Die Kunst der Ejakulationskontrolle

Taoistische Liebeskunst nach Mantak Chia



Die meisten Männer (und auch die Mehrzahl der Frauen) im Westen gehen davon aus, dass der Samenerguss unvermeidlich den Höhepunkt der männlichen Erregung darstellt, der Geschlechtsverkehr also natürlicherweise in einem Orgasmus mit Ejakulation mündet. Das bedeutet in der Regel auch, dass das Liebesspiel mit dem Samenerguss des Mannes endet. Orgasmus und Ejakulation scheinen beim Mann also immer zusammen zu gehören.

Die Taoisten in China entdeckten jedoch schon vor über zweitausend Jahren, dass dies keine unumstößlichen Tatsachen sind. Sie beschäftigten sich intensiv mit der sexuellen Energie und fanden heraus, dass Orgasmus und Ejakulation nicht dasselbe sondern zwei voneinander unabhängige Prozesse sind - dass Männer sogar multiple Orgasmen haben können, ohne zu ejakulieren.

Wir möchten in diesem Artikel dazu inspirieren, sich dem Thema männlicher Orgasmus und Ejakulation einmal von einer anderen Sichtweise zu nähern und vielleicht neue Wege auszuprobieren.

Mantak Chia-Öfter, länger, besser Die beschriebenen Methoden können Männer dabei unterstützen, sich beim Liebesspiel mehr zu entspannen - vor allem, wenn sie bisher noch nicht gelernt haben, den Zeitpunkt ihrer Ejakulation zu kontrollieren. Wenn Sie sich näher mit dem Thema beschäftigen möchten, empfehlen wir Ihnen dazu auch das Buch “Öfter, länger, besser” von Mantak Chia und Douglas A. Arava.


Energiequelle Sexualität
Die Sexualenergie ist eine Energiequelle die sich extrem schnell im Körper aufbauen lässt und ebenso schnell flüchtig ist. Entstanden als ein Zweig chinesischer Medizin, bietet die taoistische Liebeskunst, wie sie von Mantak Chia in zahlreichen Büchern und Seminaren gelehrt wird, grade Männern einen Weg, diese Energie zu nutzen und zu transformieren; mit positiven Auswirkungen auf Gesundheit, Liebes- und Beziehungsleben.

Der wesentliche Punkt in der Praxis der taoistischen Liebeskunst ist für den Mann die Trennung von Orgasmus und Ejakulation. Dies ist mittels verschiedener Übungen möglich, beginnend bei der einfachen Stärkung der Muskulatur während des Urinierens, über die Technik des Fingerverschlusses bis hin zum mental-feinstofflichen „großen Zug“. Dabei handelt es sich hier nicht um reine Techniken sondern wirkliche Kunst: wesentliche Bestandteile oder Begleiterscheinungen dieser Praxis sind das Kennenlernen des eigenen Körpers – womöglich von bislang tabuisierten Zonen und damit einhergehenden Blockaden -, das Erleben und Vertiefen der eigenen Sexualität und eine grundlegende sexuelle Emanzipation des Mannes. Nicht die Partnerin, ihr Fehlen oder sonstige Umstände sind für Glück oder Unglück in der Sexualität verantwortlich, sondern „Mann“ selbst.

Warum diese Trennung? Mantak Chia beschreibt die männlichen Samenzellen wie winzige Motoren, ein biologisches Kraftwerk im männlichen Körper. Da sie für das Fortbestehen der Spezies unabdingbar sind, räumt die Natur ihrer Produktion höchste Priorität ein. Für einen 18jährigen mag dies keine grosse Bedeutung haben. Im fortgeschrittenen Alter kann sich sowohl das Fehlen dieser Energielieferanten als auch der Abzug der an anderer Stelle benötigten Ressourcen negativ auf Gesundheit und Vitalität auswirken.

