein und zählt dabei bis 12.
c) Haltet den Atem an, während ihr bis 6 zählt.
d) Atmet aus, während ihr wieder bis 6 zählt.

Macht euch dies zur festen Gewohnheit, damit ihr es ganz automatisch tut, wenn ihr draußen im Freien seid. Die Zahl während des Einatmens, Atemanhaltens und Ausatmens kann notfalls abgeändert werden, doch das Zahlenverhältnis muß dasselbe bleiben. Wenn ihr z.B. beim Einatmen bis 8 zählt, haltet den Atem bis 4 zählend an und atmet bis 4 zählend aus. Wer gesund ist und eine gute Lunge hat, dürfte allerdings keine Schwierigkeiten mit dem Rhythmus 12-6-6 haben.


MAGEN-ÜBUNG

Diese Übung fördert die Verdauung und Peristaltik und verhütet Verstopfung und Fettleibigkeit. Man sollte sie täglich machen - am besten morgens nach dem Aufwachen oder zu irgendeiner anderen Tageszeit, wenn der Magen verhältnismäßig leer ist. (Nach dem Essen sollte man auf jeden Fall eine Stunde warten.)

1. a) Stellt euch vor einen Sessel, beugt euch mit ausgestreckten
Armen nach vorn und faßt beide Armlehnen. b) Stoßt allen Atem aus.
c) Während ihr dann den Atem anhaltet, zieht den Unterleib so weit wie möglich ein; dann drückt ihn so weit wie möglich heraus.
d) Wiederholt dies dreimal, ohne dabei zu atmen.
e) Atmet wieder ein.

Wiederholt die ganze Übung fünfmal. Bei Verdauungsstörungen oder Verstopfung wiederholt sie zehnmal.
2. a) Stellt euch aufrecht hin und schließt die Augen.
b) Legt beide Hände übereinander auf den Unterleib und drückt sie leicht an.
c) Spannt den unteren Teil des Bauches an.
d) Während ihr die Spannung im unteren Teil anhaltet, spannt auch den oberen Teil des Bauches an.
e) Entspannt den oberen und unteren Teil gleichzeitig.

Wiederholt diese Übung sechsmal.


GEH- UND LAUFÜBUNG

Wer die Geh- und Laufübung (auf der Stelle) zweimal täglich an der frischen Luft macht, trägt viel dazu bei, seinen Körper gesund zu erhalten. (Wer jedoch ein schwaches Herz hat, sollte die Laufübung unterlassen.) Selbst wenn ihr müde seid, könnt ihr eure Müdigkeit durch diese und andere Aufladeübungen oder durch sie alle schnell überwinden.

Für die Gehübung zieht die Schuhe aus, und übt möglichst dicht vor einem offenen Fenster - oder noch besser auf einer offenen Veranda. Bleibt auf derselben Stelle und macht die üblichen Gehbewegungen, nur mit übertriebener Bewegung der Beine, d.h., ihr hebt die Füße nicht nur einige Zentimeter vom Boden, sondern so hoch wie möglich, wobei das gebeugte Knie bis zur Höhe des Gesäßes gezogen wird. Während ihr den linken Fuß hochhebt, hebt gleichzeitig den angewinkelten rechten Unterarm an, wobei der Ellbogen seitlich am Körper liegt. Dann setzt den linken Fuß auf den Boden und senkt den rechten Unterarm wieder herab. Hebt den rechten Fuß hoch, wobei ihr das Knie bis zur Höhe des Gesäßes zieht, und hebt den angewinkelten linken Unterarm hoch, während der Ellbogen seitlich am Körper liegt. Macht diese Bewegung abwechselnd links und rechts - ungefähr 25-100 Schritte - auf der Stelle.

Die Laufübung wird ebenfalls auf derselben Stelle mit den üblichen Laufbewegungen gemacht. Dabei sollten die Fersen fast das Gesäß berühren. Die Arme werden seitlich des Körpers stillgehalten. Lauft mit federndem Schritt - etwa 50 Schritte.


