Yoga zum Mitmachen

Savasana

- eine der wichtigsten Yogastellungen

Ein Paradox im Yoga ist es, daß einige der fortgeschrittensten und tiefgehendesten Techniken so einfach sind, daß, wenn man über sie nur in einem Buch liest, die Chance sehr gering ist, ein wirkliches Erlebnis durch die Anweisungen zu bekommen. Daher ist es früher oder später eine gute Idee einen Yogi aufzusuchen, der lebt und hier und jetzt unterrichtet.

Savasana, „ Totenstille", kann auf den ersten Blick so simpel wirken, dass man sich selbst sagt: na’, das habe ich ja schon mein ganzes Leben lang gemacht. Aber, Savasana, völlig still auf dem Rücken zu liegen, ist nicht dasselbe wie „sich abzulegen" vor dem Fernseher, oder zu liegen und auf dem Sofa zu schlummern (was vielleicht auch nicht zu verachten ist).

Was den großen Unterschied im Erlebnis ausmacht, ist Deine Wachsamkeit. Anstatt einfach aus Gewohnheit zu liegen und ein wenig zu denken, träumen, vielleicht einige Pläne zu machen... hältst Du Deine Aufmerksamkeit fest beim Erlebnis vom ganzen Körper, der völlig still liegt.

Savasana kann bei Stress, Schlafproblemen, Nervosität und ähnlichem helfen, aber Du brauchst nicht solche Probleme zu haben, um etwas von dieser Technik zu haben. Am Nachmittag z.B., nach einem langen Tag voller Aktivitäten, kann Savasana eine gute Weise sein, um dem Körper und dem Nervensystem eine verdiente Pause zu geben. Anstatt mit künstlicher Energie „aufzutanken", gibst Du Dir selbst eine bewusste Pause - und anschließend werden sich dann Energie und Inspiration wieder von selbst melden.

In Verbindung mit den körperlichen Yogaübungen ist Savasana auch ein wichtiger Teil, nur gebraucht man es hier etwas anders. Ein Programm von Yogastellungen beginnt immer damit, dass man eine Weile auf dem Rücken liegt und erlebt wie der Körper und die Atmung zur Ruhe fallen. Ein solches Programm kann aufgebaut sein aus mehreren Yogastellungen, die einander paarweise ergänzen, z.B. eine vorwärts und eine rückwärtsbeugende Stellung. Nach einer solchen Gruppe von Stellungen und vor der nächsten liegst Du für eine Weile in Savasana.

Savasana sollte nicht verwechselt werden mit Yoga Nidra, meditativer Tiefenentspannung, wo Du ebenfalls ganz still auf dem Rücken liegst. In Yoga Nidra wird Deine Aufmerksamkeit auf eine andere, mehr dynamische Weise gehalten. Indem Du den Anweisungen des Lehrers (oder Bandes) zuhörst wird deine Aufmerksamkeit herumgeführt, im Körper, zur Atmung, und zu verschiedenen Bildern und Symbolen in einem verhältnismäßig schnellen aber gelassenen Tempo. Das löst eine tiefe Entspannung aus. Jedes Mal, wenn Du von einem Gedanken gefangen wirst und vergisst, womit Du eigentlich beschäftigt bist, dann wirst Du von den Anweisungen wieder „aufgesammelt" und zurückgeführt. Auf diese Weise macht Yoga Nidra es leicht, selbst für den Anfänger, in eine sehr tiefe Entspannung zu kommen. Man sollte eine gewisse Erfahrung mit Yoga Nidra haben, um Savasana wirklich wertschätzen zu können.

Falls Du meditierst, kann Savasana Deine Meditation bereichern, denn die Fähigkeit gegenwärtig zu sein ist Voraussetzung für jegliche Form von Vertiefung. Es gibt auch verschiedene Meditationsformen, bei denen man auf Stille meditiert.

In Savasana hälst Du auf entspannte Weise fest am Erlebnis vom ganzen Körper, der still liegt. Manchmal, wenn Du Dich hinlegst, um Savasana zu praktizieren, fühlst Du Dich vielleicht rastlos. Dann verbringe ca. eine Minute mit Atembewußtsein, direkt zu Anfang der 10 Minuten um den Zustand zu vertiefen. Aber laß es bei einer Minute bleiben.

Savasana ist Stille, der Körper gibt keinen Laut von sich, er ist vollständig unbeweglich, nicht ein Finger bewegt sich. Es ist ein Erlebnis von Stille im ganzen Körper...

Technik

Lege Dich auf einer Decke auf den Boden - nicht ins Bett oder aufs Sofa. Liege ausgestreckt auf dem Rücken mit den Füßen ein wenig auseinander, und den Armen bequem neben dem Körper ausgestreckt, evtl. zugedeckt mit einer dünnen Decke. Liege nur 10 Minuten, nicht länger, so daß Du nicht schläfrig oder rastlos wirst.

Sei auf Deinen Körper aufmerksam, den ganzen Körper, auf Stille im ganzen Körper und bleibe bei diesem Erlebnis. Selbst wenn Du zwischendurch Lust bekommen solltest, Deinen Körper zurecht zu rücken oder Dich zu kratzen o.ä. so entspanne Dich gegenüber diesem Impuls und verbleibe still, ganz still. Wenn es geschehen sollte (und das tut es in der Regel), daß Deine Konzentration ab und an weggleitet und sich mit etwas anderem beschäftigt, dann ist das auch in Ordnung. Aber lasse die Störung los, sobald Du sie entdeckst, und kehre zurück zum Erlebnis von Stille. Vielleicht geschieht das mehrere Male; geduldig aber bestimmt findest Du jedes Mal zum Körpererlebnis zurück.

Tipp: Probiere auch aus den Zustand von Stille im Körper in anderen Zusammenhängen zu erleben, z.B. dort wo du gerade sitzt, daß Du die Augen schließt und den Zustand von Stille im Körper für einige Minuten erlebst. Oder mache dasselbe in einer Meditationsstellung.

Du kannst auch ausprobieren, Dich körperlich zu ermüden, z.B. durch Arbeit oder Sport, um Dich anschließend still in Savasana hinzulegen.

Quelle: www.yogaimzentrum.de

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