Ebenso kennen viele Männer (und ihre Frauen) den Ermüdungseffekt nach dem „Kommen“ und das sich oftmals daran anschließende Einschlafen. Die Länge des Aktes bemisst sich oftmals genau daran, ungeachtet der Tatsache, dass die Partnerin aufgrund ihrer anders gearteten Erregungskurve vielleicht unbefriedigt zurückbleibt. Was, wenn Mann statt dessen den Genuss des Höhepunktes erleben kann, ohne die Lust auf seine Partnerin zu verlieren und dies gar mehrmals hintereinander? Und im Anschluss seine überquellende Vitalität zur Verfügung hat, sei es, um die Nähe mit seiner Partnerin zu genießen oder sie anderweitig zu nutzen?

Der Ausdruck Liebeskunst weist auch darauf hin, dass es hier nicht um bloße Technik geht, die womöglich häufig wechselnden Geschlechtsverkehr fördert. Der Liebesakt mit einem Menschen bedeutet das gegenseitige Teilen der eigenen Energien mit offenem Herzen. Dass dies kaum mit x-beliebigen Partnern oder gar bezahlten Kräften möglich ist, liegt nahe – hier besteht die Gefahr, unerwünschte bzw. schädliche Energien aufzunehmen.
Und natürlich eignet sich die taoistische Liebeskunst sowohl für homo- als auch für heterosexuelle Paare. Wenn frau bereit ist, sich tiefer auf ihre Sexualität einzulassen und „sexuelles Kung Fu“ zu betreiben, kann es durch die wechselseitige Öffnung der kleinen Energiekreisläufe von zwei Liebenden „zur wahren Verschmelzung der sexuellen und spirituellen Energie“ kommen, zum Erlebnis des Einswerdens.


Praktiziert ein Paar die taoistischen Praktiken der Heilenden Liebe erhält das nicht nur die gegenseitige Attraktivität, sondern wirkt sich das auch auf die Gesundheit aus. Störungen des Sexuallebens wie frühzeitiger Samenerguss, Erektionsstörungen, Impotenz, Prostata- und Menstruationsbeschwerden, Organsenkungen und Hormonschwankungen können gelindert, wenn nicht sogar aufgelöst werden.

Taoismus und männlicher Orgasmus
Der Orgasmus ist einer der bisher am wenigsten verstandenen sexuellen Vorgänge. Lange Zeit wurde angenommen, dass er lediglich im Genitalbereich stattfindet, heute vertreten Sexualforscher jedoch die Auffassung, dass der Orgasmus in erster Linie ein Hirnvorgang ist. Die Ejakulation dagegen ist nichts weiter als ein unwillkürlicher Muskelspasmus.

Die taoistischen Meister waren Ärzte, die die Sexualität in den Dienst der allgemeinen Gesundheit des Körpers stellten. Sie entdeckten, dass die sexuelle Energie eine wesentliche Quelle der menschlichen Lebenskraft ist. Aus eigener Erfahrung wussten sie aber auch, dass die Ejakulation dem Mann Energie entzieht. Jeder Mann kennt das Gefühl der Erschöpfung nach dem Samenerguss. Nicht umsonst nennen die Franzosen die Ejakulation “la petit mort”, den “kleinen Tod”.

Forschungen der University of Arizona haben ergeben, dass die Samenproduktion einen Mann viel Kraft kostet, weil eine ganze Menge biochemischer Prozesse währenddessen ablaufen. Möglicherweise hängt die durchschnittlich höhere Lebenserwartung von Frauen auch damit zusammen, dass Männer Spermien produzieren. Bei jedem Samenerguss werden zwischen fünfzig und zweihunderfünfzig Millionen Spermien produziert, wovon jedes einzelne in der Lage ist, zusammen mit der Eizelle, neues Leben zu erschaffen. Ein immenser Aufwand, der viel Energie benötigt. Die Taoisten glauben sogar, dass es sich dabei um eine besondere Art von Energie handelt, die orgastische Energie, die von sämtlichen Organen und Drüsen geliefert wird. Der taoistischen Lehre zufolge wird Körper und Geist gestärkt sowie die Gesundheit gefördert, wenn der Körper nicht ständig den Spermavorrat auffüllen muss.

