Drei Schlüssel zu einem bewussteren Leben: Wie wir unsere innere Freiheit wiederentdecken
Warum wir aufhören sollten, vor unseren Gefühlen davonzulaufen, unsere Werte wirklich leben und uns daran erinnern dürfen, wer wir jenseits unserer Erfahrungen sind.

Es gibt zwei hinderliche menschliche Aspekte, die uns von unserer ultimativen Kraft, unserem Wohlstand, unserem Überfluss und unserer Freiheit wegziehen. Die erste dieser Aspekte ist, Groll zu hegen, an den Emotionen festzuhalten und den emotionalen Schmerz in sich zu tragen. Man könnte es als Trauma zusammenfassen, aber jeder durchlebt auf die eine oder andere Weise Traumata. Es gehört zum Menschsein dazu, Leid zu erfahren.
Der Grund, warum es wirklich schwer ist, das zu bewältigen, ist, dass Emotionen eigentlich etwas sind, für die es keine Lösungen gibt. Also wie geht man mit ihnen um? Man muss sich auf sie einlassen und fühlen – ohne die Anhaftung, und das ist die Antwort.
Es ist nicht nur in Ordnung, Trauma zu durchleben, es ist wichtig, sie zu durchleben. Aber wenn wir anfangen, uns an die Erfahrungen, die wir haben, zu klammern, und jeden weiteren Moment auf die Erfahrungen und Traumata unserer Vergangenheit zu stützen, kommen wir nicht wirklich voran, wir haften an. Diese Anhaftung lässt dich feststecken. Diese Anhaftung wird jedes Mal deine Kraft mindern und dich zurückhalten.
Der zweite für unsere Entwicklung unvorteilhaften Aspekt ist Ablenkung. Wir leben in einer Zeit, in der es unzählige Möglichkeiten gibt, uns abzulenken. Smartphones, soziale Medien, Videospiele, Aufputschmittel, Beruhigungsmittel, Stimulanzien, Nachrichten, Unterhaltung und zahllose Angebote zur sofortigen Bedürfnisbefriedigung sorgen dafür, dass wir kaum noch zur Ruhe kommen. Doch was wäre, wenn gerade diese ständige Ablenkung uns davon abhält, unser eigentliches Potenzial zu entfalten?
In ihrem Video The Ultimate Cheat Code to Being Human! nennt Elizabeth April drei grundlegende Schlüssel – oder wie sie sagt „Cheat Codes“ – zu einem bewussteren und selbstbestimmteren Leben. Ihre Botschaft lautet, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen, unsere Werte konsequent zu leben und uns an unser wahres Wesen zu erinnern.
Das Anhaften an negativen Emotionen
Eine der größten Herausforderungen des menschlichen Lebens besteht darin, dass wir an vergangenen Erfahrungen und den damit verbundenen negativen Gefühlen festhalten. Verletzungen, Enttäuschungen und traumatische Erlebnisse können uns lange begleiten. Nicht unbedingt, weil das ursprüngliche Ereignis noch immer stattfindet, sondern weil wir es innerlich ständig weiterhin mit uns herumtragen.
Dabei ist es wichtig, zwischen dem Erleben einer schwierigen Situation und der dauerhaften Identifikation mit ihr zu unterscheiden. Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens schmerzhafte Erfahrungen. Doch wenn wir beginnen, unsere gesamte Wahrnehmung und unser weiteres Leben durch diese Erfahrungen bestimmen zu lassen, verlieren wir einen Teil unserer inneren Freiheit.
Wir werden zu Gefangenen unserer Vergangenheit. Alte Verletzungen beeinflussen unsere Beziehungen, unsere Entscheidungen und unsere Erwartungen an die Zukunft. Vielleicht reagieren wir auf einen Menschen, als wäre er für das verantwortlich, was uns jemand anderes vor Jahren angetan hat. Oder wir halten an Groll fest, obwohl die betreffende Situation längst vorbei ist.