ANDERE WIRKSAME ÜBUNGEN

Jedesmal, wenn ihr einen Körperteil entspannen wollt, spannt ihn zuerst leicht und haltet dann die Spannung an, während ihr bis drei zählt; dann entspannt ihn schnell und fühlt, wie sich die Energie aus diesem Körperteil zurückzieht. Haltet den entspannten Teil ruhig, und vergeßt ihn.
Dann steht auf, schließt die Augen, und spannt den ganzen Körper an - d.h. alle Körperteile gleichzeitig - und entspannt ihn wieder, wobei ihr den Atem kräftig ausstoßt. Bleibt ruhig stehen. Nach einigen Augenblicken spannt den ganzen Körper wieder an und entspannt ihn dann, während ihr ausatmet. Dadurch erreicht ihr völlige Entspannung (mit Ausnahme der Muskeln, die ihr anspannen müßt, um euch aufrecht zu halten) . Diese Übung kann auch im Liegen gemacht werden, wenn man sich völlig entspannen will. wenn man die Energie durch das Üben dieser Technik zurückzieht, entspannen sich alle Körperteile, und der Körper wird ganz still.
Jedesmal, wenn ihr müde seid oder Sorgen habt, spannt den ganzen Körper an und entspannt ihn dann, während ihr ausatmet; das hat eine beruhigende Wirkung. Wenn ihr vor dem Entspannen nur wenig oder teilweise anspannt, wird nicht alle Spannung beseitigt. Doch wenn ihr stark anspannt, so daß ihr vor Energie vibriert, und dann schnell »loslaßt«, erreicht ihr völlige Entspannung. Folgende Übungen solltet ihr immer dann machen, wenn ihr euch entspannen oder irgendeinen Körperteil heilen wollt:

1. a) Spannt den rechten Arm an, bis er vibriert.
b) Legt den Ellbogen seitlich an den Körper und hebt den Unterarm an, bis sich die Faust in Schulterhöhe befindet - so als ob ihr ein Gewicht von 5-10 Pfund anhebt.
c) Entspannt den Arm und senkt ihn herab.
d) Wiederholt die Übung mit dem linken Unterarm, und fahrt dann abwechselnd mit dem rechten und linken Arm fort. Danach hebt und senkt beide Arme gleichzeitig.
2. a) Streckt die Arme seitlich aus, so daß sie sich parallel zum Erdboden befinden, und spannt sie - mit geballten und nach oben gekehrten Fäusten - an, bis sie vibrieren.
b) Beugt die Ellbogen und führt die Fäuste an die Schultern. Spannt sie genug an, bis sie vibrieren, so als ob ihr auf jeder Seite ein schweres Gewicht anhebt.
c) Entspannt die Arme und senkt sie seitlich herab.

Wiederholt das Ganze.
3. a) Streckt die Arme seitlich aus, so daß sie sich parallel zum Erdboden befinden; dann atmet aus und bringt die Arme nach vorn, bis sich die Handflächen berühren, und entspannt gleichzeitig alle Körperteile.
b) Atmet ein, spannt alle zwanzig Körperteile an und bringt die Arme wieder in die Ausgangsstellung.
c) Entspannt alle Körperteile, senkt die Arme seitlich herab und atmet langsam aus.

Wiederholt das Ganze.
4. a) Stellt euch vor einen Sessel, und greift mit beiden Händen die Armlehnen.
b) Atmet aus, entspannt euch und setzt euch schnell in die Hocke, so daß das Gesäß auf den Fersen ruht.
c ) Atmet ein und spannt gleichzeitig den ganzen Körper an; dann haltet ihn gespannt, während ihr bis 20 zählt.
d) Haltet die Spannung, steht auf und spannt den Körper an, bis er vibriert.
e) Atmet aus, entspannt euch und setzt euch wieder in die Hocke.

Wiederholt das Ganze.


HEILÜBUNGEN

Richtige Ernährung ist ein wichtiger Faktor, wenn man Gesundheit, gutes Aussehen, Jugendlichkeit und das richtige Körpergewicht anstrebt oder beibehalten will. Doch oft kann nur die Lebenskraft eine sofortige und völlige Heilung bewirken. Mit den nachfolgenden Übungen kann man die Lebenskraft bewußt in den Körper lenken, was sich sehr vorteilhaft auf schwaches Bindegewebe oder geschwächte körperliche Organe auswirkt.
Um Schmerzen im Arm oder Bein zu beseitigen, um die Glieder zu stärken oder erschlaffte Muskeln zu kräftigen, macht folgende Technik mit dem betreffenden Körperteil:
a) Zieht den Muskel (oder die Muskeln) leicht und mit tiefer Konzentration zusammen, während ihr bis 20 zählend ausatmet.
b) Entspannt die Muskeln, und atmet ein.