Um nicht missverstanden zu werden: der Taoismus predigte nicht die Enthaltsamkeit wie Christentum, Judentum und Islam Jahrhunderte danach. Im Gegenteil: taoistische Ärzte bezogen die Sexualität bewusst in den Heilungsprozess ein, manchmal verordneten sie sogar bestimmte Liebestechniken.

Worum es ihnen jedoch ging, war der bewusste Umgang mit Lebensenergie, ihre Steigerung und ihre Heilwirkung. Jeder Liebesakt ist ein Austausch von Energien, jede sexuelle Handlung lässt den Energiepegel ansteigen - oder eben sinken, wie bei einer Ejakulation.

Das sexuelle Kung-Fu, wie die Übungen und Methoden der taoistischen Sexuallehre auch genannt werden (Kung-Fu bedeutet wörtlich “Übung”), zielt darauf ab, die sexuelle Energie im Körper zu halten, sie zu steigern und sie dann für kreative geistige und körperliche Zwecke zu verwenden. Die Lehre des Tao ermuntert sogar dazu, die sexuelle Energie jeden Tag zu spüren, denn bei Erregung produziert der Körper Sexualhormone, die als die Quelle der Jugend und Verjüngung angesehenen werden.

Einige der Methoden dienen als Vorbereitung dafür, dass Männer Orgasmen, sogar multiple Orgasmen, erleben können, ohne zu ejakulieren. Diesen Weg zu zeigen, ist nicht die Absicht dieses Artikels; wir beschränken uns hier auf Tipps, Übungen und Techniken, die Männern helfen können, ihre Ejakulation zu kontrollieren.

Selbstbeherrschung ist eine große Herausforderung
“Die männliche Sexualität ist im Westen weiterhin fälschlicherweise auf das zwangsläufig enttäuschende Ziel der Ejakulation (des “Abspritzens”) ausgerichtet, anstatt den orgastischen Prozess des Liebesakts zu erschließen”, so beschreibt Mantak Chia, der Autor des oben erwähnten Buchs, treffend, welchen Vorteil Männer daraus ziehen, wenn sie ihre Ejakulation besser kontrollieren können. Bei allen spirituellen Traditionen, die die sexuelle Energie dafür verwenden, um etwas zu bewirken, was über unser begrenztes Dasein hinausgeht - also Bewusstseinerweiterung zu erreichen - geht es darum, Bewusstheit in die Sexualität zu bringen. Die geweckten Energien wahrzunehmen, sie zu lenken und zu transformieren.

Aber auch für die frühen Taoisten und Tantriker war die Selbstbeherrschung bei der Ejakulation eine große Herausforderung, die es zu meistern galt, bevor man sich den Ritualen und Übungen widmen konnte. In den alten Schriften findet man nicht umsonst jede Menge Methoden für die Ejakulationskontrolle. Wenn auch viele davon einfach nur kompliziert und unpraktisch sind, so können wir modernen westlichen Männer dennoch einiges von ihnen lernen. Sei es, um gemeinsam mit unserer Partnerin neue Dimensionen der Verschmelzung zu erleben (wie beispielsweise beim Karezza), oder einfach nur, um als Mann Selbstbewusstsein zu tanken.

Wie bei allen anderen Fertigkeiten, braucht auch die Kunst der Ejakulationskontrolle etwas Training. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn die nachfolgend aufgeführten Übungen nicht sofort funktionieren. Mit relativ hoher Sicherheit werden Sie aber früher oder später einen Nutzen daraus ziehen können

Zeit und Ruhe1. Zeit und Ruhe
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Kunst der Ejakulationskontrolle ist, sich beim Sex bewusst Zeit und Ruhe zu nehmen. Durch das Vorbild von Pornofilmen und ein gewisses Maß an Unwissenheit sind die meisten Männer daraufhin konditioniert, dass sie glauben, im Bett Höchstleistungen vollbringen zu müssen.