Es geht nicht darum, Gefühle zu unterdrücken oder schwierige Erfahrungen einfach zu ignorieren. Im Gegenteil: Wir müssen bereit sein, sie wirklich zu fühlen und zu verarbeiten. Der entscheidende Unterschied besteht darin, eine Emotion wahrzunehmen, ohne sich dauerhaft an sie zu binden.
Trauer darf da sein. Wut darf da sein. Angst und Enttäuschung dürfen da sein. Wir müssen nicht so tun, als wäre alles in Ordnung. Doch wir können lernen, diese Gefühle zu durchleben, ohne an sie anzuhaften.
Dafür gibt es unterschiedliche Wege. Dazu gehört Meditation, die Arbeit mit dem inneren Kind, therapeutische Unterstützung und verschiedene Formen der Energiearbeit.
Der erste Schritt besteht darin, ehrlich hinzuschauen: Welche alten Verletzungen beschäftigen mich noch immer? An welchem Groll halte ich fest? Welche Erfahrungen bestimmen meine Entscheidungen, obwohl ich längst weitergehen möchte? Diese Fragen können helfen, unbewusste Muster sichtbar zu machen.
Verwechsle Ablenkung nicht mit echtem Wohlbefinden
Ein zweites großes Hindernis liegt in unserer ständigen Ablenkung. Wir verbringen viel Zeit mit unseren Smartphones, scrollen durch soziale Medien, konsumieren Unterhaltung oder suchen nach Möglichkeiten, unangenehme Gefühle möglichst schnell loszuwerden.
Natürlich ist nichts grundsätzlich falsch daran, sich zu entspannen, einen Film anzusehen oder etwas Leckeres zu essen. Problematisch wird es erst dann, wenn Ablenkung zum automatischen Reflex wird, mit dem wir jeder inneren Unruhe ausweichen.
Warum fällt es uns so schwer, einfach einmal still zu sein? Vielleicht liegt es daran, dass in der Stille plötzlich Dinge auftauchen, denen wir im Alltag lieber aus dem Weg gehen. Sorgen über die Zukunft, ungelöste Konflikte, Ängste oder das Gefühl, dass etwas im eigenen Leben nicht stimmt. Solange wir beschäftigt sind, müssen wir uns damit nicht auseinandersetzen.
So entsteht ein Kreislauf: Wir fühlen uns unwohl, lenken uns ab und erleben kurzfristig Erleichterung. Doch das eigentliche Problem bleibt bestehen. Wenn die Ablenkung endet, sind die unangenehmen Gefühle schnell wieder da. Manchmal kommen sogar Frustration oder das Gefühl hinzu, wieder wertvolle Zeit verloren zu haben.
Dieses Verhalten ist eine Art Flucht vor der menschlichen Erfahrung. Wir greifen lieber zu dem, was uns sofort ein gutes Gefühl verschafft, als uns mit dem auseinanderzusetzen, was gerade schwierig ist.
Dabei verlieren wir auch den Kontakt zum gegenwärtigen Augenblick. Wir sitzen mit anderen Menschen am Tisch, sind aber gedanklich bei unserem Smartphone. Wir verbringen Zeit mit unseren Kindern, während unsere Aufmerksamkeit ständig zwischen ihnen und dem Bildschirm hin- und herspringt. Wir haben freie Zeit, füllen sie aber sofort mit neuen Reizen.
Wir sollten lernen, im Alltag kleine Momente der Stille zuzulassen. Das Smartphone beiseitezulegen, einen Spaziergang ohne ständige Unterhaltung zu machen oder sich bewusst Zeit zu nehmen, um die eigenen Gedanken und Gefühle wahrzunehmen.
Es geht nicht darum, jede Form von Genuss aufzugeben. Vielmehr sollten wir lernen, zwischen einer bewussten Entscheidung und einem unbewussten Fluchtmechanismus zu unterscheiden.
Herausforderungen gehören zum Leben – und wir können an ihnen wachsen
Aus den ersten beiden Gedanken ergibt sich eine dritte Erkenntnis: Schwierigkeiten lassen sich nicht vollständig aus dem Leben entfernen. Jeder Mensch erlebt Herausforderungen, unabhängig davon, wie viel Geld er besitzt, welchen gesellschaftlichen Status er hat oder wie harmonisch sein Leben von außen erscheint.
