Skip to content

Der Feueratem für einen klaren Geist

„Lerne das kalte Feuer zu entfachen und zu beherrschen. Es ist der Hitze Deiner Gefühle weit überlegen.“

Feueratem ist eine machtvolle Yoga-Atemübung (Pranayama), die vor allem im Hatha-Yoga und Kundalini-Yoga praktiziert wird. Der Feueratem reinigt den Körper, aktiviert die Lebensenergie (Prana) und führt zu mehr Klarheit, Kraft und innerer Reinigung. Er ist auch unter den Bezeichnungen Kapalabhati („schädelleuchtend“) und Bhastrika („Blasebalg-Atem“) bekannt.

Feueratem - Kapalabhati

In den Yogatraditionen gibt es viele spezielle Atemtechniken mit besonderen Wirkungen und für spezielle Zwecke. Wir wollen uns eine der wichtigsten Übungen aus dem Kundalini Yoga und dem Energytraining anschauen. Beim Feueratem handelt es sich um einen hechelnden Zwerchfellatem. Das Zwerchfell ist eine Bindehaut, die sich wie ein weiches Tuch quer durch unseren Körper zieht. Sie trennt den Brustraum vom Bauchraum.

Vorübung: Setzen Sie sich aufrecht hin. Legen Sie beide Hände seitlich an den Körper, in Höhe der unteren Rippen bzw. in Höhe des Magens. Wenn Sie jetzt die Eingeweide zusammenziehen, dann merken Sie, dass sich der Bauch wirklich seitlich ein bisschen einzieht. Üben Sie das bitte. Machen Sie sich bewusst, dass da eine Bindehaut ist, die sich zusammenziehen kann und die das Innere unseres Körpers in zwei Hälften aufteilt.

Wenn ein Hund schnell gelaufen ist, bleibt er stehen und beginnt zu hecheln. Das ist eigentlich schon der Feueratem. Der Hund wendet es an, um sich abzukühlen, denn er schwitzt mit der Zunge. Zusätzlich wird durch den Feueratem in unserem Gehirn innerhalb von nur einer Minute die alpha-Frequenz einjustiert. Das bedeutet, wir werden vom Gehirn her ruhiger und intuitiver. Wenn wir uns in den Alltagsstress verbeißen, dann sind wir voll aktiv auf Beta-Niveau, bis wir abends Umfallen und ermüdet einschlafen.

Es kann sein, dass uns beta-Wellen noch bis in die Nacht hinein verfolgen und wir nicht zur Ruhe kommen. Wenn wir statt dessen täglich 3x.nur eine Minute Feueratem praktizieren, dann stellen wir uns für diese Zeit ganz bewusst ruhig. Feueratem ist der krasse Gegensatz zum tiefen ruhigen Atem, hat jedoch gleichermaßen eine beruhigende Wirkung. Wir werden wirklich ruhig und wach zugleich! Unser Gehirn wird optimal mit Sauerstoff versorgt. Die Lungenbläschen werden intensiv von Schadstoffen gereinigt.

Manche Ärzte behaupten, ohne es zu kennen, es sei eine Hyperventilation. Das stimmt nicht. Feueratem ist vollkommen unschädlich und ganz im Gegenteil eher ein „Wunderheilmittel“. Die Yogis haben diese Methode den Tieren abgeschaut und setzen sie bewusst ein. Akute Spannungen können in wenigen Minuten überwunden werden. Depressionen verschwinden. Die Ladung in unserem körpereigenen, elektromagnetischen Feld steigt.

Wir bekommen buchstäblich mehr Spannkraft, ohne verspannt zu sein! Wir bekommen eine stärkere Ausstrahlung. Unsere Lebensenergie wird stabiler. Das bedeutet, wir haben eine größere Widerstandskraft gegen Infektionen, Schadstoffe und gegen negative Beeinflussungen durch andere Menschen. Unsere intuitive Wirkung auf andere Menschen steigt ganz erheblich an. Unsere Durchsetzungskraft wächst. Wir bekommen endlich die Chance, unsere Energie bewusst einzusetzen und unsere Ziele erfolgreich zu realisieren!

Die Durchführung des Feueratems:

Setzen Sie sich möglichst aufrecht auf einen Stuhl. Stellen Sie sich durch das Punktsehen ruhig. Atmen Sie einige tiefe, ruhige Atemzüge. Dann legen Sie bitte für den Anfang eine Hand auf den Bauch. Atmen Sie jetzt ganz bewusst aus. Ziehen Sie dabei den Bauch und den Magen etwas ein. Sie fühlen, wie der Bauch sich zusammenzieht und nach innen geht. Dabei spüren Sie deutlich, dass etwas Luft aus der Lunge entweicht. Das Zwerchfell zieht sich zusammen und drückt Luft aus der Lunge.