Nach einem Vorspiel - weil das die Frauen heutzutage erwarten - geht es schnurstracks in Richtung des üblichen Reinraus-Spiels bis zur Ejakulation. Und dabei muss “Mann” natürlich möglichst lange durchhalten - das ist manchmal Stress pur. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen den Sex sehr unbewusst, manchmal sogar eher mechanisch, erleben und ausführen. Wahre Intimität und Nähe entsteht aber durch Aufmerksamkeit, Öffnung und sich aufeinander einlassen. Hier spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle.

Ein Grund, warum viele Männer ihre Ejakulation nicht kontrollieren können, ist ein innerer Druck, ausgelöst von eigenen Erwartungshaltungen und der Angst zu versagen. Dieser innere Druck wird geringer, wenn Sie sich Zeit und Ruhe beim Liebesspiel gönnen. Nehmen Sie das Tempo heraus, praktizieren Sie gewissermaßen "Slow Sex". Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass guter Sex immer Geschlechtsverkehr, Orgasmus und Ejakulation beinhalten muss. Guter Sex ist, wenn Sie Spaß daran haben, sich entspannen können und sich wohlfühlen. Sie haben die Ejakulation wesentlich besser und einfacher unter Kontrolle, wenn Sie von Beginn an mit Ruhe und Gelassenheit ins Liebesspiel einsteigen.

2. Seien Sie sich Ihrer Erregungsphasen bewusst
Männer, die ihre Ejakulation besser kontrollieren möchten, müssen mit ihren Erregungsstadien vertraut werden, damit sie wissen, wann ihr "Point of no Return" einsetzt und in welcher Phase die nachfolgend vorgestellten Techniken noch wirksam eingesetzt werden können.

Die taoistische Sexuallehre unterscheidet beim Mann vier verschiedene Erregungsniveaus. Die erste Stufe wird als "Festigkeit" bezeichnet. Bei sexueller Erregung füllt sich das Schwellgewebe des Penis mit Blut und er beginnt sich zu bewegen und aufzurichten. Im zweiten Stadium des "Anschwellens" wird er fest aber noch nicht hart - zumindest nicht hart genug, um eindringen zu können. Im dritten Stadium, der “Härte”, ist er aufgerichtet und hart und der Mann befindet sich auf einem hohen Erregungslevel. Die nachfolgend beschriebenen Techniken setzen genau in dieser Phase an, denn hier ist es noch möglich, die Ejakulation zu kontrollieren. Im vierten Stadium, der “Hitze”, ist der Penis steif, steinhart und heiß. Die Hoden ziehen sich in den Körper zurück und der "Point of no return" steht kurz bevor. Für die Ejakulationskontrolle ist es für den Mann wichtig zu spüren, wann er der vierten Phase zusteuert und noch Zeit hat, vorher die sexuelle Energie aus den Genitalien zu ziehen.

Beobachten Sie eine Weile Ihre Erregungskurve und entwickeln Sie ein Gespür dafür, wann Sie sich der Grenze zur vierten Stufe nähern. Lassen sie dann mit den nachfolgend beschriebenen Techniken die Erregung wieder etwas abklingen und tasten sich wieder zur Grenze heran. Wenn Sie diese Übung mehrere Male wiederholen, werden Sie Ihre Erregungskurve quasi verinnerlichen und wissen, wann Sie Ihrer Sexualität freien Lauf und wann Sie sie beherrschen müssen. Das ist die eigentliche Kunst der Ejakulationskontrolle.

3. Das Ableiten der sexuellen Energie mit dem Atem
In den meisten Kampfkünsten und Meditationspraktiken wird der Atem als Werkzeug für die Kontrolle des eigenen Körpers verwendet. Er hat nämlich eine Eigenart: Die von der Herzfrequenz vorgegebenen unwillkürlichen Atemmuster (z.B. beschleunigter Atem kurz vor der Ejakulation) lassen sich durch unseren Willen willkürlich beeinflussen. Wir können beispielsweise bewusst tief und langsam atmen, auch wenn der Körper gerade in eine schnelle Atemfrequenz wechseln will. Durch diese Atemlenkung haben wir einen direkten Einfluss auf unsere Körperreaktionen.