Das Erleben von Gegensätzen ist ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins. Freude und Trauer, Sicherheit und Unsicherheit, Fülle und Mangel gehören zu unserer Erfahrung, die nicht ausschließlich aus angenehmen Momenten bestehen kann.
Gerade deshalb ist es problematisch, wenn wir versuchen, jedes unangenehme Gefühl sofort zu beseitigen. Je stärker wir uns dagegen wehren, überhaupt negative Erfahrungen zu machen, desto mehr geraten wir in einen inneren Kampf mit dem, was gerade ist.
Das bedeutet nicht, dass wir Leid passiv hinnehmen oder schädliche Lebensumstände akzeptieren müssen. Es bedeutet vielmehr, dass wir zunächst anerkennen dürfen, was wir tatsächlich erleben, bevor wir entscheiden, wie wir damit umgehen wollen.
Wenn wir erschöpft sind, dürfen wir uns das eingestehen. Wenn uns etwas verletzt hat, müssen wir unsere Gefühle nicht kleinreden. Und wenn wir uns in einer schwierigen Lebensphase befinden, müssen wir nicht zusätzlich darunter leiden, dass wir glauben, bereits viel weiter sein zu müssen. Manchmal besteht der nächste Schritt nicht darin, sofort eine Lösung zu finden, sondern darin, sich selbst ehrlich zu begegnen.
Interessant ist, dass wir an einem absoluten Höhepunkt befinden – sowohl was Ablenkung, Leid und Schmerz angeht (besonders auf emotionaler Ebene), als auch in Bezug auf eine Überflutung mit Serotonin, Dopamin, Zucker, Fernsehkonsum und all diesen „Wohlfühl“-Reizen – die im Grunde nur künstliche Glücksgefühle erzeugen.
Das Gute und das Schlechte erreichen gerade ihren absoluten Höhepunkt. Und wenn beide Seiten lautstark auf dich einwirken – wofür entscheidest du dich dann? Es ist leicht, zum Zucker zu greifen. Es ist leicht, einfach nichts zu tun und durch Social Media zu scrollen. Es ist leicht, seinem Kind ein iPad in die Hand zu drücken. Es ist leicht, irgendetwas zu tun, nur um nicht fühlen zu müssen.
Aber der einzige Weg nach vorn besteht darin, sich dem Leid, der Überforderung und den Herausforderungen zu stellen. Wenn du dich diesen unangenehmen Gefühlen jetzt nicht stellst, werden sie dich weiterverfolgen. All die verdrängten Traumata, die angestauten Emotionen, der Groll gegenüber jemandem von vor zehn Jahren – das alles scheint zwar nicht zusammenzuhängen, aber ich garantiere dir: Es beschränkt deinen Wohlstand und deine Fülle.
Es behindert deine Fähigkeit, Dinge in deinem Leben zu manifestieren. Es macht dich sogar körperlich krank. Wenn du dich deinen Emotionen, Traumata und deinem Leid nicht stellst – wenn du das Negative ignorierst –, dann verschwindet es nicht einfach. Es bleibt bestehen. Es setzt sich in deinem Körper fest. Und das Problem ist: In einer Gesellschaft, in der wir uns ständig ablenken, passiert Folgendes: Wir laden uns noch mehr Traumata auf.
Wir konsumieren noch mehr Zucker, noch mehr künstliche Farbstoffe, noch mehr chemische Zusätze. Wir setzen unser Gehirn noch mehr Lärm und Reizen aus. Wir häufen immer mehr Dinge an – nur damit wir nicht selbst nachdenken müssen, damit wir nicht fühlen müssen. Wir entscheiden uns also für Bequemlichkeit, anstatt uns der Realität tatsächlich zu stellen. Das ist, was wir alle bisher getan haben.
Wir haben uns alle abgelenkt. Wir haben alle versucht, innere Leerräume zu füllen. Wir haben uns für Komfort und Bequemlichkeit entschieden, anstatt uns dem Leid zu stellen. Wir haben das Leben gewissermaßen „ausgetrickst“. Und genau deshalb leidest du jetzt umso mehr. Du musst das alles loswerden – es aus dir herausarbeiten.