Sie atmen also etwas Luft aktiv aus! Dann lassen Sie einfach den Bauch los. Das Zwerchfell entspannt sich. Der Bauch kommt wieder nach vom. Der innere Lungenraum erweitert sich zum Bauch hin. Automatisch wird etwas Luft eingesogen. Sie atmen also passiv ein! Aktiv den Bauch einziehen und dann wieder loslassen. Aktiv einen Schluck Luft ausatmen und passiv etwas Luft einströmen lassen. Nun steigern Sie bitte den Atemrhythmus, bis Sie auf eine ganz schnelle Frequenz kommen von etwa 2 Atemzügen pro Sekunde! Sie atmen also ganz leicht, flach und intensiv durch die Nase. Der Brustkorb bleibt ruhig.

Mit jedem Atemzug wird nur ein klein wenig Luft ausgetauscht. Die Frequenz ist jedoch sehr hoch. Auf diese Weise gerät die Luft in der Lunge in Zirkulation. Die ganze Lunge wird durchlüftet. Die Luft in unserer Lunge wird negativ ionisiert. Das brauchen wir, damit wir die Energie in unserer Atemluft optimal verwerten können.

feueratem

Frische Waldluft ist negativ geladen und sie tut uns gut. Abgestandene, schwüle Luft vor einem Gewitter ist positiv geladen und ermüdet uns. Nach dem Gewitter ist die Luft garantiert negativ ionisiert und wir atmen erleichtert tiefer durch. Schon nach einer Minute Feueratem haben wir ein verändertes, klares und ruhiges Lebensgefühl! Eine Minute auf diese Weise zu atmen kommt Ihnen am Anfang sicherlich lang vor, aber schon bald haben Sie sich daran gewöhnt. Eine Dauer von 1 -3 Minuten ist vollkommen ausreichend.

Wer normalerweise flach und verkrampft atmet, tauscht nur einen kleinen Teil der Luft im oberen Lungenbereich aus. Unten in den Lungenspitzen befindet sich bei den meisten Menschen abgestandene, verbrauchte Luft. Der Gestank im Verkehr in unseren großen Städten lässt uns ja kaum noch frei atmen. Auch jede Art von Stress fuhrt zu einer verkrampften und schlechter Atmung.

Feueratem reinigt die Lunge. Sie wird richtig durchgepustet. Praktizieren Sie Feueratem nur, wenn die Luft einigermaßen sauber ist, auf keinen Fall in einer verpesteten Atmosphäre. Unsere Lebensgewohnheiten sind ganz stark mit einer bestimmten Verhaltensweise verbunden, folglich auch mit einer bestimmten Atemtechnik.

Wir schauen uns das Verhalten der Eltern ab. Ist vielleicht der Vater schon Raucher und hustet oft, die Mutter überlastet, gehetzt und kurzatmig, dann werden die Kinder diesen Zustand als normal empfinden. Sie werden sich ohne direkte Notwendigkeit die schlechten Vorbilder zu eigen machen. Daraus entsteht die individuelle Verhaltensweise, unsere Atmungsroutine.

Mit dieser speziellen Atemtechnik, die wir uns auf Grund unserer Vorbilder angeeignet haben, sind natürlich viele weitere Elemente verbunden. Wer flach und kurz atmet, ist nur begrenzt leistungsfähig. Wir fühlen uns schnell überlastet, ähnlich wie die eigene Mutter, unser Vorbild. Wir neigen zu Bronchialerkrankungen, auch wenn wir gar nicht so schlimm betroffen sind wie der Vater, der ständig raucht. Dieses Routineverhalten kann uns in unserer Entwicklung behindern. Jeder Entwicklungsschritt sollte uns voranbringen. Wir wollen und wir müssen uns entwickeln, sonst wird unser Leben sehr bald eine ermüdende Routine. Die schlechten Angewohnheiten stehen uns jedoch im Wege.

Wenn wir die hier beschriebenen Atemtechniken anwenden, durchbrechen wir die Routine unserer Erziehung an einer sehr empfindlichen Stelle. So, wie sich alle Gefühle und Gemütsregungen in unserer Atemweise niederschlagen, so können wir auch umgekehrt die alltägliche Routine durchbrechen, indem wir unkonventionelle Atemübungen anwenden.

Die hier geschilderten Atemübungen sind ein sehr einfacher und wirkungsvoller Weg, um die Schranken unserer Erziehungsfehler zu überwinden und neue, eigene Wege zu gehen. Wir lernen auf eine neue und bewusste Weise zu atmen. Wir beginnen anders zu atmen, wie es unsere Eltern oder sonstigen Vorbilder nie getan haben.

Wir entwickeln unseren eigenen Stil in der Atmung, im denken, fühlen und handeln. Wir lösen uns von den Erziehungsmustern und treten den Weg in die Selbstständigkeit an. Es wird der Beginn eines sehr bedeuten neuen Lebensabschnittes sein. Wir beginnen, uns selbst in einer veränderten Weise wahrzunehmen. Wir bekommen eine neues, intensiveres Körpergefühl. Es ist der Anfang einer neuen Zeit. Es liegt jetzt in Ihrer Hand, die private Routine zu durchbrechen und mit diesen Methoden einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen!

Aus dem Buch Die Stufen des Pranayama

Teilen:
An den Anfang scrollen