Eine zweite wichtige Eigenschaft des Atem ist es, dass mit ihm bewusst Energien im Körper gesteuert werden können. Die Beherrschung der Ejakulation ist nämlich nichts anderes, als die Ablenkung der sexuellen Energie von den Genitalien in andere Bereiche des Körpers.

Der erste grundlegende Schritt bei der praktischen Ejakulationskontrolle ist deshalb kontinuierliches tiefes und langsames Atmen während des Liebesspiels. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie durch Ihre Genitalien einatmen und die Energie innen an der Wirbelsäule in den Herzbereich hochziehen.

Dadurch wird die sexuelle Energie aus dem Genitalbereich im ganzen Körper verteilt, die Sexualität mit dem Herzen verbunden und Sie nehmen den Sex und die Erregung bewusster wahr. Außerdem ist das tiefe und langsame Atmen der Gegenpol zum beschleunigten Atmen kurz vor dem Orgasmus und senkt dadurch den Ejakulationsdrang. Schon die Veränderung des Atemmusters kann Ihnen dazu verhelfen, die Ejakulation besser zu kontrollieren. Der tiefe langsame Atem hat die paradoxe Wirkung, dass sie die Erregung bei Männern senkt, sie bei Frauen aber anfeuert, vor allem, wenn Sie hörbar in ihr Ohr atmen.

Sobald Sie merken, dass Sie sich der vierten Erregungsstufe nähern, unterbrechen Sie die Stimulation und halten Sie in allem inne, was sie gerade tun - besser zu früh, als zu spät. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nach innen, nehmen Sie einen tiefen Atemzug und ziehen Sie dabei die Energie mit dem Atem aus den Genitalien in den Herzbereich oder sogar bis zum Scheitel. Spannen Sie dabei den Beckenboden (den sog. PC-Muskel) so fest an wie möglich. Halten Sie den Atem und die Spannung etwa 5 Sekunden an. Leiten Sie den Ausatem anschließend über den gleichen Weg wieder zurück und entspannen Sie den Beckenboden. Schon nach zwei oder drei Wiederholungen werden Sie eine deutliche Abnahme der Erregung spüren.

Nehmen Sie nun die Stimulation langsam wieder auf. Sie müssen für sich selbst den passenden Zeitraum zwischen Entspannung und Fortführung des Liebesspiels finden, damit die Erregung und Erektion nicht gänzlich verschwindet. Das Wesentliche bei der Atem- und Energielenkung, ist die Ausrichtung Ihrer Aufmerksamkeit. Die Energie im Körper geht immer dorthin, wohin Sie Ihre Aufmerksamkeit richten.

Wenn Sie diese auf die Ejakulation bzw. ihrer Vermeidung richten, lenken Sie die Energie aber genau dorthin. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf das momentane Erleben, auf den Energieaustausch mit Ihrer Partnerin oder eben auf die Lenkung der Energie in den Herzbereich.


Info: Der PC-Muskel
Der "Musculus Pubococcygeus", kurz PC-Muskel genannt, ist der Hauptmuskel des Beckenbodens und umschließt Anus und Genitalien wie eine Acht. Am deutlichsten ist er zu spüren, wenn Sie beim Wasserlassen den Urinfluss stoppen oder die letzten Harntropfen herausdrücken. Das Training des PC-Muskel durch häufige Kontraktion verbessert die Blutzufuhr zum Penis und fördert die Fähigkeit, die Erektion zu halten und die Ejakulation zu kontrollieren.
Weitere Informationen zum PC-Muskel und Übungen finden Sie unserem Artikel über PC-Muskel-Training.


4. Manuelle Techniken der Ejakulationskontrolle
Wem die Atem- und Energielenkung nicht ausreicht, kann zusätzlich noch einige manuelle Techniken anwenden, um die Erregung noch weiter abzusenken. Dies können Sie entweder selbst tun oder Ihre Partnerin darum bitten.