Wiederholt diese Übung 6mal morgens oder auch zu jeder anderen Tageszeit. Schwache Waden und Oberschenkel können durch das Üben dieser Technik gestärkt werden.


ÜBUNG FÜR DIE KNIE

a) Setzt euch in die Hocke, so daß ihr auf den Fersen sitzt, und atmet aus.
b) Erhebt euch schnell und atmet ein.
c) Haltet den Atem an und spannt die Muskeln des ganzen Körpers leicht an.
d) Atmet aus und entspannt euch.

Wiederholt dies morgens und abends 10mal.


ZWEI ÜBUNGEN FÜR DAS RÜCKGRAT

1. a) Setzt euch aufrecht auf einen Stuhl, und kreist den Kopf 5mal im entgegengesetzten Uhrzeigersinn. b) Kreist den Kopf 5mal im Uhrzeigersinn.
2. a) Setzt euch aufrecht auf einen Stuhl, und legt die gefalteten Hände um den Hinterkopf.
b) Biegt Kopf und Wirbelsäule ruckartig zurück.
c) Löst die Hände und beugt euch nach vorn, indem ihr mit den Händen die Zehen berührt.

Wiederholt dies morgens und abends 6mal.


ZUR FÖRDERUNG DER VERDAUUNG

a) Atmet aus, ohne wieder einzuatmen.
b) Während ihr den Atem anhaltet, zieht Unterleib und Magen ein und konzentriert euch auf den Nabel. Zählt bis 20.
c) Entspannt Magen und Unterleib, und atmet ein.

Wiederholt dies morgens und abends 6- bis 12mal.


GEGEN KoPFSCHMERZEN

a) Preßt die eine Handfläche gegen den Hinterkopf und die andere leicht gegen die Stirn.
b) Atmet ein und haltet den Atem an, während ihr mit tiefer Aufmerksamkeit die Muskeln am Scheitel leicht zusammenzieht.
c) Atmet aus und entspannt die Muskeln.

Wiederholt dies 4- bis 6mal.


ZUR ANREGUNG DER GEHIRNTÄTIGKEIT

a) Atmet aus, ohne wieder einzuatmen.
b) Spannt die Muskeln des Kopfes leicht an und haltet sie bei voller Konzentration gespannt, während ihr bis 15 zählt.
c) Atmet ein und entspannt die Muskeln.

Wiederholt dies 6mal.


FÜR DIE NERVEN

a) Atmet ein und haltet den Atem an.
b) Spannt den ganzen Körper an, d.h. alle Muskeln gleichzeitig.
c) Haltet die Spannung an, während ihr bis 20 zählt und euch tief auf den ganzen Körper konzentriert.
d) Atmet aus und entspannt euch.

Wiederholt dies 3mal. Macht die Übung jederzeit, wenn ihr euch schwach fühlt oder nervös seid.


FÜR DIE AUGEN

a) Atmet aus, ohne wieder einzuatmen.
b) Schließt die Augen und zieht Augenlider und Brauen leicht zusammen.
c) Haltet die Augen gespannt, während ihr euch tief darauf konzentriert, und zählt dabei bis 20.
d) Entspannt sie und atmet ein.

Wiederholt dies morgens und abends 7mal.

Kechari Mudra

Die Auffassung über diese Methode scheint von Linie zu Linie eine sehr unterschiedliche zu sein. Es gibt da solche, die den Wert von Kechari als sehr hoch einstufen, andere, die dieser Methode keinerlei Aufmerksamkeit schenken und wieder andere, denen zufolge Kriya gar nicht praktiziert werden kann, ohne Kechari. Ronald T. schreibt in seiner 'online Referenz für Kriya Yogis':
"Einige Organisationen die vorgeben, den originalen Kriya Yoga von Lahiri Mahasaya zu lehren, lehren wieder Nabhi Kriya noch Talabya Kriya (welches eine Vorbereitung für Kechari Mudra ist). Und in manchen Fällen wird zwar Pranayama gelehrt, jedoch in einer modifizierten Form." Ein Zitat von Sri Yukteswar lässt jedoch eher darauf schließen, daß das Gegenteil, zumindest in seiner Linie, der Fall war: "Der Pfad des Kriya ist schon eigentümlich genug, auch ohne daß die Schüler mit Zungen wie von Hunden enden."