Es kann auch dabei hilfreich sein, sich dabei Unterstützung zu holen, wenn es notwendig ist. Man hat seine eigenen spirituellen Überzeugungen, sitzt in Meditation und ist einfach da, um Dinge zu spüren. Das sind alles gute Ansätze. Aber viele von uns brauchen Unterstützung. Ein vertrauenswürdiger Mensch, eine therapeutische Begleitung oder eine andere geeignete Form der Unterstützung kann dabei helfen, schwierige Phasen zu bewältigen.
Der zentrale Gedanke ist, dass wir nicht jede Herausforderung umgehen sollten, nur weil es kurzfristig angenehmer erscheint. Indem wir uns bewusst mit dem auseinandersetzen, was uns belastet, schaffen wir die Möglichkeit, aus alten Mustern auszusteigen und anders mit uns selbst umzugehen.
Und plötzlich musst du dich nicht mehr ablenken. Du musst nicht mehr übermäßig essen. Du musst dich nicht mehr überfordert fühlen, wenn du dich endlich der Situation stellst und das Pflaster mit einem Ruck abziehst. Und ja, es wird unangenehm. Es wird alles auf einmal auf dich einprasseln. Aber die Dinge werden besser werden.
Ich wünschte, ich könnte sagen: „Ach, verbinde dich einfach quantenphysisch mit der bestmöglichen Zeitlinie.“ Aber nein. So funktioniert das Menschsein nicht. Das Leben ist nun mal chaotisch. Und wenn du nicht bereit bist, dich auf dieses Chaos einzulassen, dann umgehst du die menschliche Erfahrung. Alles klar, kommen wir zum nächsten Schlüssel, er betrifft dein Wertesystem und das Handeln.
Kenne deine Werte – und richte dein Leben danach aus
Viele Menschen können ziemlich genau benennen, was ihnen wichtig ist. Sie wünschen sich Freiheit, Frieden, Gesundheit, Liebe, Authentizität, gute Beziehungen oder mehr Zeit für die Dinge, die ihnen am Herzen liegen. Doch die entscheidende Frage ist: Was tun wir konkret, um diese Werte in unserem Leben zu verwirklichen?
Wer Freiheit als einen seiner wichtigsten Werte bezeichnet, aber täglich mehrere Stunden unbewusst am Smartphone verbringt, sollte sich fragen, ob das eigene Verhalten tatsächlich zur gewünschten Freiheit beiträgt. Wer sich nach innerem Frieden sehnt, aber dauerhaft an Beziehungen festhält, die ihm nicht guttun, sollte genauer hinsehen. Und wer Gesundheit als Priorität betrachtet, muss überlegen, welche Entscheidungen diesen Wunsch im Alltag unterstützen.
Darin liegt eine grundlegende Herausforderung: Unsere Vorstellungen von einem guten Leben und unsere alltäglichen Gewohnheiten stimmen nicht immer überein. Wir wünschen uns Veränderung, wiederholen aber dieselben Verhaltensweisen. Wir hoffen auf andere Ergebnisse, ohne unsere Entscheidungen entsprechend anzupassen.
Wir könnten dazu eine einfache Übung machen. Wir schreiben unsere vier wichtigsten Werte auf und überlegen anschließend, welche konkreten Handlungen notwendig sind, um ihnen gerecht zu werden.
Wer beispielsweise Frieden als wichtigen Wert nennt, kann sich fragen: Was raubt mir in meinem Alltag den Frieden? Welche Gewohnheiten verstärken meinen Stress? Wo sage ich Ja, obwohl ich eigentlich Nein sagen möchte? Und was könnte ich verändern, damit mehr Ruhe und Ausgeglichenheit möglich werden?
Wer Familie wertschätzt, könnte bewusste gemeinsame Zeit einplanen. Wer Gesundheit wichtig findet, könnte regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren. Wer Freiheit sucht, könnte prüfen, welche Verpflichtungen, Gewohnheiten oder Abhängigkeiten die eigene Selbstbestimmung einschränken.