- Druck auf das Frenulum
Legen Sie die Fingerspitzen von Zeige- und Ringfinger auf das Frenulum, das Bändchen direkt unter der Eichel, und drücken Sie diesen Bereich mit Hilfe des Daumens zusammen. Wenn Ihre Partnerin dies übernimmt, dann umfasst sie den Penis mit der Hand und drückt mit dem Daumen auf das Frenulum. Dieser Druck wird entweder zehn Sekunden sanft ausgeübt oder fünf Sekunden so fest und tief wie möglich - auf jeden Fall so lange, bis der Ejakulationsdrang abklingt. Manche Männer sprechen auch darauf an, wenn sie den Penis mit der gesamten Hand umfassen, wobei der Daumen auf die Eichelspitze oder -unterseite Druck ausübt. Auch das Drücken auf den Penisschaft am Ansatz kann Wirkung zeigen.

Millionen-Dollar-Punkt- Der Punkt der Millionen Goldstücke
Angeblich waren reiche Chinesen bereit, den taoistischen Meistern bis zu einer Million Goldstücke zu zahlen, wenn sie ihnen diese Technik zeigten. Dieser Punkt liegt etwa eine Daumenbreite entfernt vom Anus auf dem Damm. Dort befindet sich eine Einkerbung, die sie mit Ihrem Finger etwa bis zum ersten Gelenk eindrücken können. Gleichzeitig spannen Sie den PC-Muskel an. Mit diesem "Fingerverschluss" drücken Sie Samen- und Harnleiter gegen die Prostata, was nicht nur die Erregung senken kann, sondern beim Überschreiten des "Point of no Return" den Samenaustritt verhindert. Der “Punkt der Millionen Goldstücke” hat den Vorteil, dass Sie ihn auch während der Vereinigung mit der Frau drücken können, ohne den Penis zurückziehen zu müssen.

Hoden ziehen
- Das Ziehen des Hodensacks
Kurz vor der Ejakulation wird der Hodensack eng an den Körper herangezogen, damit der Samen heraus befördert werden kann. Indem Sie Daumen und Zeigefinger ringförmig oberhalb der Hoden legen und den Hodensack dann vom Körper wegziehen, lässt sich der Samenerguss verzögern oder sogar vorher stoppen.

Mit den hier vorgestellten Methoden und Techniken haben Sie eine Reihe von Hilfsmitteln an der Hand, um Ihre Erregung und Ihre Ejakulation zu kontrollieren. Manchmal klappt es aber auch nicht - "und das ist auch gut so", wie es ein Berliner Politiker einmal in einem anderen Zusammenhang ausdrückte. Sie und Ihr Penis sind eben keine Maschine, die man willkürlich ein- und ausschalten kann. Ihre Lust und Ihre Erregung wird von vielen Faktoren beeinfußt, u.a. auch von Ihrer Gefühlslage und Ihrem körperlichen Empfinden. Erfreuen Sie sich an Ihrer Lust und Ihrem Orgasmus.


Wenn Sie heute die Kontrolle der Ejakulation noch nicht so ausüben konnten, wie Sie es beabsichtigten, dann klappt es eben beim nächsten Mal. Schließlich haben Sie gerade erst damit angefangen, sich damit zu beschäftigen. Wenn es Sie beruhigt: Aus Sicht der Taoisten kommt die Mehrzahl der Männer "vorzeitig" zum Samenerguss, weil man imstande sein
sollte, selbst zu entscheiden, wann man ejakulieren will. Somit ist jeder ungewollte Samenerguss eine verfrühte Ejakulation.

Wichtig ist nicht die Zeitspanne, die Sie Ihre Ejakulation zurück halten können, sondern ob Sie und Ihre Partnerin mit dem Liebesspiel insgesamt zufrieden sind. Guter Sex ist eben nicht nur der Geschlechtsverkehr, sondern jede Art und Weise, die beide Partner beglückt.

 

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