Auch Yogananda scheint Kechari der Allgemeinheit nicht gelehrt zu haben. Zwar gibt es einige Aussagen, welche anderes behaupten, doch braucht es nicht allzuviel Recherchen, um festzustellen, daß Yogananda Kechari höchsten wirklich sehr vereinzelten, weit fortgeschrittenen Schülern lehrte, in seinen Lehrbriefen jedoch findet man, bis auf eine wage Andeutung, nichts von dieser Technik. Hingegen lehrt der ehemalige Vizepräsident der SRF, Swami Kriyannanda in seiner Ananda Sangha, Kechari sehrwohl, jedoch ebenfalls erst weiter fortgeschrittenen Schülern.
Es gib viele Spekulationen um das Thema Kechari, vor allem über den wirklichen Nutzen dieser Technik, da selbst in jenen Organisationen, in denen sie gelehrt wird, meist nur eine abgeschwächte Variante gezeigt wird, wohingegen das Original aus den alten Yoga Überlieferungen eine doch sehr drastische Maßnahme beinhaltet, die wohl nur für eine sehr begrenzte Zahl von Menschen geieignet ist.

In der Hatha Yoga Pradipika III;32 wir Kechari Mudra folgendermaßen erläutert:
"Kechari Mudra erreicht man, wenn die Zunge aufwärts in die Kehle gedrückt wird, indem sie nach hinten gerollt wird. Um dies zu erreichen, wird die Zunge verlängert, indem die untere Sehneder Zunge fortwährend eingeschnitten wird. Wenn die Zunge soweit verlängert wurde, daß sie den Bereich zwischen den Augenbrauen erreicht, dann kann Kechari ausgeübt werden. Mit einem scharfen, glatten und sauberen Instrument in der Form eines Kaktusblattes iwrd die Zunge so ein wenig eingeschnitten. Dann nimmt man Steinsalz und Gelbwurzpuder um diese Stelle einzureiben. Nach sieben Tagen wird die Zunge dann erneut ein wenig eingeschnitten. Dies sollte sechs Monate lag praktiziert werden. Am Ende wird die untere Sehne der Zunge komplett durchgetrennt sein ... Der Yogi, welcher nur eine Minute sitzt und Kechari praktiziert, ist befreit von Gift, Krankheit, Tod, Alter usw. ..." Folgende Grafik soll die oben erwähnte Erklärung bildlich veranschaulichen:

Beim Durchlesen dieser Erläuterung kommen jedoch ein paar Fragen auf. So erwähnte beispielsweise Yogananda mehrfach die Einfachheit der Technik des Kriyas – obiger Methode folgend ergibt sich jedoch das genaue Gegenteil davon – eine der wohl kompliziertesten Techniken im Yoga überhaupt (zumindest auf den körperlichen Aspekt bezogen). Beim Studieren des gesamten Abschnitts in der Hatha Yoga Pradipika, der sich mit Kechari Mudra befasst, stellt sich jedoch auch bald die Frage, ob diese Technik im Grunde nicht einfach Teil von rituellen Handlungen war und ist, und ihre Bedeutung in bezug auf den geistigen Fortschritt bzw. zur Erlangung von Samadhi, nicht eher nur ein metaphorischer ist. Da die Pradipika z.B. ganz eindeutig darauf eingeht, daß durch die Praxis von Kechari mehr oder weniger alle körperlichen Leiden wie Alter, Tod Krankheit usw. besiegt werden, was jedoch genaueren Untersuchungen nicht standhalten kann. Als Beispiel hierfür sei nur der Tod von Hariharandana im Dezember letzten Jahres vermerkt – auch er mußte seinen Körper in Folge von Krankheit (die offizielle Todesursache war Lungenentzündung) aufgeben, obwohl er Kriya praktizierte und mit Sicherheit auch weit fortgeschritten war auf diesem Pfad.