Die Antworten müssen nicht spektakulär sein. Entscheidend ist, dass aus abstrakten Wünschen konkrete Schritte werden.
Warum Selbstwert ebenfalls auf die Liste gehört
Wir sollten uns selbst bei unseren wichtigsten Werten nicht vergessen. Wenn du selbst nicht auf dieser Liste der vier wichtigsten Dinge stehst, dann wird auch sonst nichts gut vorankommen. Alles andere wird auf der Strecke bleiben. Denn letztendlich bist du der Grundstein für die Schaffung von Freiheit, für die Schaffung von Fülle, für die Schaffung von Lachen und Glück.
Wenn du dich selbst nicht wertschätzt, dann hast du diese Kraft nicht. Du hast dieses Bewusstsein nicht. Du hast diesen Antrieb nicht. Du hast nicht die Energie, dich selbst wertzuschätzen und dadurch alles andere zu manifestieren, zu erschaffen, zu pflegen und Maßnahmen zu ergreifen. Deshalb denke ich, dass du auf dieser Liste stehen solltest. Und dann musst du dich fragen: Wie wertschätzt du dich selbst?
Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse dauerhaft vernachlässigen, kann es zunehmend schwieriger werden, anderen Menschen wirklich präsent und unterstützend zu begegnen. Unsere Energie, unsere Aufmerksamkeit und unsere Handlungsmöglichkeiten leiden darunter.
Sich selbst wertzuschätzen bedeutet dabei nicht, andere Menschen grundsätzlich an die zweite Stelle zu setzen. Es bedeutet, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen ebenso ernst zu nehmen wie die der anderen.
Wenn wir Frieden suchen, müssen wir auch darauf achten, welche Situationen und Menschen wir immer wieder in unser Leben lassen. Wenn wir toxische Menschen immer wieder in unser Leben lassen, dann handeln wir gegen unsere eigene Wertschätzung, gegen unseren inneren Frieden und gegen unsere eigene Freiheit. Wenn wir uns selbst respektieren wollen, sollten unsere Entscheidungen diesen Respekt widerspiegeln. Die Übung ist deshalb mehr als eine bloße Wunschliste. Sie ist eine Einladung, ehrlich zu überprüfen, ob wir unser Leben tatsächlich nach unseren eigenen Maßstäben gestalten.
Erinnere dich daran, wer du jenseits deiner Erfahrungen bist
Wenn wir einen Blick auf die Realität um uns herum werfen, besteht diese aus nur zwei Dingen: der physisch-materiellen Welt und der nicht-physischen, energetischen Welt. Das ist alles. Doch wenn du dir deinen Alltag, deine Gedanken, deine Emotionen und deine Anhaftungen ansiehst – worum dreht sich das alles? Wenn du deine Ängste und deine Verbindungen betrachtest – worum geht es da eigentlich? Zu 99 % dreht sich alles primär um die physische Welt.
Der dritte und letzte Schlüssel führt auf eine spirituelle Ebene, denn wir sind weit mehr als unser Körper, unsere persönlichen Erlebnisse oder unsere gesellschaftliche Rolle. Jeder Mensch ist ein Ausdruck der göttlichen Quelle – ein individueller Funken eines umfassenden Bewusstseins, das alles miteinander verbindet.
Diese Einsicht verändert den Blick auf unsere Identität. Wenn wir uns ausschließlich über unsere Vergangenheit definieren, halten wir uns möglicherweise für den Menschen, der verletzt wurde, gescheitert ist oder bestimmte Ziele nicht erreicht hat. Wenn wir uns nur über unseren Beruf, unseren Besitz oder die Erwartungen anderer definieren, machen wir unseren Wert von äußeren Umständen abhängig. Doch was bleibt von uns, wenn wir all diese Zuschreibungen für einen Moment beiseitelassen? Wer sind wir jenseits unserer Gedanken, Gefühle und Geschichten?