Nebenbei ist die Aussage der Pradipika diesbezüglich allein schon aufgrund der Tatsache unhaltbar, daß kein einziger Kriyaban oder Guru in der Neuzeit jemals wirklich den Beweis dafür erbrachte, frei von Krankheit, Alter, Tod usw. zu sein (ausgenommen natürlich Mahavatar Babaji) – sie alle Alterten in Folge von körperlichen Defekten, an welchen sie schlußendlich dann auch starben. Zwar ist nicht bei allen Kriya Gurus eindeutig klar, inwieweit sie Kechari praktiziert haben oder nicht. Falls jedoch angenommen keiner der Gurus der Neuzeit Kechari praktizierte, wie lässt sich dies dann mit den Angaben übereinstimmen, denen zufolge Kechari essentiell notwendig ist zur Ausführung des Kriya?
Einer der wenigen mir bekannten Kriya Gurus unserer Zeit, Shri Shailendra, behauptet, Kechari zu praktizieren, jedoch veröffentlichte er auf seiner Webseite den eindeutigen Beweis dafür, das auch er, wenn überhaupt, nur eine abgeschwächte Variante von Kechari anwendet, da auch ihm es anscheinend nicht möglich ist, diese Technik komplett und korrekt auszuführen. Als Vergleich zu obiger Grafik hier nun eine Röntgenaufnahme von Shailendra:

 

Auf diesem Bild ist ersichtlich, daß die Zunge nicht hoch genug reicht, und im Vergleich mit obiger Darstellung des korrekt ausgeführten Kechari wird deutlich, daß dies entweder nur eine abgeschwächte Variante von Kechari ist, oder gar überhaupt nichts mit dieser Methode zu tun hat. Eine weitere Frage besteht darin, ob die von Yogananda gelehrte Methode der ‚Erweiterung der Kehle' in der ersten Initiation eine vorbereitende Methode zu Kechari sein könnte. Dies schließen wir jedoch schon allein aus diesem Grund aus, da er auch in den höheren Stufen diese Technik nicht erörtert. Das momentane Ergebnis unserer Untersuchungen diesbezüglich geht jedoch nicht davon aus, das Kechari eine essentielle Technik des Kriyas ist, da ein doch überwiegend erscheinender Teil der Praktizierenden Kechari als nicht unbedingt erforderlich ansieht, dies unterscheidet sich jedoch leicht zwischen den westlichen und den östlichen Aussagen. Im großen und ganzen gesehen ist dies jedoch ‚nur' eine weitere Methode zur Beruhigung der Gedanken, was man auch folgendem entnehmen kann:

"Ein normaler Intellekt springt hin und her wie eine Horde wilder Frösche - während der göttliche Geist ruhe und Liebe ausstrahlt Die hüpfenden Gedanken können auf vielfältige Weise zur Ruhe gebracht werden. Eine davon ist Kechari Mudra. Durch Kechari Mudra erlangte Gedankenruhe dient dem Erlangen eines tieferen Meditations-Zustandes. Diese Errungenschaft geht jedoch durch den "Tod" automatisch verloren. Diese Ruhe ist also nur von vorübergehender Natur - solltest du in der aktuellen Inkarnation den dauerhaften Weg zu Gott noch versäumt haben. Von dauerhafter Natur ist das Erlangen von Gedankenruhe durch vollkommenes Auflösen in göttlicher Liebe. Schaffe vollkommenen Frieden und Harmonie mit allen Menschen in allen Situationen. Löse alle noch vorhandenen Konflikte dieser aktuellen und aller früheren Inkarnation in göttlicher Liebe auf und die dadurch entstehende Ruhe wird ewiger Natur sein. Denn durch die Fähigkeit alles in Liebe auflösen zu wollen und können, wirst du auch die Fähigkeit erlangen auch in Zukunft immer frei und in Harmonie zu bleiben. In den verschiedenen Traditionen des Yoga gibt es viele erfolgreiche und bewährte Methoden Gedankenruhe herzustellen. Kechari Mudra ist eine wirkungsvolle Methode - in Liebe auflösen eine andere, sehr göttliche, dauerhafte und direkte. Der Autor dieser Seiten empfiehlt die letztgenannte Methode - alles in Liebe aufzulösen - Gott wird dir dabei helfen - denn Gott ist Liebe.
Kechari Mudra in dieser Perfektion zu beherrschen bedarf vieler Tausender Stunden des Übens. Eine vollkommene Ausführung des Kechari Mudra führt zu tiefer Ruhe in deinen Gedanken und erleichtert das ständige Vertiefen deiner Meditation. Alle Energie des Vishudda Chakra wird direkt Gott gewidmet. Kechari Mudra ist ein Trick um auf effiziente Weise Gedankenruhe herzustellen - aber es gibt göttlichere Methoden die in verschiedenen Kapiteln ausführlich besprochen wurden."

Hier gilt natürlich wie bei allen anderen Bereichen auch: Die richtige Methode ist die, welche der Guru lehrt, und allein diesen sollte man folgen.