In jedem Menschen existiert eine tiefere Ebene des Bewusstseins, die durch schmerzhafte Erfahrungen nicht ausgelöscht wird. Du bist ein Fraktal der göttlichen Ursprungsenergie. In dir – irgendwo, unter all den Zellschichten, unter all den Organen, unter all den Nervenenden – verbirgt sich ein wunderschöner Funke des Bewusstseins. Hinter all den Emotionen, Erfahrungen, Traumata und allem Leid, ist dieser wunderschöne Funken des Bewusstseins – des gesamten Universums enthalten.
Es ist die Ursprungsfrequenz. Es ist Gott. Und genau das bist du. Jedes Mal, wenn wir uns für die materielle Welt entscheiden, jedes Mal, wenn wir uns bewusst ablenken, entscheiden wir uns dafür, unser unendliches Potenzial zu vergessen. Wir entscheiden uns dafür, zu vergessen, wer wir wirklich sind.
Du bist so viel mehr als dein Körper. Du bist so viel mehr als deine Erfahrungen, als dein Schmerz. Du bist so viel mehr als dein Beruf, deine Familie, dein Gehalt oder deine körperlichen Beschwerden. Du bist alles – und du bist jeder. Wenn wir an Meinungen und Überzeugungen festhalten und uns an unsere Erfahrungen und unseren Schmerz binden, dann versuchen wir eigentlich nur, uns selbst davon zu überzeugen, dass wir das eben nicht sind.
Dass wir tatsächlich getrennt sind von „allem, was ist“. Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Du musst dir bewusst machen, dass Leid ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins ist. Denn wir alle sind Gott – und wir haben uns für diese Begrenzung entschieden. Wir wählen diese Begrenzung, um Erfahrungen machen zu können. Wenn du also einer Erfahrung ausweichst – etwa indem du eine Tüte Chips isst, weil sich das besser anfühlt, als dich der eigentlichen Erfahrung zu stellen –, dann hast du den Sinn der Sache verpasst.
Es ist in Ordnung, zu leiden. Es ist völlig okay, beschissene Tage zu haben. Es ist okay, sich mal schlecht zu fühlen. Je mehr du dich dagegen wehrst, desto hartnäckiger bleibt es bestehen. Warum also nicht einfach das Chaos des Lebens annehmen? Warum nicht die Unvollkommenheit akzeptieren und willkommen heißen? Wenn du Elternteil bist: Nimm zum Beispiel das Chaos in deinem Wohnzimmer einfach an.
Nimm das Geschrei deiner Kinder an. Zeit spielt ohnehin keine Rolle. Eines Tages wird all dieses Chaos, all diese Unvollkommenheit verschwunden sein. Eines Tages wird alles ganz einfach sein. Aber genau dafür sind wir nicht hier. Wir sind hier, um all das zu erleben, was noch davor geschieht.
Diese drei Schlüssel hängen eng miteinander zusammen. Wenn wir an alten Verletzungen festhalten, fällt es uns schwer, im gegenwärtigen Moment anzukommen. Wenn wir unangenehme Gefühle ständig durch Ablenkung umgehen, verpassen wir Gelegenheiten, uns selbst besser kennenzulernen. Und wenn unsere Handlungen nicht mit unseren Werten übereinstimmen, entfernen wir uns von dem Leben, das wir eigentlich führen möchten.
Frage dich: Welche Gefühle vermeide ich? Womit lenke ich mich ab? Was ist mir wirklich wichtig? Und welche kleine Veränderung könnte ich heute vornehmen, um meinen Werten näherzukommen?
Innere Freiheit entsteht, wenn wir aufhören, vor uns selbst davonzulaufen, unsere Werte durch unser Handeln verwirklichen und uns daran erinnern, dass wir mehr sind als alles, was wir bisher erlebt haben.
Trefft also eure Entscheidungen mit Bedacht. Achtet darauf, dass euer Wertesystem mit eurem Handeln im Einklang steht – das würdigt euren freien Willen. Und klar, gönnt euch ruhig mal ein paar Chips. Aber lasst nicht zu, dass diese Entscheidung euch von dem ablenkt, was ihr in eurem Kern seid.
Quelle: The Ultimate Cheat Code to Being Human!
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